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Der schwierige Problemfall 3. Handball-Liga

Der Deutsche Handball-Bund will zeitnah über die Fortsetzuing des Spielbetriebes entscheiden – Eine Hürde für Kornwestheim und Möglingen wären regelmäßige Coronatests

Alexander Schurr.Foto: Baumann
Alexander Schurr. Foto: Baumann

Ludwigsburg. „Es ist ganz sicher Leistungssport. Aber weder Trainer noch irgendein Spieler lebt vom Handball. Wir sind keine Profis“, sagt Alexander Schurr. Der Trainer des SVKornwestheim skizziert dabei das Kernproblem. Mit den Beschlüssen von Bund und Ländern vom vergangenen Mittwoch ist klar: Im November ruht der Amateursport, Profis dürfen weitermachen – und irgendwo dazwischen liegen die verschiedenen Staffeln der 3. Handball-Liga. Die Vereine stellen sich nicht nur die Frage, ob sie spielen oder trainieren dürfen, sondern auch, ob der Spielbetrieb finanziell und organisatorisch zu bewältigen wäre.

Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hat den Spielbetrieb in allen 3. Ligen vorerst bis zum 15. November ausgesetzt. Bis dahin soll auf Grundlage der einzelnen Formulierungen der Länderregeln und im Dialog mit den Vereinen eine Regelung gefunden werden. „Das Thema ist sehr komplex. Wir wollen so schnell wie möglich eine Lösung finden“, sagt Mark Schober, Vorstandsvorsitzender des DHB. „Es gibt unterschiedliche Definitionen der Länder, wir haben länderübergreifende Staffeln und sehr unterschiedliche Voraussetzungen der Vereine.“

Für das Land Baden-Württemberg gilt: „Training und Veranstaltungen von Spitzen- und Profisport sind ohne Zuschauer möglich.“ Der SVK plant deshalb, weiter zu trainieren, sofern die Stadt ihre Erlaubnis erteilt. „Im Spielbetrieb sieht es etwas anders aus. Da bin ich skeptisch, wie das umzusetzen ist“, sagt Schurr. In der 1. und 2. Bundesliga werden die Teams regelmäßig getestet. Schurr schätzt, dass dies für die meisten Drittligisten zu teuer wäre. „Wenn der DHB das vorschlägt, sträuben wir uns nicht, aber das ist mit entsprechenden Kosten verbunden, die wir nicht tragen können. Da müssten wir eine Förderung bekommen“, stellt Schurr klar.

Mehr Kontakte als Profis

Auch Stephanie Bermanseder sieht Probleme: „Die Profis haben viel weniger Anknüpfungspunkte im täglichen Leben, weil sie zweimal täglich trainieren und sich stark einschränken“, sagt die Abteilungsleiterin des Frauen-Drittligisten TV Möglingen. „Bei uns geht jeder seinem Beruf nach und hat alleine deshalb schon viel mehr Kontakte. Das macht es schwerer, sich zu schützen.“ Einen festen Testrhythmus hält sie für unrealistisch: „Für den weiblichen Bereich sind zweimalige Pooltests pro Woche nicht leistbar.“

Das Training versuchen die Möglingerinnen fortzusetzen. „Auch für die Kinder wäre ein Trainingsbetrieb sehr wichtig. Vielleicht sogar wichtiger als in der 3. Liga. Wir haben gute Hygienekonzepte“ betont Bermanseder. Mit Blick auf Pflichtspiele sagt sie: „Wenn wir einen koordinierten Spielbetrieb haben möchten, müssen wir eine Weile aussetzen.“

Der TVM ist in der 3. Liga Südwest in einer Staffel mit insgesamt 12Teams. Die ersten beiden Spiele gingen verloren. Die geringe Staffelgröße gibt den Frauen Spielraum, die Saison regulär zu beenden. Bei den Männern ist die Terminnot größer. Der SVK tritt in der 3. Liga Süd an, in der 18 Teams gelistet sind. „Wenn der Spielbetrieb nicht fortgeführt wird, muss ein fairer Modus gefunden werden“, fordert Schurr. „Eine Hin- und Rückrunde wären im neuen Jahr nicht mehr möglich. Da wären Play-offs und Play-downs nach einfacher Runde eine Möglichkeit.“

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