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Olympische Spiele

Weitere Corona-Fälle: Auch deutsche Gegnerin betroffen

Die Zahl der Corona-Fälle unter den Olympia-Teilnehmern in Tokio nähert sich der 100er Marke. Dabei sind die Sommerspiele noch nicht einmal eröffnet.

Beachvolleyball-Stadion
Das Beachvolleyball-Stadion in Tokio. Foto: Mike Egerton/PA Wire/dpa

Tokio (dpa) - Vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio hat die Zahl der Corona-Fälle weiter zugenommen - und erstmals sind indirekt auch deutsche Sportlerinnen betroffen.

In der tschechischen Beachvolleyballerin Marketa Slukova wurde eine Gegnerin des deutschen Duos Laura Ludwig und Margareta Kozuch positiv auf das Virus getestet. Slukova und ihre Beach-Partnerin Barbora Hermannova sollten am 28. Juli die letzten Gruppengegnerinnen für Ludwig/Kozuch sein. Der positive Test sei eine «riesige Enttäuschung», teilte die 33-Jährige mit. Sie habe «geweint, geschimpft und wieder geweint». Zuvor war bereits ihr Ehemann und Trainer Simon Nausch positiv getestet worden.

Quarantäne angeordnet

Nach Angaben eines Sprechers des tschechischen Nationalen Olympischen Komitees muss Slukova nun für zehn Tage in Quarantäne, ihre Teilnahme an den Spielen in Tokio sei damit praktisch ausgeschlossen. Die Auswirkungen auf den Spielplan von Ludwig/Kozuch in der Gruppe F waren zunächst nicht klar.

Da es nicht der erste Fall im tschechischen Olympia-Team war, leitete das Nationale Olympische Komitee in Prag eine Untersuchung ein. Im Fokus stehe die Frage, ob vor, während und nach dem Charterflug nach Tokio alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten worden seien, hieß es. Am Abend wurde dann auch noch bekannt, dass Radrennfahrer Michal Schlegel ebenfalls positiv auf Corona getestet wurde. Der 26-Jährige werde damit das Straßenrennen am Samstag verpassen, teilte das Tschechische Olympische Komitee in Prag mit.

Ihre Olympia-Hoffnungen begraben muss auch die niederländische Taekwondo-Kämpferin Reshmie Oogink. Sie wurde am Donnerstag wie auch ein Betreuer aus dem Oranje-Ruderteam positiv getestet und verkündete danach enttäuscht ihr Karriereende. «Ich habe alles getan, was ich konnte, und so hart gearbeitet, um bei den Spielen dabei zu sein. Ich habe sogar schwere Knieverletzungen überwunden und jetzt ist es zu einem plötzlichen Ende gekommen», sagte Oogink.

Guinea-Team reist nicht an

Ebenfalls nicht in Tokio dabei sein wird wegen eines positiven Corona-Tests der russische Schwimm-Europameister Ilja Borodin. Der 18-Jährige, der bei der EM in Budapest im Mai Gold über 400 Meter Lagen gewonnen hatte, habe zumindest keine Symptome, berichtete die russische Staatsagentur Tass.

Gar nicht erst nach Japan anreisen wird das komplette Olympia-Team aus Guinea. Das teilte das Sportministerium des westafrikanischen Landes am Mittwochabend mit. Als Grund wurden die steigende Zahl der Corona-Infektionen und die Sorge um die Gesundheit der Athletinnen und Athleten genannt. Guinea ist das zweite Land nach Nordkorea, das seine Olympia-Teilnahme abgesagt hat.

© dpa-infocom, dpa:210722-99-477657/4