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Deutsche Meisterschaft Standard

Ovationen im Forum für die Tanzkünstler

Tanzsport auf höchstem Niveau erlebten mehr als 600 Ballgäste im Forum am Schlosspark. Anton Skuratov und Alena Uehlin vom TTC München krönten die Show und verteidigten souverän ihren deutschen Meistertitel im Standardtanzen.

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Das Siegerpaar: Anton Skuratov und Alena Uehlin vom TTC München.

Ludwigsburg. Nach den Landesmeisterschaften der Lateiner im Februar setzte der 1. Tanz-Club Ludwigsburg mit den deutschen Standard-Titelkämpfen das i-Tüpfelchen auf das Jahr seines 50-jährigen Bestehens. Als Präsidentin Gaby Wulff kurz vor Mitternacht im festlich dekorierten großen Saal die Besten zur Siegerehrung aufrief, gehörten auch drei Paare aus baden-württembergischen Vereinen zum gefeierten Final-Sextett.

Hinter Skuratov/Uehlin (Platzziffer 5) erkämpften Anatoliy Novoselov/Tasja Schulz-Novoselov (10) vom Schwarz-Weiß-Club Pforzheim Silber. Bronze ging an Alexandru Ionel/Isabel Tinnis (15/Bielefelder TC Metropol). Es folgten Dominik Stöckl/Madeline Weingärtner (20), Emil-Daniel Leonte/Kristina Limonova (25/ beide Tanzsportzentrum Stuttgart-Feuerbach) und Nikita Goncharov/Alina Siranya Muschalik (30/VfL Pinneberg).

41 Paare aus ganz Deutschland waren bereits am Nachmittag zur Vorrunde angetreten, darunter auch Emanuel Brajinovic und Viktoria Kiselev vom TCL. Die Nervosität beim 16-Jährigen und seiner ein Jahr jüngeren Partnerin zum Auftakt beim Langsamen Walzer war riesengroß. „Das war schwierig“, gestand Viktoria, „aber ab dem zweiten Tanz lief es.“ Tango, Wiener Walzer, Slowfoxtrott, Quickstep – „sie haben abgerufen, was sie können“, lobte Trainerin Dagmar Beck ihre talentierten Schützlinge, die bei ihrer aufregenden Premiere am Ende auf Platz 33 eingestuft wurden. Emanuel nannte beim Blick in die Zukunft als Wunschtraum: „Eines Tages mal im Finale der deutschen Meisterschaft stehen.“

Die besten 25 zogen in die erste Zwischenrunde am Abend ein, zwölf von ihnen qualifizierten sich für die Vorschlussrunde, in der die sechs Finalisten ermittelt wurden. Dabei kannten die Sportlerinnen und Sportlern nur die Art des Tanzes, nicht jedoch das spezielle Musikstück, das die Big Band der Polizei des Saarlandes intonierte.

Kreativ und flexibel

So wird deutlich, welche Reaktionsschnelligkeit und Kreativität, welche Flexibiliät und welche Übersicht auf relativ kleiner Fläche beim Turniertanzen benötigt werden. Mit Drehungen, Schwüngen und Bildfiguren buhlten die Paare um die Gunst der Wertungsrichter. Demonstriert werden soll dabei eine ausgefeilte Harmonie und die Freude am gemeinsamen Tanzen.

In Vollendung zelebrierten Anton Skuratov und Alena Uehlin die hohe Kunst. Sie sind wie das Ehepaar Novoselov für die WM am 17. November in Wien qualifiziert. „Skuratovs erklärtes Ziel: „Finale“. Befragt nach den Anstrengungen eines langen Turniertages, gab er lächelnd zu Protokoll: „Tanzen ist unser Leben, es ist überhaupt nicht anstrengend.“

Ein bisschen hat der 28-jährige gebürtige Russe da wohl geflunkert, denn was zum Beispiel beim Quickstep, dem schnellsten Standardanz, den Parkettkünstlern abverlangt wird, ist Hochleistungssport. Springen und Laufen, Schwingen und Neigen – der Quickstep vereinigt zum Abschluss des Wettkampfreigens die Elemente der anderen vier Tänze in einem wahren Feuerwerk an Tempo und Dynamik.