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Nationale Titelkämpfe

Tanzmeisterschaften ohne Ludwigsburger Traumpaar

Dominik Kirchniawy und Maria Novikova, vier Jahre lang sehr erfolgreich für den 1. TC Ludwigsburg auf dem Tanzparkett unterwegs, werben in schönster Pose auf Plakaten und Werbeflyern für die deutschen Einzelmeisterschaften im Forum am Schlosspark. Doch wieder einmal hat die Realität den TCL-Organisatoren einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht.

Ludwigsburg. . Das Standard-Traumpaar Kirchniawy/Novikova, das 2017 bei der Einzel-DM bis auf Platz 10 vorgedrungen war, gibt es nicht mehr, es wird folglich bei den Einzelmeisterschaften am Samstag, 3. November, nicht dabei sein. Dominik Kirchniawy hat sich im August aus dem Tanzsport zurückgezogen, weil er dem Lehramtsstudium an der Universität Stuttgart absolute Priorität einräumen will.

Das Ausscheiden des engagierten Kapitäns stellt für das Trainerehepaar Norman und Dagmar Beck auch im Hinblick auf die Formation einen herben Verlust dar. Aufgrund weiterer Ausfälle hatten sie wie so oft alle Hände voll zu tun, um wieder acht Paare auf die Beine zu stellen. Schon am 10. November tritt das umformierte Team bei den deutschen Titelkämpfen der Standardformationen in Braunschweig an. Maria Novikova bleibt an Bord.

Dominik Kirchniawy wechselte im Sommer von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg an die Universität Stuttgart. Der 24-Jährige studiert Physik, Naturwissenschaften und Technik und hat das Gymnasiallehramt im Visier. „Ich will meine Zielstrebigkeit aus dem Sport ins Studium übertragen, um dieses mit einem guten Abschluss zu beenden“, unterstreicht Kirchniawy. Zeit für das Leistungstanzen bleibe keine mehr.

„Masha hat Verständnis gehabt“, bedankt sich Kirchniawy bei seiner Tanzpartnerin, mit der er in der Formation 2015 deutscher Meister und Weltmeister wurde, 2017 erneut in Deutschland ganz oben stand und in diesem Jahr bei der EM in Sotschi (Russland) Silber errang. Als Einzelpaar gehörten Kirchniawy/Novikova dem Bundes-A-Kader an.

Selbstkritisch räumt der junge Mann mit polnischen Wurzeln ein: „Je besser man wurde, umso mehr hat man den Fokus aufs Training gelegt. Anfangs hat man studiert und nebenher getanzt, dann getanzt und nebenher studiert.“ Kein Wunder, dass das Studium gelitten hat. Training, Reisen, Wettkämpfe – „ich konnte die Wochenenden an einer Hand abzählen, an denen ich zu Hause war.“ Jetzt sei es an der Zeit, sich eine berufliche Basis zu schaffen. Kirchniawy zieht einen Vergleich mit den Verhältnissen in Osteuropa: „In Russland, Litauen oder Weißrussland ist Tänzer ein Job, man wird vom Staat gefördert. Die haben es da leichter.“ Seit einiger Zeit ist Kirchniawy mit Olga Woltschanskaja liiert, die ebenfalls der erfolgreichen TCL-Formation angehörte. Auch die 29-jährige Lehrerin am Robert-Bosch-Gymnasium in Gerlingen hat einen Schlussstrich unter den Dauerstress mit Beruf und Leistungssport gezogen. Der TCL-Truppe fehlt also nicht nur der Kapitän, sondern mit der gebürtigen Russin Woltschanskaja auch die erfahrenste Tänzerin.