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Ludwigsburger Schützen auf Erfolgswelle

Fahren zur EM: Julia Hochmuth und Kevin Venta.Foto: privat
Fahren zur EM: Julia Hochmuth und Kevin Venta.Foto: privat
Die Luftpistolenspezialisten der Schützengilde Ludwigsburg schwimmen auf einer Erfolgswelle. Nach dem Einzug in die Bundesliga-Endrunde qualifizierten sich sechs Akteure für die Europameisterschaft Ende Februar in Polen.

Ludwigsburg. Die deutschen Farben werden in Wroclaw Julia Hochmuth und Kevin Venta vertreten. Die Schwestern Céline und Sandrine Goberville haben sich Plätze im französischen Team erkämpft. Für Island tritt Asgeir Sigurgeirsson an und auch Italiens Routinier Giuseppe Giordano hat sich das EM-Ticket gesichert. Die bemerkenswerte Ausbeute passt zum 175-jährigen Bestehen der SGi in diesem Jahr.

Mit einer konstanten Leistung (570 Ringe, 572, 570) in den drei Qualifikationswettkämpfen am vergangenen Wochenende in Ostfildern-Ruit erkämpfte sich Julia Hochmuth mit insgesamt 1712 Ringen Platz 1 bei den Frauen. Zweite wurde die Regensburgerin Monika Karsch (1707) vor Andrea Heckner (1706/Hitzhofen). Die mitfavorisierte Sandra Reitz landete mit 1695 überraschend nur auf Rang 6. In Polen werden Titel im Einzel, Mixed und in der Mannschaft vergeben.

Es war der erste Sieg für Hochmuth bei einer EM-Qualifikation. Mit 49 sogenannten Innenzehnern bestätigte sie ihre gute Verfassung in den Bundesligaduellen. „Das Wochenende war wahnsinnig anstrengend“, beschrieb Julia Hochmuth die dreimal sechs Zehnerserien. „Platz 3 war das Ziel. Ich hätte nicht gedacht, dass diese drei Ergebnisse reichen, um sich zu qualifizieren.“ Ihre beiden Konkurrentinnen leisteten sich Durchhänger, Hochmuth biss sich jedoch auf ihrem Level fest.

Kommende Woche steht ein Trainingslager in München auf dem Programm, danach folgt in der bayerischen Metropole ein stark besetzter internationaler Wettkampf. „Zwischendurch wollen wir das Bundesligafinale gewinnen“, wirft Hochmuth gleich noch einen kecken Blick auf das Highlight der Schützengilde Anfang Februar in Rotenburg an der Fulda, wo Ludwigsburg als Titelverteidiger antritt.

Kevin Venta machte es in Ruit richtig spannend. Hinter Michael Schwald (1738 Ringe/Lörrach) und Robin Walter (1733/Reichenbach) kam Venta ringgleich mit Matthias Holderied (beide 1728) ins Ziel und durfte aufgrund seiner besseren ersten Serie (575:573) jubeln. „Es war einer der schwierigsten Wettkämpfe meines Lebens“, schilderte der 29-Jährige die nervenaufreibende Endphase.

„Mit den letzten fünf Schüssen hatte ich Probleme, weil mir die Knie gewackelt haben. Immer wenn ich die Waffe gehoben habe, haben die Knie zu zittern begonnen“, erzählte der in Pforzheim wohnende Venta. Als für die letzten fünf Versuche nur noch zweieinhalb Minuten zur Verfügung standen, feuerte Julia Hochmuth ihren Teamkollegen an. Mit einer Sieben (!) und einer Neun rettete sich Venta mit letzter Kraft auf Platz 3. Seinen letzten Schuss löste er sieben Sekunden vor Ablauf der 75 Minuten aus – was für ein Krimi!

Bei einer Europameisterschaft tritt Kevin Venta nach 2019 zum zweiten Mal für Deutschland an. Zuvor hatte er schon mehrfach Slowenien bei kontinentalen Titelkämpfen vertreten.