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Hockey

Mit freiem Kopf ins Schwabenderby

Der HC Ludwigsburg trifft in der 2. Feldhockey-Bundesliga im Derby auf die Stuttgarter Kickers. Mit dabei ist auch wieder Philip Bleibaum, der den HCL nicht nur als Spieler der ersten Mannschaft verstärkt.

Neuzugang Philip Bleibaum (Mitte, mit Ball) – hier im Trikot des HTC Würzburg – steht dem HCL wieder zur Verfügung. Foto: privat
Neuzugang Philip Bleibaum (Mitte, mit Ball) – hier im Trikot des HTC Würzburg – steht dem HCL wieder zur Verfügung. Foto: privat

Ludwigsburg. Spielt Philip Bleibaum oder spielt er nicht? Diese Frage musste Daniel Weißer, der Trainer des Feldhockey-Zweitligisten HC Ludwigsburg, in den letzten Wochen beinahe wöchentlich beantworten. „Ich beende gerade mein Lehramt-Studium in Bayern, da stehen in den nächsten zwei Wochen noch die Abschlussprüfungen an“, berichtet Bleibaum. „Entsprechend habe ich den Kopf nicht immer ganz frei zu spielen.“ Zudem sei es immer eine Abwägung des Risikos, ob er eine mögliche Quarantäne und somit die Teilnahme an den Prüfungen aufs Spiel setzt. Am Samstag (16 Uhr) im Derby gegen die Stuttgarter Kickers wird Bleibaum aber für die Ludwigsburger auflaufen – anders als noch vergangene Woche in Berlin.

„Ich habe schon gehört, dass das Derby immer etwas anderes ist“, berichtet der 28 Jahre alte Neuzugang über das anstehende Spiel gegen die Kickers. „Da entscheidet nicht unbedingt, wer die bessere Mannschaft hat, sondern wer den Sieg mehr möchte.“ Vergangenes Wochenende fehlte Bleibaum noch beim Doppelspieltag in Berlin. Ohne ihn erreichte der HCL dabei das Minimalziel und holte drei Punkte aus zwei Partien.

Weißer bemüht sich lange um Bleibaum

Damit Coach Weißer überhaupt seit Sommer auf Bleibaum zählen kann, hatte er in der Vergangenheit bereits mehrfach beim ehemaligen Spieler des Regionalligisten HTC Würzburg angefragt. Es sei sogar eine Überlegung Bleibaums gewesen, als Spieler unter der Woche ins Training nach Ludwigsburg zu pendeln. Mittlerweile habe man aber eine in seinen Augen deutlich bessere Lösung gefunden: Bleibaum arbeitet beim HCL als Trainer der männlichen U8 und U10 sowie als Talenttrainer. „Das hat sich ergeben, weil ich im letzten Jahr meine A-Lizenz gemacht habe und mit Daniel Weißer immer wieder in Kontakt war. Das hat sehr gut zusammengepasst“, sagt Bleibaum.

Beim HCL habe er nun laut eigener Aussage sehr professionelle Strukturen vorgefunden: „Ich freue mich richtig darauf, hier zu arbeiten und Neues zu lernen. Alles ist sehr gut strukturiert und organisiert“, so Bleibaum. Und auch sportlich scheint mit der Mannschaft des HCL noch einiges möglich zu sein – auch wenn sich Bleibaum damit noch nicht so richtig befasst hat, was er als Saisonziel aussprechen würde. „Aber da wir letztes Jahr im Herbst schon so viele Punkte gesammelt haben, sieht es so aus, als ob wir in die Aufstiegsgruppe kommen.“

Die jeweils besten fünf Teams der Zweitliga-Gruppen Süd und Nord spielen im Frühjahr 2021 um den Aufstieg. Der HCL steht derzeit auf dem vierten Rang der Gruppe Süd, mit 8 Punkten Vorsprung auf Platz sechs.

Das Wort „Aufstieg“ umkurvt Bleibaum bei der Frage, was der HCL dann erreichen kann, allerdings geschickt. „In diese Runde reinkommen, dann enge Spiele mitspielen und so lange wie möglich versuchen, Frankfurt und München eng zu verfolgen“, sagt Bleibaum.

Bleibaum gibt sich selbstkritisch

Bis es so weit ist, müsse er sich aber noch an das Niveau in der zweithöchsten Spielklasse gewöhnen. „Ich merke, dass mir ein bisschen die Erfahrung in der zweiten Liga fehlt“, sagt er selbstkritisch, weiß aber auch: „Ich glaube, dass ich aufgrund meines Alters der Mannschaft einiges an Pluspunkten bringen kann, wenn ich mich besser eingewöhnt habe“, kündigt der 28-Jährige an.

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