Logo

Tanzsport

Silbermedaille für 1. TCL lässt Standardtänzer aufatmen

Mit großen Unsicherheitsfaktoren fuhr die Standardformation des 1. TC Ludwigsburg zur deutschen Meisterschaft, mit einer glänzenden Silbermedaille kehrten die Tänzerinnen und Tänzer aus Braunschweig zurück.

350_0900_20921_TCL_2.jpg
Die Ludwigsburger Standardformation meistert alle kritischen Situationen und gewinnt Silber. Fotos: Frank Riesenberg
350_0900_20922_Standard_2.jpg
Die TCL-Lateinformation.

Braunschweig. Der neue Kapitän des 1. TC Ludwigsburg, Sergej Esau, brachte zum Ausdruck, was alle seine Teamkolleginnen und -kollegen fühlten: „Es ist eine große Erleichterung. Im Finale haben wir es geschafft, unsere Leistung auf die Fläche zu bringen.“

Als in der Volkswagenhalle in Braunschweig die Medaillen vergeben wurden, bestätigte Gastgeber Braunschweiger TSC mit einer präzisen und eleganten Darbietung seine Favoritenrolle. Mit 34,291 Zählern lag das Team klar vor Titelverteidiger 1. TC Ludwigsburg (32,250), dem im Vorfeld Verletzungen und Krankheit große Probleme bereitet hatten.

Aufgrund der stark beeinträchtigten Vorbereitung konnte das Trainerehepaar Norman und Dagmar Beck den Verlust des Titels verschmerzen. „Wir haben Silber gewonnen“, rückte Norman Beck gestern das Resultat ins rechte Licht. So empfanden es auch die Sportlerinnen und Sportler. Einige von ihnen standen zum ersten Mal in einem so wichtigen Wettkampf in einer riesigen Arena und vor großem Publikum. Dass der TSC Schwarz-Gold Göttingen (31,666) trotz aller Widrigkeiten auf Distanz gehalten werden konnte, löste großes Aufatmen im Lager des TCL aus. Die gemeisterte Nervenprobe ließ den 28-jährigen Esau positiv den kommenden Tagen entgegenblicken: „Es geht noch mehr. Wir wollen uns in zwei Wochen bei der WM gut präsentieren.“

Die Welttitelkämpfe finden am 24. November im ungarischen Pecs statt. Trainer Beck gab sich kämpferisch: „Wir wollen Deutschland immer so gut wie möglich vertreten und immer Edelmetall mit nach Hause bringen.“ Zusammen mit Braunschweig werden die Schwaben dort auf den amtierenden Weltmeister Vera Tyumen (Russland) und weitere starke Formationen aus Osteuropa treffen.

Kämpferische Energieleistung

Bei der kämpferischen Energieleistung in Braunschweig fielen etliche Pluspunkte ins Auge: Melissa Schenks großartiges Comeback binnen weniger Tage, der Biss des durch eine Muskelverhärtung gehandicapten Thorsten Stolze, der Auftritt von Pierre Kienzle nach 14-tägiger Krankheitspause. Eine Schrecksekunde im Finale bedeutete der Sturz von Ludmilla Radiush, die an der Seite von Nils-Arne Herold auf dem Parkett ausrutschte. Doch die Formation meisterte die kritische Situation. Die vergangene Trainingswoche inklusive eines Wettkampfs, in dem der TCL in der Vor- und Zwischenrunde „noch mächtig Sand im Getriebe hatte“ (Beck), forderte auch dem Trainerehepaar viel mentale Kraft ab. Schließlich galt es für den TCL, seinen Ruf als Hochburg des Formationstanzsports zu verteidigen.