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Interview
Vaihinger Radprofi Alexander Krieger: „Wir sind bei der Tour auf dem höchsten Level“

Knapp geschlagen: Jasper Philipsen (rechts) überquert die Ziellinie als Dritter hinter Etappensieger Dylan Groenewegen (Mitte ) und dem zweitplatzierten Belgier Wout Van Aert (2. v. l.). Der Slowake Peter Sagan (l.) wird Vierter. Foto: Daniel Cole/AP
Knapp geschlagen: Jasper Philipsen (rechts) überquert die Ziellinie als Dritter hinter Etappensieger Dylan Groenewegen (Mitte ) und dem zweitplatzierten Belgier Wout Van Aert (2. v. l.). Der Slowake Peter Sagan (l.) wird Vierter. Foto: Daniel Cole/AP
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Großartig ist das belgische Team Alpecin-Deceuninck, für das der Vaihinger Radprofi Alexander Krieger fährt, in Dänemark in die Tour de France gestartet. Am Ruhetag gestern nahm sich der 30-Jährige die Zeit, per Whatsapp einige Frage der Ludwigsburger Kreiszeitung zu beantworten.

Ludwigsburg. Bei seinem Heimatverein RSC Komet Ludwigsburg wird das Geschehen aufmerksam verfolgt. Wie Frank Schwartz, der frühere Vorsitzende, berichtete, meldete sich bei ihm am Donnerstag der Südwestrundfunk, auch Krieger selbst erhielt einen Anruf, etliche Zeitungen berichteten über Kriegers Werdegang.

Jasper Philipsen mit den Etappenplätzen 5 und 3, Mathieu van der Poel Fünfter der Gesamtwertung – nach drei Etappen kann sich die Leistung ihres Teams sehen lassen. Wie ordnen Sie den Auftakt ein?

Alexander Krieger: Ich würde sagen, es ist ein solider Auftakt – sowohl als Team als auch für mich selbst. Sicherlich wollten wir mehr, wir wollten die Überraschung mit einem Etappensieg, aber es hat leider nicht ganz geklappt. Da hat uns auch ein bisschen das Glück gefehlt. Wir haben die Beine, um zu gewinnen. Deshalb ist es nur eine Frage der Zeit, wann der Sieg kommt.

Am Sonntag waren Sie bei der Fernsehübertragung als letzter Anfahrer für Philipsen mit mutigem Einsatz in der Spitzengruppe zu sehen. Wie beurteilen Sie Härte, Positionskämpfe und Tempo in der entscheidenden Phase einer Tour-Etappe?

Wir sind auf dem höchsten Level. Die Dichte der Fahrer in puncto Qualität ist natürlich sehr hoch, es wird kein Zentimeter verschenkt. Es ist sehr hektisch, sehr nervös. Man sieht auch immer wieder, dass es Stürze gibt. Deswegen ist schon alles grenzwertig und es ist eine schöne Sache, wenn man heil im Ziel ankommt.

Jasper Philipsen verpasste den Etappensieg im Duell mit Dylan Groenewegen und Wout van Aert ganz knapp. Für Sie sprang mit Rang 15 auch noch persönlich eine hervorragende Platzierung heraus. Sind Sie genau auf den Punkt in Bestform gekommen?

Zur Topform fehlt noch ein kleines Stück, aber das wird schon noch kommen. Platz 15 ist irrelevant. Das sieht zwar ganz gut aus, aber das einzig Wichtige ist, dass wir eine Etappe gewinnen. Wir gehen sehr selbstbewusst heran, denn wir wissen, wir können gewinnen. Wir haben viel richtig gemacht. Es fehlte nur ein bisschen Glück, aber das wird kommen.

In einer Radsport-Fachzeitschrift wurden Sie als einer der weltbesten Anfahrer bezeichnet. Welche Gedanken gehen Ihnen dabei durch den Kopf?

Ja, das ist mein Anspruch. Ich denke, ich bin auf einem guten Weg dabei und ich bin schon in einem sehr auserwählten Kreis angekommen. Es bedarf noch besserer Form und extrem hoher Erfahrung. Aber ja, es ist mein Ziel, das ist meine Nische und ich will als Anfahrer zur Weltspitze gehören. Ich denke, ich bin schon ganz nah dran. Es macht mich sehr stolz, dass ich die Verantwortung und das Vertrauen bekommen habe.

Das Interesse der Medien an einem Tour-Starter aus dem Ländle ist schlagartig gestiegen. Waren Sie überrascht, als sich der SWR bei Ihnen gemeldet hat?

Das Medieninteresse steigt, das ist völlig normal. Die Tour mit ihrer Größe ist da schon ganz vorne mit dabei. Das zieht viel Aufmerksamkeit nach sich, überrascht war ich da jetzt nicht. Es gibt übrigens noch andere sehr, sehr berichtenswerte Radrennen auf der Welt. Und es wäre schön, wenn man das öffentlich-rechtliche Fernsehen auch außerhalb der Tour begrüßen könnte.

Wie lief der Ruhetag am Montag für Sie und Ihr Team ab?

Ruhetag – das ist bisschen länger schlafen, Radfahren, da stoppen wir auch kurz mal zu einer Kaffeepause, dann Mittagessen und Massage. Dann haben einige Leute verschiedene Termine, die es wahrzunehmen gilt. Vorbereiten auf die nächsten Tage und dann schauen wir, was da kommt. So speziell ist der Ruhetag nicht.