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Formel 1

Erster Showdown zwischen den Bossen um Hamilton-Zukunft

Die Formel 1 schaut auf Toto Wolff und Mohammed Ben Sulayem. Der Silberpfeil-Boss und der neue FIA-Chef wollen sich angeblich treffen. Es geht vor allem auch um die Zukunft von Lewis Hamilton.

Lewis Hamilton
Eine Entscheidung über die Zukunft von Lewis Hamilton steht kurz bevor. Foto: Hasan Bratic/dpa

Berlin (dpa) - Der Superstar schweigt weiter, dafür kommt es zum Gipfeltreffen zwischen Mercedes-Teamchef Toto Wolff und dem neuen Weltverbandsboss. Wie die britische Zeitung «Dail Mail» berichtet, könnte die Formel-1-Zukunft von Lewis Hamilton am Freitag maßgeblich mitentschieden werden.

Dann wollen sich Wolff und Mohammed Ben Sulayem über die Geschehnisse beim Saisonfinale in Abu Dhabi austauschen, die Hamilton den achten Fahrertitel kosteten. «Das wird niemals vergessen sein. Weil es einfach Unrecht war, was Lewis widerfahren ist», sagte Wolff in einem Interview zu seinem 50. Geburtstag am Mittwoch der österreichischen «Kronen-Zeitung».

Kritik an Rennleiter Michael Masi

Dem Bericht der «Daily Mail» zufolge fordern die Mercedes-Bosse die Absetzung von Michael Masi, der als Rennleiter die umstrittenen Entscheidungen in der finalen Phase des Showdowns in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu verantworten hatte. Ob und wenn ja, an welche Bedingungen Hamilton ein Weitermachen knüpft, darüber wird kräftig spekuliert. Er hatte erst im Sommer vergangenen Jahres seinen Vertrag beim deutschen Werksteam um weitere zwei Jahre bis Ende 2023 verlängert.

«Ich hoffe sehr, dass wir ihn wieder sehen. Er ist der wichtigste Part unseres Sports», betonte Wolff und wurde mit Blick auf den 103-maligen Grand-Prix-Gewinner noch ein bisschen deutlicher: «Es wäre ein Armutszeugnis für die ganze Formel 1, wenn der beste Fahrer wegen hanebüchener Entscheidungen beschließt aufzuhören.»

Hamilton mit Social-Media-Pause

Als desillusioniert hatte Wolff sich und Hamilton in den Tagen nach dem Finale beschrieben. Wie schwer die Niederlage unter den bemerkenswerten Umständen Hamilton auch jetzt noch mitnimmt, weiß wohl nur er selbst. Der Brite, der am 7. Januar 37 Jahre alt geworden ist, hat seit einem Monat den Social-Media-Leerlauf eingelegt. Keine Postings, keine Statements, einfach nichts, während sich sein neuer Teamkollege George Russell vor wenigen Tagen erst stolz und mit breitem Grinsen in der «neuen Uniform» von Mercedes seinen Fans via Instagram präsentierte.

Wie die BBC und der Sender Sky Sport aus Großbritannien zuletzt auch berichteten, soll Hamilton seine Entscheidung vom Ausgang der Untersuchung durch den Automobil-Weltverband abhängig machen. Diese hat begonnen, wie die Fia am Donnerstag in einer Mitteilung bestätigte. Die Ergebnisse dieser detaillierten Aufarbeitung sollen im Februar der Formel-1-Kommission präsentiert und Entscheidungen darüber bei einer Sitzung des sogenannten World Motor Sport Council am 18. März in Bahrain vor dem Saisonauftakt getroffen werden.

Safety Car auf dem Prüfstand

Zudem soll sich am kommenden Mittwoch der Sportbeirat des Verbandes mit dem Einsatz des Safety Cars beschäftigen. Sport-Generalsekretär Peter Bayer soll Vorschläge zu einer neuen Formel-1-Struktur des Verbandes erstellen.

In der Untersuchung geht es vor allem um die Phase, die im letzten Rennen in den letzten Minuten eine mitreißende WM auf höchst umstrittene Weise entschied. Rennleiter Masi hatte in der Safety-Car-Phase dafür gesorgt, dass Hamiltons Rivale Max Verstappen in der letzten Runde die Chance auf ein finales Überholduell bekommen hatte. Diese hatte der Niederländer im Red Bull gekonnt genutzt und die WM am Ende einer mitreißenden Saison für sich entschieden.

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