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HC Ludwigsburg trauert um Helmut Schmidt

Über Jahrzehnte als Spieler, Jugendleiter, Trainer und Sportvorstand das Vereinsgeschehen mitgeprägt

Lange der Motor des Vereins: Helmut Schmidt. Foto: Baumann
Lange der Motor des Vereins: Helmut Schmidt. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Helmut Schmidt, über Jahrzehnte das Gesicht des HC Ludwigsburg, ist in der Nacht von Montag auf Dienstag im Alter von 63 Jahren gestorben. Der Abschiedsschmerz ist für seine Familie in Waiblingen-Hegnach, die ihr Leben dem Hockeysport widmet, nur sehr schwer zu bewältigen. Auch der 750-Mitglieder-Verein am Fuchshof ist erschüttert. Der HCL hat seinen Motor verloren, einen Mann, der in etlichen Funktionen das sportliche und gesellige Leben auf authentische Art mitgeprägt hat.

Präsident Jürgen Schindler berichtet von einer Videobesprechung des fünfköpfigen HCL-Vorstandes am Montag vor einer Woche. „Da hat er noch gesprudelt vor Ideen“, schwingt Ungläubigkeit in seiner Stimme mit, dass der erfahrene Wegbegleiter und Sportvorstand über Nacht plötzlich nicht mehr mit an Bord ist. Vor anderthalb Jahren wurde bei Helmut Schmidt durch eine Hüftoperation eine Krebserkrankung entdeckt. „Mit ungeheurem Ehrgeiz hat er bis zum Schluss nach allen Mannschaften geschaut“, so Schindler.

Als Jugendnationalspieler war Schmidt vom VfB Stuttgart an den Fuchshof gekommen und hatte damals sogar in der Bundesliga gespielt. Später förderte er mit seiner Frau Iris die Nachwuchsmannschaften, zu denen sich auch die Söhne Severin (33) und Raphael (27) gesellten. Heute betreut der HCL 450 Kinder und Jugendliche in rund 25 Teams.

Fast alle derzeit aktiven HCL-Akteure sind in Helmut Schmidts Hockey-Schule gegangen. Ihm gelang es immer wieder, einerseits Disziplin einzufordern und andererseits den Youngstern Spaß am Hockey und Vereinsleben zu vermitteln. „Er konnte motivieren, weil er authentisch war“, so Präsident Schindler.

Als einer, der bis zum 40. Lebensjahr aktiv gespielt hat, kannte Schmidt alle spielerischen und taktischen Kniffe der Sportart. Michael Thum, seit 15 Jahren für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, hebt noch eine andere Besonderheit heraus: „Er hat es verstanden, aus jedem die vorhandenen Ressourcen herauszukitzeln.“ Severin und Raphael Schmidt, „die Hockey spielten, noch bevor sie das Laufen lernten“ (Thum), gehören heute zu den Stützen in der 2. Bundesliga.

Ihr Vater hat als aktiver Spieler, Jugendleiter, Trainer und Vorstandsmitglied Zeichen gesetzt beim HCL. Und es war ihm auch immer wieder ein großes Anliegen, Neuankömmlingen den Einstieg im Verein zu erleichtern.

Schmidt verfolgte mit besonderer Freude, wie sich das Vereinsgelände in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Ein supermodernes Sportzentrum Ost und zwei Kunstrasenplätze geben dem HCL beste Perspektiven für die Zukunft.

Wie Michael Thum mitteilte, wird der Verein im Sportzentrum Ost einen Kondolenzraum einrichten, der am Freitag (16 bis 20 Uhr), Samstag (10 bis 14 Uhr) und Sonntag (10 bis 14 Uhr) geöffnet ist. So soll allen Sportlern und Mitgliedern Gelegenheit gegeben werden, von Helmut Schmidt Abschied zu nehmen.

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