Logo

Volleyball

Strenge Gangart wird belohnt

Das vorzeitige Saisonende nimmt den Volleyballerinnen des MTV Ludwigsburg einen Saisonhöhepunkt. Trainer Sasa Stanimirovic blickt auf eine Saison zurück, in der er sich kurzzeitig bei seinem Team unbeliebt machen musste..

Sasa Stanimirovic muss sich als Trainer manchmal unbeliebt machen.Foto: Baumann
Sasa Stanimirovic muss sich als Trainer manchmal unbeliebt machen. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Den kommenden Samstag hatten sich die Volleyballerinnen des MTV Ludwigsburg eigentlich im Kalender markiert. Nach dem geschafften Klassenverbleib in der Regionalliga sollte dann der Saisonhöhepunkt folgen: das Finale im Verbandspokal gegen den Allianz MTV Stuttgart II. Wäre die Saison nicht aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen worden, hätte das für die MTV-lerinnen bedeutet, nach dem Ende des Ligabetriebs noch weiter zu trainieren, fit zu bleiben und dann Ende April gegen die Zweitbesetzung des MTV Stuttgart zu spielen.

„Das ist ein cooler Wettbewerb, auch weil das Finale als große Veranstaltung aufgezogen wird“, sagt Ludwigsburgs Trainer Sasa Stanimirovic. Gegen die junge Zweitligatruppe aus Stuttgart „wären unsere Chancen nicht grandios schlecht gewesen“, glaubt Stanimirovic. „Deshalb ärgere ich mich ein bisschen über den Abbruch, aber es geht halt nicht anders.

So beenden die Barockstädter die Saison auf dem sechsten Platz und halten damit auch in ihrer zweiten Regionalligasaison in Serie die Klasse. Zwei Spiele hätte man noch gehabt: gegen den Tabellennachbarn DJK Schwäbisch Gmünd und den Tabellenzweiten TV Villingen. „Die Gmünder liegen uns nicht und Villingen hat uns im Hinspiel eine ordentliche Packung mitgegeben“, sagt Stanimirovic.

Der erlebte einen sehr holprigen Start in die vergangene Saison. Sieben Spielerinnen hatten das Team vor der Saison verlassen. „Da sind wirklich Charaktere weggefallen“, sagt der Coach, der dafür sechs Zugänge mit einem Altersschnitt von gerade einmal 20 Jahren integrieren musste. Die Mannschaft habe zwar enormes Potenzial, doch genau das entwickelte sich zu Saisonbeginn zum Problem. „Die Mädels haben das gesehen und sich eigentlich mehr ausgerechnet.“ In den ersten Spielen lief aber nicht viel zusammen. Nur neun Punkte holten die MTV-lerinnen in der Hinrunde. „Du bist im Vorjahr als Aufsteiger knapp am Drittliga-Aufstieg gescheitert, dann gehen die Erwartungen in die Höhe“, weiß Stanimirovic.

Strikte Maßnahmen bringen Besserung

Um dem Negativtrend entgegenzuwirken machte er sich kurzfristig bei seinen Spielerinnen unbeliebt. Zu viele einfache Fehler in entscheidenden Phasen der Spiele brachten Stanimirovic dazu, auch im Training harte Strafen einzuführen. Technische Fehler und Aufschlagfehler wurden rigoros bestraft, beispielsweise mit Liniensprints oder Burpees (Abwechslung von Strecksprüngen und Liegestütz) für die gesamte Mannschaft. Damit wollte Stanimirovic Drucksituationen trainieren. „In dem Moment kotzt es die Mädels natürlich an. Es war schon so, dass die mich angekeift haben“, kann Stanimirovic mit einem Lachen zurückblicken. Denn seine Maßnahmen fruchteten – und, viel wichtiger: Sein Team ist nicht nachtragend. „Letztlich war das vergessen. Und wir haben hinten raus gute Aufschlagserien hingelegt.“ Am Ende reichte es dank einer starken Rückrunde für einen Platz im Tabellenmittelfeld. „Die Mädels wollten insgeheim unter die ersten drei kommen, lange waren wir aber unter den letzten drei“, fasst Stanimirovic zusammen.

Auch deshalb möchte er kein Ziel für die kommende Spielzeit ausgeben. Doch er weiß, was das Team leisten kann. „Wir haben ein talentiertes, sehr junges Team“, sagt der Trainer. Neun Spielerinnen haben bereits für die kommende Runde zugesagt. Drei Spielerinnen werden den MTV dagegen verlassen: Emily Günther, die ein Volleyballstipendium in den USA bekommen hat, Sophie Starck, die sich dem Medizinexamen widmen wird und Spielführerin Susanne Knapp, die ihre Karriere beenden wird. „Das tut am meisten weh – menschlich wie sportlich“, sagt Stanimirovic über den Abgang seiner Spielführerin.

Autor: