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Judo

Die Katze hofft auf erstes Edelmetall

Am Wochenende finden in Stuttgart bereits zum dritten Mal die deutschen Einzelmeisterschaften im Judo statt. Guido Kramer vom Judoteam Steinheim hofft auf sein erstes Edelmetall. Er ist am Sonntag in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm gefordert.

Guido Kramer (rechts) hat bei den Meisterschaften in Stuttgart ein Heimspiel. Foto: Baumann
Guido Kramer (rechts) hat bei den Meisterschaften in Stuttgart ein Heimspiel. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Katzen wird nachgesagt, dass sie nie auf dem Rücken landen. Kein Wunder, dass sich Guido Kramer vom Judoteam Steinheim daher nicht gegen den Vergleich seiner Trainerin Trixi Kästle wehrt, schließlich ist es beim Judo gerade das Ziel, den Gegner auf den Rücken zu werfen. „Er kämpft manchmal wie eine Katze“, sagt Kästle über Kramer, der das nicht zum ersten Mal über sich hört.

„Es schmeichelt. Es ist ja schwer, eine Katze zu werfen, die dreht sich immer wieder raus und fliegt nicht auf den Rücken“, sagt der 24-Jährige, der am Wochenende für das Judoteam Steinheim an den Deutschen Einzelmeisterschaften im Judo in der Stuttgarter Scharrena an den Start geht.

Bereits zum dritten Mal nach 2018 und 2019 kommt der wichtigste nationale Judowettbewerb, zu dem etwa 400 Sportlerinnen und Sportler erwartet werden, in die Landeshauptstadt. Ein Heimspiel für Kramer, der in Stuttgart geboren ist und derzeit in Coburg Soziale Arbeit im dritten Semester studiert. „Da werden viele Freunde und Familie zum Zuschauen kommen“, kündigt er an.

Letztes Jahr reichte es für Kramer bei den deutschen Meisterschaften zu Platz sieben. Sein größter Erfolg in der Herren-Konkurrenz war bislang der Titel bei den Süddeutschen Meisterschaften in Besigheim im vergangenen November. Nun rechnet er sich Außenseiterchancen auf Edelmetall in Stuttgart aus. „Ich träume schon von einer Medaille. Das ist mein Ziel“, sagt Kramer. Dafür brauche es zwischen vier und sechs Siege – und im Falle einer Niederlage ein wenig Glück wegen des bei Judo-Turnieren üblichen Doppel-K.o.-Systems. „Wenn ich verliere, muss ich hoffen, dass mein Gegner, gegen den ich verloren haben habe, mindestens bis ins Halbfinale kommt“, berichtet Kramer. Dann käme er in die Trostrunde, über die man bis auf Platz drei vordringen kann. „Wenn er das nicht schafft, bin ich aus dem Turnier ausgeschieden.“ Dann könnte ein Turnier auch nach nur einem Kampf frühzeitig zu Ende sein.

Seine Trainerin Trixi Kästle ist aber auch aufgrund der Kampfweise Kramers optimistisch. „Er ist immer für eine Überraschung gut“, kündigt sie an. Seit 18 Jahren trainiert sie Kramer schon. „Sie ist für mich wie eine zweite Mutter“, sagt der Judoka über das Steinheimer Judo-Urgestein Kästle. „Ihr habe ich eigentlich meinen ganzen Judoerfolg zu verdanken.“

Nicht überraschend daher, dass sich Kästle und Kramer einig sind, wenn sie über die Stärken des 24-Jährigen auf der Judomatte sprechen. „Er kämpft relativ clever und überrascht dann mit Überraschungstechniken. Er kann außerdem in alle Richtungen werfen, ist selbst schwer zu Fall zu bringen“, sagt Kästle. Kramer sieht sich zudem als „mental sehr stark, selbstbewusst und siegeshungrig. Ansonsten zeichnet mich meine Vielfältigkeit aus, ich habe nicht eine Technik, mit der ich meine Kontrahenten werfe, das macht mich unberechenbar“.

Info: Beginn der Vorkämpfe ist am Samstag, 25. Januar, 9.30 Uhr in der Stuttgarter Scharrena (Frauen: -48 kg, -52 kg, -78 kg, +78 kg; Männer: -60 kg, -66 kg, -100 kg, +100 kg). Die Medaillenkämpfe starten um 16 Uhr. Am Sonntag geht es ebenfalls um 9.30 Uhr für die Gewichtsklassen Frauen: -57 kg, -63 kg, -70 kg sowie Männer: -73 kg, -81 kg, -90 kg los. Die Medaillenkämpfe beginnen um 16 Uhr. Weitere Informationen unter www.wjv.de/dm2020.html

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