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Dominanz im Derby zahlt sich für HCL nicht aus

Der HC Ludwigsburg hat nach vielen Monaten Corona-Unterbrechung eine unglückliche Heimpremiere in der 2.Feldhockey-Bundesliga erwischt: Der HCL unterlag im Nachbarschaftsduell den HTC Stuttgarter Kickers 2:4 (1:1).

Ball-Jagd: Henrik Ziemssen (Kickers, links) und Philip Bleibaum (HCL) kämpfen im Derby mit vollem Einsatz.Foto: Baumann
Ball-Jagd: Henrik Ziemssen (Kickers, links) und Philip Bleibaum (HCL) kämpfen im Derby mit vollem Einsatz. Foto: Baumann

Ludwigsburg. „Derbysieger, Derbysieger“, feierten die Stuttgarter ihren Auswärtscoup hinterher auf dem Spielfeld, während Ludwigsburgs Trainer Daniel Weißer seine zerknirschten Schützlinge einige Meter weiter zur Besprechung um sich scharte. Siegesjubel und Katzenjammer lagen nah beieinander.

Die Rollenverteilung konnte sich beim HCL niemand so recht erklären. „Uns fehlt gerade das Momentum“, fand Spielführer Severin Schmidt erklärende Worte, „man spürt eine Verunsicherung, wir sind in einer kleinen Abwärtsspirale.“ Tatsächlich zeigen sich die „Rothemden“ nach der ewigen Zwangspause nicht in der Form der Hinrunde, mit der sie auf den zweiten Platz marschiert waren. Außer dem Pflichtsieg beim Schlusslicht Berliner SC setzte es nach der Wiederaufnahme der Saison drei Niederlagen.

Ein akribisches Hygienekonzept hatten die HCL-Verantwortlichen ausgetüftelt: Die Besucher mussten sich mit ihrem Handy etwa elektronisch registrieren, einzelne Zuschauerbereiche blieben gesperrt, auch die Zugangswege zur Sportanlage waren verändert. Die Ludwigsburger fanden auf dem Spielfeld jedoch sofort die richtigen Wege – in Richtung Kickers-Tor. Der HCL hatte eine klare Feldüberlegenheit, die Stuttgarter zeigten wenig Initiative. Eigentlich schwache Gäste erlebte Coach Weißer: „Der Gegner war im ganzen Spiel nur vier bis fünf Mal bei uns im Kreis.“

Da allerdings sehr effektiv: Nach zehn Minuten hatte Henrik Ziemssen zur Kickers-Führung abgeschlossen. Die Weißer-Mannschaft konnte mit der eigenen Feldüberlegenheit wenig anfangen. „Mutlos“, nannte es Kapitän Schmidt. Dennoch hatte der HCL seine Chancen, die vergab er aber oft. „Allein Manuel Baitis hatte sieben Hochkarätige“, zählte der Chefcoach. Noch vor dem Seitenwechsel verwandelte Michael Josek eine kurze Ecke zum Ausgleich.

Gleich zu Beginn des Schlussviertels kamen die Kickers wieder zur Führung: Nach einem hohen Ball bekam Youngster Alexander Tschiersch den Ball unglücklich an den Körper. Die erste kurze Ecke überstand der HCL noch, die darauf folgende saß – Lukas Grellmann machte das 2:1. Die Ludwigsburger wirkten schockiert, das Aufbäumen blieb aus.

Acht Minuten vor dem Ende nahm Weißer Torhüter Leo Fili vom Feld, doch Lucca Epple trf zum 3:1 für die Kickers. Severin Schmids verwandelter Siebenmeter kam zu spät, Jonas Diesch setzte mit dem 4:2 den Schlusspunkt.

HCL: Fili, Kniebühler – S. Schmidt (1), Scheu, Lipinski, Bachmann, Tschiersch, Vogt, Thum, Binder, Bleibaum, R. Schmidt, Veigel, L. Schurig, Bachmann, Brönnimann, M. Schurig, Mayer, Josek (1).

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