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Heim-Weltmeisterschaften

Seitz und Klessing verpassen Medaille

Elisabeth Seitz und Nick Klessing verpassen in ihren Gerätefinals eine Medaille klar. Seitz muss am Barren absteigen, Klessing ist trotz guter Ringe-Übung chancenlos. US-Star Biles dagegen egalisiert den WM-Medaillen-Rekord des Weißrussen Scherbo.

Am Stufenbarren
Die deutsche Turnerin Elisabeth Seitz am Stufenbarren. Foto: Tom Weller/dpa

Stuttgart (dpa) - Die deutsche Top-Turnerin Elisabeth Seitz hat bei den Heim-Weltmeisterschaften in Stuttgart eine krönende Medaille verpasst. Die 25-Jährige riskierte im Gerätefinale am Stufenbarren alles, musste aber bei einer Verbindung vom oberen zum unteren Holm an ihrem Lieblingsgerät absteigen.

Durch den Abzug von mindestens einem Punkt bekam Seitz nur 13,566 Zähler und wurde damit Achte und Letzte im Finalfeld. «In diesem Finale, indem mit Ausgangswerten nur so um sich geschmissen wurde, musste ich alles riskieren. Ich wollte die Verbindung unbedingt turnen», sagte Seitz etwas enttäuscht in der ARD.

Damit reichte es für die Stuttgarterin, die im Mehrkampf-Finale Sechste geworden war, nach Barren-Bronze bei der WM 2018 in Doha nicht zum zweiten WM-Edelmetall. Weltmeisterin wurde erneut die Belgierin Nina Derwael (15,233 Punkte) vor der Britin Rebecca Downie (15,000) und der erst 16-jährigen US-Turnerin Sunisa Lee (14,800). «Über Platz fünf mit einer sicheren Übung hätte sie sich auch nicht gefreut», befand Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen über Seitz, die dennoch stolz auf ihre WM-Auftritte war und hervorragende Werbung für ihren Sport machte.

Nick Klessing verkaufte sich im Ringe-Finale teuer, brachte seine Übung gut durch, musste aber einen kleinen Schritt nach seinem dreifachen Salto als Abgang machen. Der 21 Jahre alte Hallenser belegte am Ende mit 14,166 Punkten wie Seitz Rang acht. Den ersten WM-Titel für die Türkei erturnte sich Ibrahim Colak, der vor Marco Lodadio (Italien) und dem Franzosen Samir Ait Said siegte.

US-Superstar Biles landete ihren 17. WM-Gold-Coup. Die 22 Jahre alte Texanerin ließ der Konkurrenz am Sprungtisch mit der Durchnittsnote von 15,399 Punkten nach zwei Sprüngen nicht den Hauch einer Chance. Damit hatte Biles bereits den Medaillenrekord der Weißrussen Witali Scherbo eingestellt, der es einst auch auf 23 WM-Plaketten brachte. Nun kann Biles am Sonntag in den weiteren Finals am Balken und Boden auch diese Bestmarke knacken. Am Schlusstag hoffen Sarah Voss am Balken und Lukas Dauser im Barren-Finale auf Edelmetall.

Der erst 19 Jahre alte Boden-Spezialist Edriel Carlos Yulo gewann als erster Philippiner WM-Gold und schrieb damit Turngeschichte seines Landes. Der kleine Wirbelwind setzte sich mit 15,300 Punkten gegen Artem Dolgopiat (Israel) und dem Chinesen Xiao Ruoteng durch. Am Pauschenpferd brannte der Brite Max Whitlock mit einem Schwierigkeitsgrad von 7,0 ein Feuerwerk ab. Mit 15,500 Punkten legte der zweifache Olympiasieger von Rio die Messlatte extrem hoch: Ihm am nächsten in einem Finale mit extrem hohem Niveau kamen Lee Chih Kai (Taiwan/15,433) und Europameister Rhys McClenaghan (Irland/15,400).

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