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Wasserball

Ein Hauch von Olympia in Gwangju

Die deutschen Wasserballer hoffen bei der WM in Südkorea heute (10.50 Uhr/MESZ) auf einen Sieg im wichtigen Duell mit Brasilien. Für den Ludwigsburger Center Timo van der Bosch ist die WM-Teilnahme ein ganz besonderes Abenteuer.

Im Auftaktspiel gegen Japan wird Timo van der Bosch (l.) von Yusuke Inaba am Wurf gehindert. Foto: Bernd Thissen/dpa
Im Auftaktspiel gegen Japan wird Timo van der Bosch (l.) von Yusuke Inaba am Wurf gehindert. Foto: Bernd Thissen/dpa

Gwangju. 25 Hochgebäude beherbergen 6000 Sportler und Medienvertreter auf 233.466 Quadratmetern im „World Championship Village“ während der Schwimm-WM in Gwangju. Die Bedürfnisse der Sportler sind mehr als gedeckt: Es gibt Fitnessräume, eine Bank, eine Post, ein Medizinzentrum, einen Massageraum, ein Café und vieles mehr. Das Sportlerdorf vermittelt einen Hauch von Olympia. Luxus und Fürsorge in diesem Ausmaß – das gab es zuvor bei einer Schwimmweltmeisterschaft noch nie.

So sieht es zumindest Timo van der Bosch. Der Bundesligaspieler des SV Ludwigsburg und Nationalspieler ist gefesselt von der Atmosphäre und zugleich mittendrin im Geschehen. „Wir wohnen hier in Dreizimmer-Apartments“, erzählt van der Bosch, der sich mit Kevin Götz, dem verletzten Marko Stamm, Dennis Strelezkij und Maurice Jüngling eine Wohnung teilt. Die Atmosphäre im Dorf beeindruckt ihn. Auch das Essen im Sportlerdorf erfüllt seine Erwartungen. „Ich mag die asiatische Küche hier. Sie ist vielfältig, es gibt viel Fleisch mit Reis“, sagt van der Bosch.

Der WM-Auftakt gegen Japan am Montag lief allerdings nicht ganz nach seinem Geschmack. In der Nambu University Schwimmhalle musste sich die deutsche Wasserballnationalmannschaft nach einer 5:2-Führung am Ende zum 9:9 gegen kämpfende Japaner zittern. Moritz Schenkels Kopf verhinderte den K. o., worauf Kapitän Julian Real vier Sekunden vor Schluss den Ausgleich erzielte.

„Unser Matchplan ging bis zur Halbzeit auf. Wir haben die Konter der Japaner abgewehrt und standen in der Verteidigung gut“, erklärt van der Bosch und klagt: „Danach haben wir leider den Faden verloren“. Er selbst bekam im Auftaktmatch nicht viel Einsatzzeit. „Das ist die Entscheidung vom Bundestrainer Hagen Stamm, die ich respektiere. Andererseits habe ich gezeigt, dass ich auf diesem Niveau spielen kann“, sagt er. Wobei die Stammcenter Mateo Cuk und Dennis Eidner auch nicht wirklich überzeugten. Sie zeigten sich gegen das bewegliche Spiel der Japaner teilweise überfordert.

Für die eigentlichen Tore sorgten Marko Stamm und Lucas Gielen mit jeweils drei und zwei Treffern. Stamm zog sich im Spiel einen Außenbandriss zu. Nun hofft sein Team trotzdem auf einen Einsatz des Spielmachers im wichtigen Duell mit Brasilien.

Marko Stamm soll zum Einsatz kommen

„Wir haben ihn getapt und es heute im Wassertraining getestet“, sagte Bundestrainer Hagen Stamm. Vielleicht reiche es für einen Platz auf der Ersatzbank. „Die Verletzung nervt ihn tierisch“, ergänzte der 59-Jährige. Jammern würde sein Sohn aber nicht – im Gegenteil: „Er spielt auch mit dem Kopf unter dem Arm“. Man müsse Marko Stamm eher bremsen.

Für Stamm, van der Bosch und Co. gelte es jedenfalls, den Fokus ganz auf die Partie gegen den Olympiasiebten Brasilien zu legen. Eine Mannschaft, die aufgrund ihres europäischen Wasserballs der deutschen Nationalmannschaft eher liegt. „Wir müssen dieses Spiel gewinnen, alles andere wäre eine Katastrophe“, sagt der 25-jährige Wasserballer des SV Ludwigsburg. Ein Sieg, und der Traum von Viertelfinale lebt weiterhin. Am besten mit dem ein oder andern Centertor von Timo van der Bosch.

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