Logo

Weißer: „Sportvereine sollten sich nicht zu wichtig nehmen“

Daniel Weißer. Foto: Baumann
Daniel Weißer. Foto: Baumann

Ludwigsburg. „Ziemlich trostlos“, so beschreibt Daniel Weißer die derzeitige Situation beim HC Ludwigsburg. Der hauptamtliche Trainer des Hockeyclubs hat nun zwar endlich Zeit, sich um konzeptionellen Überlegungen zu widmen, doch die Auslastung wird von Tag zu Tag weniger. Beim Zweitliga-Männerteam ruht ebenso wie im restlichen Verein das Mannschaftstraining. „Es sind aber alle bei uns gesund, von dem her sind wir den Umständen entsprechend zufrieden“, betont Weißer.

Der Rückrundenstart der Feldrunde ist von Mitte April auf mindestens 9. Mai verschoben. Am Donnerstag will der deutsche Hockeybund entscheiden, ob es in den Bundesligen überhaupt weitergeht. Zudem musste der HCL seine Hockeycamps für Jugendspieler absagen und das vom Verein betriebene Hostel ist geschlossen. „Da wird Geld fehlen. Auch unsere Sponsoren müssen jetzt ebenfalls kämpfen“, erklärt Weißer. Ein existenzielles Problem sieht er für den HCL allerdings nicht. Da die Ludwigsburger ihren Spielern keine Gehälter bezahlen, wird der Schaden für den Verein am Ende wohl in jedem Fall überschaubar sein. Betroffen sind vor allem die Übungsleiter. „Wir haben da einige Baustellen, aber ich denke, dass wir mit einem blauen Auge und gestärkt aus der Situation kommen.“

Dass die Saison tatsächlich Anfang Mai schon weitergeht, glaubt Weißer kaum. „Dann müssten wir vor Ostern mit dem Mannschaftstraining beginnen. Und das ist utopisch“, sagt Weißer. Mit dem Verband wurde ausgehandelt, dass die Clubs im Falle eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs mindestens drei Wochen Vorbereitungszeit bekommen. Ohne ausreichendes Mannschaftstraining sei die Verletzungsgefahr zu hoch.

Die Männermannschaft des HCL hat auf dem zweiten Platz der 2. Feldhockey-Bundesliga überwintert. „Ein Abbruch wäre schade für die Mannschaft, wir hätten um den Aufstieg gespielt.“ Am schlimmsten träfe ein Saisonabbruch aber die Frauen, derzeit Spitzenreiter in der Oberliga. „Für die Damen wäre es eine Katastrophe. Es war fest geplant, aufzusteigen. Du verlierst ein Jahr“, betont der Trainer.

Trotz allem sieht Weißer möglichen Probleme des HCL nicht dramatisch: „Viele Menschen haben zu kämpfen. Da muss man sich eingestehen, dass es wichtigere Dinge in der Gesellschaft gibt. Da sollten sich auch die Sportvereine erstmal nicht ganz so wichtig nehmen.“

Autor: