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Wasserball

„Suknomania“ in Neukölln

SV Ludwigsburg feiert unter den Augen seines prominenten Neuzugangs ersten Saisonsieg

Noch müssen die Ludwigsburger Wasserballer auf den Einsatz von Sandro Sukno warten – in Berlin saß er schon am Beckenrand. Archivfoto: dpa
Noch müssen die Ludwigsburger Wasserballer auf den Einsatz von Sandro Sukno warten – in Berlin saß er schon am Beckenrand. Foto: dpa

Ludwigsburg/Berlin. Da saß er nun, der Top-Transfer des SV Ludwigsburg. Sandro Sukno, seines Zeichens kroatischer Olympiasieger 2012 in London und Welt-Wasserballer des Jahres 2017, hatte als Mannschaftsbetreuer für die Ludwigsburger Bundesligawasserballer auf dem weißen Stuhl Platz genommen. Die Beine überkreuzt, studierte der ehemalige kroatische Nationalspieler im schwarzen Polo-Vereins-T-Shirt den Auftritt seiner Mannschaft beim Rückrundenauftakt gegen die SG Neukölln Berlin genau.

Nach dem Spiel, so berichten Augenzeugen, war unter den SVL-Spielern in einem Berliner Pub eine regelrechte „Suknomania“ ausgebrochen. Selfies mit dem einstigen Star wurden reihenweise gemacht, selbst SVL-Vorstand Matthias Nagel hatte es sich nicht nehmen lassen, anlässlich der für Ludwigsburger Verhältnisse außergewöhnlichen Premiere in die Sport-Schwimmhalle nach Berlin-Schöneberg zu reisen.

Am Ende feierten die SVL-Wasserballer um Coach Milosav Aleksic, der den gesperrten Adrian Javkovcev vertrat, mit dem 10:8 bei der SG Neukölln den ersten Pro-A Bundesligasieg. Jakovcec hatte sich im letzten Spiel des Vorjahres beim Spiel in Hannover despektierlich gegenüber den Schiedsrichter geäußert und die Rote Karte gesehen.

Der von Ludwigsburger Vereinsseite versprochene Spieleinsatz von Sandro Sukno blieb jedoch in Berlin aus. „Es gab Komplikationen beim Spielerpass. Wir warten noch auf die Bestätigung des kroatischen Wasserballverbandes und seines aktuellen Vereins Jug Dubrovnik“, sagte Jakovcev. „Wir sind aber guter Dinge, dass sie diese Woche über die Bühne geht“.

Sollte die Genehmigung eintreffen, dürfte Sandro Sukno, der seine Trainer-A-Lizenz in Zagreb absolvieren möchte, künftig zu den Auswärtsspielen eingeflogen werden. Trainingseinheiten würde der 29-Jährige, für den auch die Rolle des Spielertrainers beim SVL vorgesehen ist, vor den Heimspielen in Ludwigsburg absolvieren.

Auch ohne den Weltwasserballer von 2017 hatte der SVL die Auswärtspartie weitgehend unter Kontrolle. Mit einer partiellen Zonenverteidigung, bei der die Ludwigsburger Wasserballer den schwächeren rechten Angriff der Berliner zum Schuss kommen ließen, entschied der SVL das erste Viertel mit 5:0.

Nino Blazevic trug mit zwei Toren dazu bei, dass sich die Barockstädter gleich am Anfang absetzen konnten. Doch dann der Einbruch: Die Gastgeber kamen auf 4:6 heran. „Mit Blazevic, Ivan Capan und Attila Beretka hatten wir gleich drei Neuzugänge im Wasser. Das braucht ein bisschen Eingewöhnungszeit“, erklärte Jakovcev. Der SV Ludwigsburg führte zum Anfang des letzten Viertels mit 10:5 und gewann am Ende mit 10:8.

Mit dem ersten Saisonsieg klettert der SVL auf den siebten Tabellenrang – mit Sandro Sukno will er alles daran setzen, in der Bundesliga zu bleiben.

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