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Motorsport
Rallye Dakar: Rennfahrer Walcher erfüllt sich Traum in der Wüste

Markus Walcher. Foto: Walcher Racing Team
Markus Walcher. Foto: Walcher Racing Team
409 Teilnehmer haben sich am 1. Januar auf die 8423 Kilometer lange Strecke der diesjährigen Rallye Dakar gemacht, darunter auch das Stuttgarter Walcher Racing Team. Kommt der kleine Privatrennstall am Freitag in Saudi Arabien unfallfrei durch, ist das große Ziel erreicht.

Stuttgart. Wenn die diesjährige Rallye Dakar am Freitag mit der letzten Etappe in Dschidda, Saudi Arabien, ihr Ende findet, geht es für Markus Walcher nur um eines: „Für uns ist das große Ziel anzukommen, vorne mitzufahren ist total außer Reichweite“, sagt der Pilot des Stuttgarter Rennstalls Ravenol Motorsport/Walcher Racing Team am Donnerstag nach der zehnten von 12 Etappen im Telefongespräch mit unserer Zeitung.

Denn anzukommen ist keineswegs selbstverständlich. Die Rallye Dakar gilt als anspruchsvollstes Langstreckenrennen abseits der Straße. „Es kann alles Mögliche passieren. 2018 mussten wir zum Beispiel mit Motorschaden abbrechen“, erklärt Walcher. Der 33-Jährige nimmt zum dritten Mal teil. 2020 gelang ihm erstmals die Zieleinfahrt.

Auch in diesem Jahr gab es schwierige Momente: Drei Plattfüße innerhalb von 100 Kilometern, gerissene Bremsleitung, Kollision, gerissenes Lager einer Keilriemenrolle – so lautet bisher die Bilanz. Repariert wird meist auf offener Strecke, manchmal mit Unterstützung anderer Teams oder eines Servicewagens. Da Walcher ausgebildeter Kfz-Mechatroniker ist, hat er genügend Fachwissen. Größere Arbeiten werden abends im Fahrerlager von Mechanikern erledigt, oft die ganze Nacht, während sich die Fahrer erholen.

Walcher kann dabei auf die Unterstützung seines Vaters Gerhard zählen. Der 65-Jährige fuhr selbst acht Mal mit dem Motorrad bei der Rallye Dakar mit und begleitet seinen Sohn und dessen Beifahrer Stephan Stensky nun als Mechaniker. Hauptberuflich führen Vater und Sohn ein Fahrradgeschäft in Deizisau. „Durch meinen Vater bin ich mit dem Rallye-Sport aufgewachsen. Seit ich denken kann, träume ich davon, auch hier mitzufahren“, betont Walcher.

Größere Unfälle sind bisher ausgeblieben. Der größte Zwischenfall war ein Überschlag 2020. Dennoch sagt Walcher: „Die Mischung aus langen Etappen und hoher Geschwindigkeit wird gefährlich, wenn die Konzentration nachlässt.“

Am Freitag geht es mit dem Nissan VK56 auf die letzte Etappe. Die genaue Streckenbeschreibung erhalten Walcher und Co-Pilot Stensky erst kurz vor dem Start. „Dann geht es für meinen Beifahrer darum, den Weg richtig zu finden. Ich muss mich darauf fokussieren, Schäden zu vermeiden.“ Der Sieg ist Nasser Al-Attiyah kaum zu nehmen. Der Katarer hat fast eine halbe Stunde Vorsprung.