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TCL und TSC zappeln im Keller

Hoffnungen der Ludwigsburger Lateinformationen in der Bundesliga gedämpft

Ludwigsburg. Der Befreiungsschlag misslang. Beim ersten Bundesliga-Durchgang der Lateinformationen in Solingen landeten die beiden Ludwigsburger Teams auf Platz 7 und 8 im Achterfeld und schweben nun in großer Abstiegsgefahr.

Mit personellen Wechseln und intensiver Vorbereitung hatten die Trainer Alexander Schwaderer/Michael Gnad (1. TC Ludwigsburg) und Klaus Pätzold (TSC Residenz Ludwigsburg) versucht, das Resultat der deutschen Meisterschaft zu korrigieren. Doch sechs der sieben Wertungsrichter sahen den TCL erneut auf dem vorletzten Rang. Noch deutlicher fielen die nackten Zahlen am Samstagabend für den TSC Residenz aus, dem sieben Mal das Schlusslicht umgehängt wurde.

Die Hoffnung, die direkten Konkurrenten FG TSZ Aachen/Boston-Club Düsseldorf und TSG Backnang stärker unter Druck zu setzen, erfüllte sich beim Auftritt in Solingen nicht. Aachen/Düsseldorf schaffte sogar den Sprung ins große Finale und wurde Fünfter. Backnang, der Lokalrivale der Ludwigsburger, heimste sechs Mal die Platzziffer 6 ein und steuert auf Kurs Klassenerhalt.

Die Erfahrung im Formations- und Wertungsgeschehen lehrt, dass es für die den 1. TCL und den TSC Residenz in den verbleibenden vier Bundesliga-Durchgängen sehr schwierig wird, das Ruder herumzureißen. Vor den Stationen Buchholz, Bremerhaven, Ludwigsburg und Bremen sieht alles danach aus, dass Ludwigsburg in der kommenden Saison nicht mehr in der Latein-Bundesliga vertreten sein wird.

Besonders bitter ist die Entwicklung für den 1. TCL, bei dem sich nach vier Jahren Zugehörigkeit das Gefühl breitgemacht hatte, sich in der Eliteklasse etabliert zu haben. Die Realität stellte sich jedoch ganz anders dar. Die Rückfahrt aus Solingen noch in der Nacht zum Sonntag war geprägt von großer Enttäuschung und dem schalen Beigeschmack, trotz variantenreicherer Choreographie und besserer tänzerischer Leistung schlechter bewertet worden zu sein als die Backnanger.

Grundsätzlich festzuhalten ist, dass die Bewertung tanzsportlicher Vorträge bis zu einem gewissen Grad immer auch Geschmackssache bleiben wird. Wenn Noten und Platzierungen nicht nach Wunsch ausfallen, gilt es aus Enttäuschung neue Motivation zu ziehen. Mit dieser Einstellung will der TCL in den nächsten Tagen wieder ins Training

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einsteigen, ebenso die Tänzerinnen und Tänzer des TSC Residenz. „Für mich ist der Weg das Ziel“, erklärte TSC-Coach Klaus Pätzold. „Ich bin stolz auf die Mannschaft, was wir auf die Fläche kriegen. Sie hat sich toll entwickelt.“ In der Vorrunde seien zwar schon noch ein paar Wackler und Unsicherheiten drin gewesen, „aber wir werden nicht müde, weiter zu kratzen und versuchen, etwas zu verändern.“

Der Kampf um die Tabellenspitze endete mit einer Überraschung. Gastgeber 1.TSZ Velbert tanzte herzerfrischend auf und überzeugte vier der sieben Juroren. Weltmeister Grün-Gold-Club Bremen blieben nur drei Einser und damit ein ernüchternder zweiter Platz. Ebenso spannend das Ringen um Rang 3: Der TSA Blau-Weiß Buchholz gewann das Duell mit der TSG Bremerhaven ganz knapp mit 4:3. Fortgesetzt wird die Bundesliga am 2. Februar in Buchholz.

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