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Deutsche Meisterschaft

SVL-Wasserballer gehen leer aus

Ludwigsburger Mannschaft wird in Potsdam trotz starker Moral nicht mit dem Einzug ins Halbfinale belohnt

Mit 10 Toren einer der besten Ludwigsburger: Marko Martinic. Foto: Baumann
Mit 10 Toren einer der besten Ludwigsburger: Marko Martinic. Foto: Baumann

Ludwigsburg/Potsdam. Matthias Nagel, Vizepräsident des SV Ludwigsburg, lässt sich eher selten bei den Auswärtspartien der Ludwigsburger Bundesligawasserballer blicken. Bei der Rückrunde um das Halbfinale der deutschen Meisterschaft in Potsdam war der ehemalige Wasserballer des SV Ludwigsburg mit von der Partie, während SVL-Manager Adrian Jakovcev auf seinem Balkon Urlaub machte. Seine Auswärtspremiere als Betreuer konnte jedoch nicht dafür sorgen, dass sich der SV Ludwigsburg für das Halbfinale qualifiziert – auch wenn es noch zur Nachholpartie gegen die Profis der Wasserfreunde Spandau 04 kommt (Termin steht noch nicht fest). Dennoch zeigte die SVL-Mannschaft am Wochenende in Potsdam eine gute Leistung, die für die ambitionierten Zukunftspläne des Vereins – der SVL peilt die Top 3 in zwei Jahren an – Mut machen: Zwar ging man gegen die Wasserfreunde Spandau 04 unter (5:14), gegen den OSC Potsdam, Deutschlands aktueller Nummer drei, zeigte der SVL aber große Moral (11:11) und gegen die SG Neukölln Berlin folgte der erwartete Pflichtsieg (13:8).

Zudem stach Luka Vulovic mit starker Defensivarbeit hervor, Marko Martinic erzielte zehn Tore bei den Ludwigsburgern. „Das Spiel gegen Potsdam hat gezeigt, dass wir an Platz drei nah dran sind. Uns fehlt nur noch die Routine, die mit der Zeit kommen wird“, sagte Nagel.

Harter Kampf gegen Potsdamjenseits des Erlaubten

In der zweiten Partie gegen den OSC Potsdam, in der der SVL einen Zehn-Tore-Sieg für den Halbfinaleinzug benötigt hätte, präsentierte sich die Mannschaft von SVL-Kapitän Ivan Pisk auf Augenhöhe. Wobei es auch körperlich zur Sache ging: Beim Stand von 5:5 im zweiten Viertel verpasste der in dieser Saison aus Kroatien eingetroffene SVL-Neuzugang Kristijan Lipar Potsdam-Center Ferdinand Korbel einen Faustschlag ins Gesicht. Aus der Nase von Korbel lief Blut. Sowohl der Potsdamer Center als auch Lipar wurden nach ihrer Auseinandersetzung für den Rest des Spiels verwiesen. „Die Szene hat gezeigt, dass Ludwigsburg nicht unbedingt mit fairen Mitteln zugreift“, sagte OSC-Spieler Lukas Küppers.

Danach drohte der SVL, im dritten Viertel beim Stand von 6:9 den Faden zu verlieren. Im letzten Viertel dann die Wende: Diesmal traf der SVL vorne alles, während die Gastgeber einen Vier-Tore-Vorsprung aus der Hand gaben. „Ludwigsburg hat unsere Unaufmerksamkeit in der Defensive ausgenutzt“, sagte Küppers.

Die Möglichkeit zum Sieg verpasste SVL-Spieler Domagoj Mijatovic fünf Sekunden vor Schluss. „Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden“, sagte SVL-Co-Trainer Aleksa Manic. Obwohl die Barockstädter das Halbfinale aus spielerischer Sicht sicher verpasst haben, gibt es auf dem Papier ein mögliches Nachspiel.

Der SVL hat für die Corona-bedingte Absage aus der Hinrunde am 20. März beim Auftakt gegen Wasserfreunde Spandau 04 beim Deutschen Schwimmverband (DSV) Einspruch eingelegt: Darin fordern die Ludwigsburger Nachholspiele gegen den OSC Potsdam und die SG Neukölln Berlin. Grund: Bis auf den SVL wurden alle Mannschaften bereits vom positiven Coronafall bei den Berlinern vor Auftakt informiert. „Formell kann es zur Wiederholung kommen. Allerdings haben wir vom DSV bisher keine Antwort bekommen“, so Nagel. Sollte der Einspruch erfolglos bleiben, müssen die SVL-Wasserballer in der Relegation um den Verbleib in der Pro A der Bundesliga am 5. Mai ran. Der Spielort steht noch nicht fest.

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