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Golf-Profi Marcel Schneider aus Bietigheim-Bissingen belohnt sich mit US Open-Start

Gerade noch rechtzeitig hat Golf-Profi Marcel Schneider (Bietigheim-Bissingen) die Kurve gekriegt. Mit Platz 5 bei den Porsche European Open in Hamburg gelang dem 32-Jährigen die Qualifikation für die US Open vom 16. bis 19. Juni in Brookline (Massachussetts).

Marcel Schneider. Foto: privat
Marcel Schneider. Foto: privat

Ludwigsburg. US Masters in Augusta, US Open, US-PGA-Championship und British Open – das sind die vier wichtigsten Golfturniere der Welt.

Im vergangenen Jahr hatte Marcel Schneider erstmals bei einem dieser Major-Events den Schläger geschwungen und zwar bei den British Open, was bei seinem Heimatverein GC Monrepos Ludwigsburg mit Freude und Stolz registriert wurde.

Als am Sonntag die Kunde von Schneiders fünftem Platz aus Hamburg eintrudelte, ordnete der begeisterte Präsident Udo Strehl den Coup auf der Homepage des Vereins mit einem Superlativ ein: „Der größte Erfolg in seiner bisherigen Profikarriere. Wir gratulieren den Schneider-Jungs Marcel und Pascal!“ Als Caddie begleitet Pascal seinen Bruder seit einigen Monaten bei der Tour im Kreis der Weltelite. Freunde, Weggefährten, Mitglieder – „wir schauen alle gebannt nach Brookline und drücken den beiden die Daumen für dieses Erlebnis US Open.“

Mit einem Schlag rückt die schwierige Phase in den Monaten Februar, März und April in den Hintergrund. Marcel Schneider nahm eine Änderung „bei der Drehung durch den Ball“ vor, um einen besseren Ballkontakt und eine geradere Flugkurve zu erreichen. Diese technische Umstellung, diese feine Modifikation im Ablauf dauerten ihre Zeit. Sechs Turniere hintereinander endeten für Schneider schon bei Halbzeit nach zwei Runden, was ein Abrutschen in der Weltrangliste von Position 167 auf über 200 zur Folge hatte.

Knoten platzt rechtzeitig

Der Knoten platzte endlich am 28. April bei der Catalunya Championship mit einem geteilten 13. Platz (5 unter Par). Es folgten die Soudal Open in Belgien (7. Rang/8 unter Par) und die Dutch Open (11 unter Par). In den Niederlanden verfehlte der Schwabe als Vierter das Ticket zu den British Open nur um einen einzigen Schlag.

Schneiders zuversichtliche Einschätzung im Februar hat sich bestätigt: „Ich wusste, wenn ich geduldig bleibe, werde ich auf kurz oder lang belohnt.“ In Hamburg lieferte er drei 73er-Runden ab und ging als 31. in den letzten Tag. Mit 67 Schlägen (5 unter Par) wurde für ihn die zweitbeste Schlussrunde aller Teilnehmer notiert, so dass unter dem Strich 286 (2 unter Par) herauskamen. Nur einer war noch besser – Sieger Kalle Samooja aus Finnland, der mit einer famosen 64 einen Rekord auf dem Green Eagle Golfressort aufstellte. Mit insgesamt 282 Zählern gewann er vor Will Besseling (Niederlande/284) sowie Richard Mansell (England) und Viktor Perez (Frankreich/je 285). Zusammen mit einem Japaner, Schweden, Italiener und Südafrikaner folgte Marcel Schneider auf Platz 5, der ihm das stolze Preisgeld von 54180 Euro einbrachte.

„Es war einfach sensationell. Mein langes Spiel war unfassbar gut und das braucht man eben auf diesem Platz, der einfach ein Monster ist“, jubelte der Profi. „Heute hat einfach alles gepasst.“ Caddie Pascal freute sich mit seinem Bruder: „Die kleine Umstellung hat eine gewisse Zeit gebraucht. Jetzt sind die Schläge besser geworden, die Putts sind besser geworden.“

In Weltrangliste vorgerückt

Mit einem Birdie nach dem anderen kämpfte sich Marcel Schneider noch in die Spitzengruppe, seine dritte Top-Ten-Platzierung in den vergangenen drei Wochen. Was sich auch gleich wieder in der Weltrangliste niederschlägt: Seit Montag rangiert er auf Position 187.

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