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Prominente Reiter
Internationales Ludwigsburger Dressurfestival: Isabell Werth und Co. auf dem Monrepos

Isabell Werth. Foto: dpa
Isabell Werth. Foto: dpa
Weltklassereiter und Spitzenpferde gastieren von Donnerstag bis Sonntag auf dem Gelände der Domäne Monrepos. Beim 2. Internationalen Ludwigsburger Dressurfestival werden auf dem eigens für das Turnier errichteten Sandviereck vor dem Seeschloss Olympiasieger, Welt- und Europameister im Sattel sitzen.

Ludwigsburg. Von der Premiere vor einem Jahr schwärmt Francois Kasselmann, Chef des Veranstalters Horses and Dreams Entertainment aus Hagen am Teutoburger Wald, in den höchsten Tönen. Das herrliche Ambiente und die positive Stimmung der Zuschauer hinterließ auch bei den Reiterinnen und Reitern einen nachhaltigen Eindruck.

Die Idee, auf der Festinwiese großen Pferdesport zu zeigen, geistert bei Gastgeber Reit- und Fahrverein Ludwigsburg Monrepos schon einige Zeit durch die Köpfe, insbesondere beim Vorsitzenden Werner Hildenbrand. Dieser ist seit Jahren freundschaftlich mit Uli Kasselmann verbunden, dem Seniorchef von Horses and Dreams.

Launiger Rotwein-Abend bringt Stein ins Rollen

Hildenbrand ließ die Idee an einem launigen Rotwein-Abend anklingen und rannte offene Türen ein. „Wie groß die Kasselmänner das dann umgesetzt haben, das hat mich selbst überrascht“, hätte sich der RFV-Vorsitzende eine solche Dimension nicht vorstellen können. Im weißen VIP-Zelt bezifferte Kasselmann vor einem Jahr den finanziellen Aufwand auf 800000 bis eine Million Euro.

Werner Hildenbrand hat den Eindruck gewonnen, dass der renommierte Veranstalter Horses and Dreams, sonst meist in Norddeutschland unterwegs, mit dem Turnier in Ludwigsburg „auch Präsenz im Süden zeigen will“. Die Konstellation am Monrepos ist ideal: Herzog Michael von Württemberg stellt sein Gelände gerne zur Verfügung, das Schlosshotel übernimmt engagiert die Versorgung der zahlreichen Gäste, der RFV Ludwigsburg rekrutiert eine große Schar ehrenamtlicher Helfer, und beim Grand Prix Special, einer Vier-Sterne-Prüfung, geht es am Sonntag um den Großen Preis der Stadt Ludwigsburg.

„Das Flair in Ludwigsburg sucht seinesgleichen.“

Der Turnierleiter des RFV, Harry Blum, ist begeistert vom Elan seiner Mannschaft: „Wir haben im Moment 140 Helfer über die vier Tage der Veranstaltung, die alle schon fest in verschiedene Bereiche eingeteilt sind.“ Ein besonderes Erlebnis war wieder der Aufbau des Dressurvierecks, für das 380 Tonnen einer Sand-Textil-Mischung angefahren und auf der speziell präparierten Festinwiese ausgebracht wurden. Bis Donnerstag soll alles perfekt vorbereitet sein, wenn um 8 Uhr die erste Prüfung, eine Intermédiaire II, eröffnet wird. Für den Grand Prix Freestyle am Samstagabend wird extra ein Flutlicht installiert.

Zum illustren Starterfeld gehören mit Isabell Werth (dpa-Foto), Ingrid Klimke, Benjamin Werndl und Frederic Wandres, alle vier Mannschafts-Bronzemedaillengewinner der WM im August in Dänemark. Wandres erlebte „die einzigartige Kulisse“ schon im vergangenen Jahr: „Das Flair in Ludwigsburg sucht seinesgleichen.“

Jessica von Bredow-Werndl darf nicht starten

Der Doppel-Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl verweigerte der Pferdesport-Weltverband (FEI) die Starterlaubnis in Ludwigsburg. Die 36-Jährige ist nicht einverstanden mit der FEI-Auslegung der sogenannten Mutterschutz-Regel. Von Bredow-Werndl, die im August zum zweiten Mal Mutter wurde, fühlt sich ungerecht behandelt, verzichtet aber auf eine Klage.

Bei Olympia 2021 hatte von Bredow-Werndl zusammen mit Isabell Werth und Dorothee Schneider Mannschafts-Gold errungen und auch im Einzelwettbewerb vor Werth triumphiert. Schneider wird wie Werth beim Festival im Sattel sitzen.

Akteure aus 17 Nationen

Rund 130 Akteure aus 17 Nationen zeigen in unterschiedlichen Leistungsklassen ihre Darbietungen, darunter auch der 2021 sehr erfolgreiche schwedische Nationalreiter Patrik Kittel. Er kommt ebenso gern nach Monrepos zurück wie Ann-Kathrin Lindner vom RV Ilsfeld. Ein Preisgeld von rund 50000 Euro wartet auf die Besten. 160 Pferde sind in Stallzeltboxen untergebracht. Mit den Pferden der Tagesgäste bei den regionalen Prüfungen nähert sich die Zahl der Vierbeiner der 200er-Marke.

Nicht nur für die internationalen Größen bietet Ludwigsburg eine Bühne. „Auch regionale Reiter haben Gelegenheit, in diesem sensationellen Rahmen starten zu können“, freut sich Werner Hildenbrand. Er verweist auf die Zwei-Sterne-M-Prüfung am Samstag, für die das nationale Turnier des RFV im Mai als Qualifikation diente.

Aus Landessicht ist besonders interessant, dass eine Jungpferde-Tour mit Qualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal angeboten wird. Erstmalig macht der Piaff-Förderpreis für Dressurreiter bis 25 Jahre in Ludwigsburg Station. Die Finalprüfungen im Burg-Pokal der Junioren und im Pony-Master Baden-Württemberg kommen am Monrepos zur Austragung. Besonders aufregend wird es für die Buben und Mädchen, wenn sie sich im Führzügelwettbewerb erstmals vor großem Publikum präsentieren.

Zeitplan: Donnerstag, 8 Uhr: Intermediaire II (Piaff-Förderpreis-Vorbereitungsprüfung); 9.50 Uhr: St. Georg Special Klasse S; 14.15 Uhr: St. Georg; 18.15 Uhr: Klasse L*, Kandare (Einlaufprüfung zum Finale des Nürnberger Burg-Pokals der baden-württembergischen Junioren). Freitag, 8 Uhr: Intermediaire I; 11.45 Uhr: Grand Prix (Qualifikation für GP Freestyle oder GP Special); 17.15 Uhr: DSP-Fohlenpräsentation; 18.30 Uhr: Pony-Prüfung Klasse L**, Trense; anschließend Training CDI 4* Freestyle unter Flutlicht. Samstag 8 Uhr: Klasse L**, Kandare (Finale des Nürnberger Burg-Pokals der baden-württembergischen Junioren); 10 Uhr: Klasse S***, U25 Grand Prix; 12.15 Uhr: DSP-Fohlenpräsentation; 13 Uhr: Klasse M**; 15.15 Uhr: St. Georg Special (Finalqualifikation zum Finale Nürnberger Burg-Pokal 2022); Verleihung Goldenes Reitabzeichen an Moritz Treffinger; 18.30 Uhr: Grand Prix Freestyle unter Flutlicht; 21.30 Uhr: „Ihre Majestäten“ DSP-Fohlenauktion. Sonntag, 8 Uhr: Pony-Prüfung Klasse L**, Kür auf Trense; 10.15 Uhr: Führzügelwettbewerb (Nürnberger Burg-Pokal); 12.15 Uhr: Grand Prix Special**** um den Großen Preis der Stadt Ludwigsburg.