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Corona

Wie soll es im Sport weitergehen?

Was passiert diesmal beim Corona-Gipfel? Die Szenarien des vergangenen Winters sind im Sport noch allzu präsent. Der Dachverband richtet einen klaren Appell an die Politik. In Baden-Württemberg sind die Clubs bereits jetzt von der ab heute geltenden Alarmstufe betroffen. Das heißt 2G für Zuschauer. Die Vereinschefs aus der Region sehen den Sport vor schwierigen Wochen.

Die Furcht vor sinkenden Zuschauerzahlen – hier ein Spiel in der MHP-Arena – bedrückt die Verantwortlichen der Sportvereine.Archivfoto: Baumann
Die Furcht vor sinkenden Zuschauerzahlen – hier ein Spiel in der MHP-Arena – bedrückt die Verantwortlichen der Sportvereine. Foto: Baumann

Berlin. Es sind die Abkürzungen, die in Coronazeiten im Sport längst über Wohl und Wehe mitbestimmen: MPK, 2G, 3G, 2G plus. Morgen werden von den Topfunktionären im Fußball über Eishockey, Handball und Basketball bis zu den Breitensportverantwortlichen alle gebannt auf die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) schauen. Für Clubs in Baden-Württemberg gilt schon ab heute durch die Alarmstufe: Arena-Zutritt und Sportplatzbesuch nur für geimpfte und genesene Fans.

Mit Maßnahmen wie 2G soll auch der Wille zum Impfen generell gestärkt werden. Für Fans gilt das Prinzip geimpft oder genesen bereits in zunehmendem Maße. Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident, brachte gestern im Zusammenhang mit einer Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen auch den Profifußball ins Spiel. „Ich denke, es wäre ein gutes Signal, dass wir so etwas auch für den Fußballbereich diskutieren – als Signal auch der Einheit von Fans und Spielern“, sagte der CSU-Politiker im TV-Interview.

In Söders Bundesland Bayern wie auch in Baden-Württemberg haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu Spielen. Ob es in Kürze weitere Einschränkungen geben wird – offen. Wie lange Fans Verständnis dafür haben, nur mit 2G-Regel ins Stadion zu kommen, ihre Idole aber nur einen negativen Coronatest benötigen – auch offen.

Wenn Großveranstaltungen durchgeführt würden, dann nur mit maximaler Sicherheit, die zurzeit zur Verfügung stehe, betonte RKI-Chef Wieler Ende vergangener Woche. „Am besten wäre es, wenn wir Großveranstaltungen absagen würden, ganz klar“, sagte er insbesondere mit Blick auf Menschenmengen in Innenräumen.

Der Chef der MHP-Riesen Ludwigsburg, Alexander Reil, fürchtet in diesem Zuge und aufgrund des Infektionsgeschehens weiter sinkende Zuschauerzahlen. „Wir stellen uns alle darauf ein, dass eher weniger als mehr Zuschauer kommen werden, und müssen unsere Planungen im Rahmen der Möglichkeiten anpassen. Das wird aber für viele Clubs nicht mehr möglich sein“, sagte Alexander Reil, der als Ligapräsident auch die Interessen der Basketball-Bundesliga-Clubs vertritt, im Gespräch mit unserer Zeitung. „Deswegen lautet mein Appell an die Politik: Wir müssen konkret über eine Verlängerung und Aufstockung der Coronahilfen sprechen.“ Die Clubs durften gemäß Lizenzauflage mit nur maximal 50 Prozent Auslastung kalkulieren. Doch Reil fürchte, dass selbst das nicht ausreiche. „Man hat ja feststellen können, dass viele nicht mehr gekommen sind, aus unterschiedlichen Gründen. Aber sicher haben Ängste, Befürchtungen und fehlender Komfort durch die Maske eine Rolle gespielt. Die Entwicklung, die wir jetzt haben, führt zu einer weiteren Verunsicherung und Verschärfung“, sagte Reil und betonte: „Ich kritisiere nicht die Maßnahmen. Wir müssen schließlich etwas tun.“

Das sieht auch Volker Schoch, Geschäftsführer des Eishockey-Erstligisten Bietigheim Steelers, so: „Wir müssen die Pandemie eindämmen.“ Gleichzeitig betont er: „Das Virus werden wir nicht mehr los. Wir müssen damit leben lernen.“ Für Schoch ist klar, dass es ohne oder mit nur wenigen Zuschauern nicht geht: „Wenn der Staat einschränkt oder Empfehlungen ausspricht, Großveranstaltungen zu meiden, muss wirtschaftliche Unterstützung kommen.“ Der Geschäftsführer des Handball-Zweitligisten SG BBM Bietigheim, Bastian Spahlinger, erkennt ebenfalls den Ernst der Lage: „Es ist beunruhigend. Aber wir versuchen, Maßnahmen zu treffen, die eine möglichst große Sicherheit bieten. Es ergibt auch keinen Sinn, sich komplett einzuschließen. Beim Sport kann man Ablenkung finden von der bedrückenden Situation.“

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