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Entschädigung

Staatshilfe kommt bei Proficlubs an

Die Proficlubs im Landkreis Ludwigsburg sind froh über die staatlichen Coronahilfen. Die MHP-Riesen Ludwigsburg, die Bietigheim Steelers und die SG BBM Bietigheim können dank der Hilfen ihren Spielbetrieb finanzieren.

Betrieb auf dem Eis, leere Tribüne: Vor allem Proficlubs im Basketball, Handball und Eishockey sind von Zuschauereinnahmen abhängig. Foto: Baumann
Betrieb auf dem Eis, leere Tribüne: Vor allem Proficlubs im Basketball, Handball und Eishockey sind von Zuschauereinnahmen abhängig. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Die Profiligen im Basketball, Eishockey oder Handball können mit den 200 Millionen Euro an Coronahilfe zunächst (über-)leben. Ein Problem ist jedoch die Deckelung auf einen Höchstbetrag von 800 000 Euro pro Club. „Gerade für die größeren Ligen, die am härtesten getroffen werden, ist die Deckelung sehr hinderlich, da die Ausfälle erheblich höher sind“, hieß es in einer Stellungnahme der Deutschen Eishockey Liga am Mittwoch.

Wenn die Gelder aus der staatlichen Soforthilfe „ohne Deckelung auf 800 000 Euro und nur nach dem 80-Prozent-Prinzip“ verteilt würden, seien die 200 Millionen Euro für die Saison 2020/21 in den betroffenen Ligen ausreichend, hieß es in der DEL-Erklärung. Die Hilfe sieht vor, dass ausbleibende Zuschauereinnahmen wegen der Pandemie von April bis Dezember 2020 zu 80 Prozent erstattet werden sollen.

Der Höchstbetrag pro Verein wird durch die EU-Beihilfeverordnung eingeschränkt. Diese „gebe zwar Spielraum, aber das ist Gegenstand der aktuell laufenden Verhandlungen“, erklärte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga.

Nach Auskunft des für die Corona-Sportförderung zuständigen Bundesministeriums des Innern sind bis zum vergangenen Montag rund 55 Millionen Euro an die Vereine geflossen. Die Proficlubs aus dem Landkreis haben bereits einen Bescheid über die Auszahlung bekommen. Das ergab eine Umfrage unserer Zeitung.

So erhält der Basketball-Bundesligist MHP-Riesen Ludwigsburg 700000 Euro an Fördergeldern. Das gab der Verein gestern auf Nachfrage bekannt. Der Prozess, an das Geld zu kommen, habe sich ein wenig gezogen, das sei jedoch keineswegs unerwartet gekommen, sagt Pressesprecher Lukas Robert. Darüber hinaus sei nach aktuellem Stand nicht geplant, weitere Förderungen zu beantragen.

„Der Spielbetrieb wäre definitiv nicht möglich ohne diese Hilfen“, betont Volker Schoch, Geschäftsführer des Eishockey-Zweitligisten Bietigheim Steelers. „Es ist ein Teil der Hilfsmodule, die wir brauchen. Um zu überleben, brauchen wir auch die Unterstützung der Fans, der Sponsoren und der Kommune.“ Wie hoch die Fördersumme genau ist, will Schoch nicht sagen. Der Betrag dürfte jedoch zwischen 350000 und 400000 Euro liegen. „Die Auszahlung wird noch im November erfolgen. Wir brauchen das Geld“, betont Schoch, der nicht davon ausgeht, dass im Januar mit Zuschauern gespielt werden darf, und deshalb auf weitere Hilfen hofft.

Auch der Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim wurde kürzlich über die Auszahlung der Fördergelder informiert. „Das hilft uns und man darf es nicht als selbstverständlich sehen. Wir wissen das sehr zu schätzen“, sagt Geschäftsführer Bastian Spahlinger. Schätzungsweise 200000 Euro dürfte die SG bekommen. „Trotzdem ist es schade, dass die Zuschauer nicht in die Arenen dürfen, das verändert den Sport und tut uns dennoch finanziell weh.“ Spahlinger hofft auf baldige Rückkehr der Fans und verweist auf Studien, wonach das Infektionsrisiko bei entsprechend reduzierter Zuschauerzahl gering sei. „Der Ansatz darf nicht sein, nach nächsten Geldern zu schauen. Wir müssen unsere Hygienekonzepte vernünftig umsetzen und hoffen, dass sich die allgemeine Situation verbessert, damit wir selbst wieder Gelder generieren können.“

Vom Frauenhandball-Bundesligisten SG BBM Frauen GmbH & Co. KG wurden rund 100000 Euro beantragt. Diese Summe wurde auch bewilligt. „Dieses Geld hilft uns enorm weiter“, freut sich Geschäftsführer Torsten Nick, „aber das allein wird uns auf Dauer nicht retten. Wenn die Zuschauereinnahmen noch länger ausbleiben, was ich befürchte, benötigen wir weitere Hilfen.“ Zudem hat die SG im Frühjahr als Corona-Soforthilfe rund 35000 Euro erhalten.

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