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Bissingen will der Spielverderber sein

08-Fußballer sehen in der Oberliga Freiberg und Stuttgarter Kickers als Favoriten und möchten selbst nichts mit dem verschärften Abstieg zu tun haben

Ab sofort im 08-Trikot: Der langjährige Freiberger Spetim Muzliukaj. Foto: Baumann
Ab sofort im 08-Trikot: Der langjährige Freiberger Spetim Muzliukaj. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Zwölf neue Spieler, bis zu sieben Absteiger und eine Liga mit 21 Mannschaften – Fußball-Oberligist FSV 08 Bissingen steht nach der langen Coronapause und der abgebrochenen Spielzeit 2019/20 vor einer harten Saison, deren Ausgang kaum vorherzusagen ist. Das weiß auch Trainer Alfonso Garcia. „Das ist für mich eine kleine Wundertüte“, sagt der 50-Jährige. Am Samstag beginnt für die Bissinger mit dem Heimspiel gegen den SSV Reutlingen die neue Oberliga-Saison. Zu großen Kampfansagen lässt sich Garcia allerdings nicht hinreißen. „Es wäre schön, wenn wir uns im oberen Drittel platzieren würden. Das ist aber fast nötig, wenn man nichts mit dem Abstieg zu tun haben will.“

Da es in der vergangenen Saison von der Regionalliga abwärts keine Absteiger, dafür nur Aufsteiger gab, wurden die Ligen aufgestockt. Um das zu normalisieren, wird es ab dieser Saison mehr Absteiger geben. Bis zu sieben Mannschaften könnte es in der Oberliga erwischen. Vergangene Saison lagen die Nullachter zum Zeitpunkt des Abbruchs auf dem gesicherten siebten Rang.

Seitdem hat sich im Team von Garcia einiges verändert. Zwölf Spieler haben die Bissinger verpflichtet, darunter die offensivstarken Spetim Muzliukaj und Denis Latifovic vom Konkurrenten SGVFreiberg. Schmerzen wird dagegen der Abgang von Simon Lindner. Der 25-Jährige verlässt den FSV nach sieben Jahren im Verein und wechselt zu seinem Heimatclub TV Darmsheim in die Landesliga. „Er ist mit mir damals zum FSV gekommen vor sieben Jahren“, erinnert sich Garcia noch. „Dass so ein Kerl geht, tut weh.“ Lindner verlässt den Verein aus beruflichen Gründen. Doch der Oberligist hat bereits passenden Ersatz in der Hinterhand. Dafür wurden die Fühler in diesem Transfersommer sogar bis nach Griechenland ausgestreckt. Konstantinos Markopoulos kommt vom Drittligisten AO Kavala nach Deutschland. Der 28-Jährige, dessen Marktwert laut dem Internetportal transfermarkt.de vor zwei Jahren bei 250000Euro lag, hat in seiner Karriere bereits in der zweiten griechischen Liga sowie in Belgien gekickt. Da seine Freundin im Schwabenland lebt, wollte Markopoulos seinen Lebensmittelpunkt nach Deutschland verlegen, wie Garcia berichtet. „Konstantinos ist ein Spieler, der im offensiven Bereich Simon Lindner ersetzen kann“, sagt Garcia weiter: „Man sieht, dass es professionell war, was er in Griechenland gemacht hat.“

Ganz so professionell wie in Griechenland wird es in Bissingen nicht zugehen, versichert Garcia. „Bei uns gehen alle Spieler arbeiten oder studieren.“ Neidisch blickt man deswegen aber nicht zum Konkurrenten aus Freiberg, der im Gespräch mit unserer Zeitung von bereits zu 80 Prozent professionellen Strukturen gesprochen hat. „Freiberg hat da andere Möglichkeiten, dem heule ich aber nicht hinterher“, so Garcia.

Selbst wenn Bissingen irgendwann in die Regionalliga aufsteigen sollte, werde sich nicht viel ändern. „Wenn wir aufsteigen sollten, würden wir das so weitermachen. Wir werden hier keine Spieler verpflichten, die sonst nichts arbeiten“, sagt Garcia.

Den SGV sieht er – gemeinsam mit den Stuttgarter Kickers – als großen Favoriten. „Wenn man sieht, wie die sich verstärkt haben, werden sie das mit den Kickers unter sich ausmachen, wobei ich Freiberg einen Tick vor den Kickers sehe.“ Unschlagbar ist für Garcia aber dennoch keiner der Favoriten. „Wir wollen die da oben ärgern. Das ist möglich.“

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