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Stadtverbandstrainer setzen sich für Sport ein

Trotz steigender Infektionszahlen hätten sich die Ludwigsburger eine Fortsetzung des Vereinssports gewünscht

Trainer Cäsar Kiersz (rechts) und die Ludwigsburger Basketballerinnen sind noch unentschlossen, ob sie für Trainings zurück in die Halle kehren werden. Foto: Baumann
Trainer Cäsar Kiersz (rechts) und die Ludwigsburger Basketballerinnen sind noch unentschlossen, ob sie für Trainings zurück in die Halle kehren werden. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Mit der neuen Corona-Verordnung ruht spätestens seit gestern der Amateursport in Deutschland. Eine Entscheidung, der viele Trainer und Sportler nachtrauern. „Ich hätte mir gewünscht, dass der Vereinssport unter gewissen Einschränkungen weiterläuft“, sagt Leichtathletiktrainer Marco Lindner vom Ludwigsburger Stadtverband für Sport. „Wir versuchen, das Angebot für unsere Leistungsträger mit kleinen Gruppen aufrechtzuerhalten, aber in großer Masse, gerade in der Halle, können wir das nicht“, sagt Lindner. Ähnlich sieht es sein früherer Stadtverbandskollege Daniel Teufel, der mittlerweile im Nachwuchsleistungszentrum des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart arbeitet: „Der erste Lockdown hat gezeigt, dass Angebote geschaffen werden können, die coronakonform sind. Es ist schade, dass es so abrupt gestoppt wurde.“

Lediglich Kaderathleten – also Spitzensportler – dürfen aktuell in Gruppen von bis zu zehn Personen trainieren. „Wer nicht im Kader ist, aber dennoch Leistungssport macht, muss in Zweiergruppen trainieren“, sagt Lindner. Das sei für ihn mit mehr Aufwand verbunden. „Ich muss die Trainings auseinanderziehen, das kostet Zeit“, sagt Lindner, sorgt sich aber viel eher um die Nachwuchsgewinnung. „Die lag 2020 total brach. Wenn Sichtungsmaßnahmen in Grundschulen jetzt einfach fehlen, ist das sehr schade“, so Lindner.

Sowohl Lindner als auch sein früherer Stadtverbandskollege Teufel können die Entscheidung der Politik nachvollziehen, heben aber beide hervor, wie wichtig der Sport im Alltag ist. „Es führt zu physischer und psychischer Gesundheit“, sagt Teufel und fügt an: „Wir müssen uns trotzdem auf die Politik verlassen.“ Dennoch fürchtet er, dass sich Jugendliche ganz vom Sport abwenden. „Hoffentlich hat das nicht die Folge, dass sie im Alltag auf konkurrierende Maßnahmen zurückgreifen und keine Lust mehr am Sport haben“, sagt Teufel. „Die Playstation kann da einen großen Teil einnehmen“, fürchtet er als ein Beispiel des Zeitvertreibs – „oder gar andere dumme Gedanken, wie Alkohol oder was es sonst für Möglichkeiten gibt.“

Auch für Teufel steht beim VfB nicht alles still, obwohl von der U16 abwärts der Trainings- und Spielbetrieb ausgesetzt ist. „Die Jungs trainieren virtuell. Es ist irgendwann aber auch schwierig, Angebote für zu Hause zu finden. Das ersetzt nicht das Mannschaftsspiel Fußball“, sagt Teufel.

Weiterhin aufs Parkett dürften dagegen die Frauen der BSG Ludwigsburg, die in der 2. Basketball-Bundesliga spielen. „Wir haben uns aber als Verein entschieden, nicht am Wettbewerb teilzunehmen“, sagt Cäsar Kiersz, ebenfalls Stadtverbandstrainer und zugleich bei der BSG angestellt. „Wir wollen einfach nicht, dass die Zahlen noch weiter steigen“, sagt er über die Pandemie. Trainieren dürfe man zwar, „aber ob wir das wollen, müssen wir noch abstimmen“, so Kiersz über mögliche Einheiten unter strengen Hygieneregeln.

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