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Masur gewinnt in Schwieberdingen

Titelverteidiger im Finale gegen Kevin Krawietz souverän – Zukunft des Turniers ungewiss

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Turniersieger Daniel Masur. Foto: Baumann

Schwieberdingen. Der Tennis Grand Prix von Schwieberdingen hat einen würdigen Sieger: Davis-Cup-Spieler Daniel Masur (23) aus Bückeburg schlug in einem nur im zweiten Satz spannenden Finale den Coburger Kevin Krawietz (25) nach 68 Minuten mit 6:2, 7:5. Damit sicherte sich der in München lebende Niedersachse seinen zweiten Schwieberdingen-Titel nach 2016.

Bereits am Samstag hatten sich die beiden Finalisten den Doppeltitel gesichert, als sie das deutschfranzösische Duo Kai Wehnelt und Sebastien Boltz mit 4:6, 6:2, 7:6 (10:2) besiegten. Mit seiner starken Vorhand dominierte der Niedersachse das Finale vom ersten Ballwechsel an. Immer wieder gelangen ihm direkte Punkte. Von der Angriffswucht offensichtlich beeindruckt, suchte der Franke sein Heil ohne großen Erfolg in der Defensive. Nach 22 Minuten verwandelte der amtierende Deutsche Meister den ersten Satzball.

Im zweiten Durchgang konnte Krawietz das Match offener gestalten. Bei 3:3 gelang dem Franken ein Break, doch es gelang ihm nicht den Vorsprung ins Ziel zu bringen. Mit einem Doppel-Break bei 4:5 und 6:5 sicherte sich Daniel Masur die 2 160 Dollar Preisgeld und 18 Weltranglistenpunkte. Für Krawietz blieben 1 272 Dollar Preisgeld und 10 Punkte für die Weltrangliste.

Wie es bei den Future-Turnieren mit Preisgeld und Punkten weitergehen wird, steht momentan noch in den Sternen. Sicher ist nur, dass es ab 2019 für die mit 15 000 Dollar Preisgeld dotierten Veranstaltungen keine direkten Weltranglistenpunkte mehr gibt. Ab 2020 gilt diese Regelung auch für die 25 000-Dollar-Turniere. Punkte gibt es erst wieder bei den Challenger-Turnieren der Spielerorganisationen ATP und WTA. Der Weltverband ITF veranstaltet dann nur noch Turniere für die noch zu installierende Transition-Tour, auf der junge Spielerinnen und Spieler Bonuspunkte für die Weltranglisten verdienen können.

Sabine Schulz, Supervisor beim Südwestbank Tennis Grand Prix, ist ratlos: „Wir wissen nichts. Hier in Schwieberdingen wurde ich ständig von Spielern gefragt, wie’s weiter geht, konnte aber keine seriöse Antwort geben.“ Das Chaos ist also programmiert. Für David King, Turnierdirektor der Traditionsveranstaltung in Schwieberdingen, ist denn auch guter Rat teuer. „Im Hinblick auf 2019 kann ich versuchen, neue Sponsoren zu finden und die alten zum Weitermachen überreden. So könnten wir kurzfristig vielleicht das Preisgeld auf die geforderten 25 000 Dollar anheben. Das ist im Moment auch der Plan.“

Wie dem gebürtigen Amerikaner geht es auch den meisten anderen Turnierveranstaltern. King: „Ich weiß, dass einige Turniere aufgeben werden. Andere, wie Nussloch, haben schon auf 25 000 Dollar erhöht.“ Die Zukunft des Tennis unterhalb der Top-Turniere bleibt also spannend.