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Hockey

HCL steht unmittelbar vor Abstieg

Der HC Ludwigsburg muss nach lediglich drei Zählern aus dem letzten Heimdoppelspieltag in der 1. Hockey-Hallenbundesliga den Abstieg wohl einplanen: Am Samstag schafften die Ludwigsburger zwar mit dem ersten Saisonsieg beim 6:4 (3:2) gegen den SC Frankfurt 1880 den Befreiungsschlag, sie verpassten es jedoch gestern gegen den Nürnberger HTC beim 3:8 (2:5) nachzulegen.

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Nürnberger Überzahl: Der Ludwigsburger Sebastian Koffler (Mitte) allein gegen Philip Förster (l.) und Benjamin Benzinger (r.). Foto: Baumann

Ludwigsburg. Kapitän Severin Schmidt donnerte den Schläger an die Wand, HCL-Akteur Raphael Schmidt saß gestern nach dem Abpfiff minutenlang regungslos auf einer Kiste. „Der Ligaverbleib ist nun relativ unrealistisch“, brachte Trainer Daniel Weißer die Stimmungslage auf den Punkt. Der Münchner Konkurrent hatte in Frankfurt am Sonntag gepunktet, der HCL jedoch gegen die Nürnberger schlicht das Tor nicht getroffen.

„Wir machen keine Ecke und treffen drei-, viermal den Pfosten“, fasste Raphael Schmidt das Manko zusammen. Ohne Abwehrspezialist Felix Mayer geriet der HCL gestern bereits kurz vor der Halbzeit auf die Verliererstraße: Raphael Schmidt saß ohne Schuh mit einer Zehenblessur draußen und die Gäste erhöhten auf 5:1. Zuvor hatte Arne Huber mit einem Siebenmeter die frühe Gästeführung zwar egalisiert, doch die Nürnberger packten drei Tore bis zur 15 Minute drauf.

Die Ludwigsburger schöpften durch einen Abstauber von Manuel Baitis zum 2:5-Pausenstand und der Rückkehr von Rafi Schmidt auf das Spielfeld wieder Hoffnung, doch die zweite Hälfte sollte die große Schwäche des Team schonungslos offenbaren: Der Abschluss. „Unsere große Schwierigkeit ist, Tore zu erzielen“, konstatierte auch HCL-Präsident Hans-Joachim Schröter.

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte vergaben Severin Schmidt und Baitis, dann konterten die Gäste erfolgreich nach einer katastrophalen HCL-Strafecke zum 7:2. Huber donnerte den Ball an den Pfosten, ehe Jonas Fischer auf 3:7 verkürzte. Kapitän Schmidt gab danach den Interimskeeper, doch auch bei einem zusätzlichen Feldspieler, besten Chancen und der lautstarken Daueranfeuerung des stehenden HCL-Fanblocks kam der HCL nicht mehr heran. „Wir hatten einen Haufen Möglichketen, sind aber vor dem Tor einfach zu schlecht“, ärgerte sich der Chefcoach nach Nürnbergs Schlusspunkt zum 8:3-Endstand.

Alleenhalle in Tollhaus verwandelt

Am Vortag hatten die Weißer-Schützlinge die Alleenhalle mit ihrem ersten Saisonsieg bereits in ein Tollhaus verwandelte: Huber verwandelte einen Siebenmeter zur Führung, ehe nach einem Frankfurter Doppelschlag Raphael Schmidt und David Hanel die Partie zur Pause wieder in eine 3:2-Führung drehten. Matthias Schurig legte nach dem Seitenwechsel nach, ehe Huber mit einem Siebenmeter zum 5:2 traf. Jedoch nicht die Entscheidung herbeiführte – die Frankfurter kamen auf 4:5 heran. „Wir waren voll konzentriert und hatten mit einer starken kämpferischen Leistung Frankfurt im Griff“, meinte der Ludwigsburger Präsident, „aber erst nach einem erfolgreich verwandelten Konter von Baitis in der Schlussphase war der Dreier sicher.“

Die Ludwigsburger müssen nun am letzten Spieltag beim titelambitionierten Mannheimer HC gewinnen und auf die Konkurrenz hoffen.