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Fußball
George Carter mit der SpVgg Besigheim in der Relegation zur Bezirksliga: Ein Aufstieg zum Abschied?

George Carter. Foto: Baumann
George Carter. Foto: Baumann
Nach der Saison hört Trainer-Urgestein George Carter nach drei Jahrzehnten als Coach auf. Im letzten Spiel soll es für seinen Kreisligisten SpVgg Besigheim in der Relegation gegen den FC Marbach mit dem Aufstieg in die Bezirksliga klappen. Dafür muss er seinen alten Poker-Kumpel schlagen.

Ludwigsburg. Letztmals rollt heute mit den finalen Relegationsspielen der Ball in der Fußball-Saison 2021/22. Dabei kämpfen der FC Marbach und die SpVgg Besigheim um das letzte Bezirksligaticket. Für SpVgg-Coach George Carter ist es das letzte Spiel als Trainer. Mit Matteo Battista auf der FC-Bank trifft er auf einen guten Bekannten.

„Ich war jetzt 30 Jahre lang Trainer. Das reicht einfach. Jetzt will ich es ruhiger angehen lassen“, bestätigt Carter, der in den letzten sechs Monaten seiner Profession noch einmal richtig aufgedreht hat. „In der Winterpause waren wir noch Tabellenzehnter in der Kreisliga A3, haben dann aber eine tolle Rückrunde gespielt“, erzählt Carter, dessen Team die Runde schließlich noch als Zweiter hinter dem TSV Nussdorf abschloss und in der ersten Relegationsrunde den TSC Kornwestheim ausschaltete. Mit Simon Herbst, langjähriger Abwehrchef des FV Löchgau und zuletzt Spielertrainer der SGM Sachsenheim, hat Carter seinen Nachfolger selbst mit ausgesucht, denn der SpVgg bleibt er weiterhin als Sportlicher Leiter erhalten. „Natürlich lieber in der Bezirksliga, für den Verein wäre das schon wichtig. Wir wollen hoch, müssen aber nicht“, fasst er die Grundhaltung bei den Besigheimern zusammen.

„Uns wurde nichts geschenkt“

Ganz ähnlich würde dies sein heutiges Gegenüber Matteo Battista formulieren. Zwei Jahre hat er sich nach dem Abbruch der letzten Saison eigentlich gegeben, um den in den Achtzigerjahren noch in der dritthöchsten Spielklasse beheimateten FC Marbach wieder auf Bezirksniveau zu hieven. Nach dem 3:0 gegen den seitdem als Absteiger feststehenden TASV Hessigheim in der Vorwoche könnte es nun aber sogar schneller gehen.

„Jetzt braucht es nur noch einen Kraftakt und dann käme das Genießen“, sagt er und berichtet rückblickend von einer aufreibenden Saison. „Uns wurde nichts geschenkt“, findet Battista und meint damit neben dem lange währenden Dreikampf in der Staffel A1 mit Direktaufsteiger GSV Pleidelsheim und dem SV Pattonville auch die vielen Ausfälle, mit denen man zu kämpfen hatte.

Gemeinsame Pokerrunde

Beide Coaches kennen sich übrigens gut. „Wir spielen mindestens einmal im Jahr in alter Runde zusammen Poker“, erklärt Carter. Wer dabei meist die Nase vorne hat, will er aber nicht preisgeben. „George räumte beim vorletzten Mal extrem ab. Zuletzt habe ich aber sogar einen Rekord aufgestellt“, schmunzelt Battista, der in dieser Woche häufig auf das anstehende Relegationsduell angesprochen wurde. „Ich wohne schließlich in Besigheim, bin sogar Mitglied bei der SpVgg und spiele öfter in deren AH-Mannschaft mit. Scherzhaft habe ich meiner Frau schon gesagt, dass wir nächste Woche vielleicht eine neue Wohnung suchen müssen“, lacht er.

Vor dem finalen Showdown, der heute um 18 Uhr in Gebersheim angepfiffen wird, klagen beide Trainer über viele personelle Unwägbarkeiten. So bangt Carter mit Torjäger Marc Kaminski und Flügelflitzer Ulas-Can Uysal um zwei seiner Schlüsselspieler. Beim FC fehlt gar gleich ein halbes Dutzend potenzieller Stammkräfte, darunter mit Patryk Ferraro und 07-Altmeister Ali Cetin zentrale Offensivspieler.

Weitere Entscheidungen

Zeitgleich fallen auch die letzten Entscheidungen in der Relegation zu den drei Kreisligen A im Bezirk. Dabei kommt es zu folgenden Partien: TV Aldingen II – TuS Freiberg (A1, in Eglosheim), GSV Hemmingen – TSV Malmsheim (A2, in Möglingen) und Mezopotamya Bietigheim – SGM Riexingen II (A3, in Iptingen).

Am Sonntag um 15 Uhr folgen dann die letzten überbezirklichen Partien: In Renningen trifft dabei der SV Leonberg/Eltingen in der Relegation zur Landesliga auf die Elf der Aramäer Heilbronn, während der FC Wangen und die Young Boys Reutlingen in Leutkirch den letzten Verbandsligateilnehmer ermitteln. In der Relegation zur Oberliga ist der FC Holzhausen nach dem 5:0 im Hinspiel beim badischen Vertreter FC Denzlingen bereits so gut wie durch.