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Der Unterschied zwischen dem MTV Ludwigsburg und dem TASV Hessigheim

Neuer Coach in Aktion: Hessigheims Kevin Merkler (rechts), hier in der vergangenen Saison im Duell mit Benningens Dogan Can Ersin. Foto: Baumann
Neuer Coach in Aktion: Hessigheims Kevin Merkler (rechts), hier in der vergangenen Saison im Duell mit Benningens Dogan Can Ersin. Foto: Baumann
Bei Fußball-Bezirksligist MTV Ludwigsburg ist Trainer Giosue Vuono zurückgetreten. „Vielleicht kann ein anderer die nötigen Impulse setzen“, erklärt er. Interimsweise übernimmt Abteilungsleiter Marijo Martincic. Bei Ligakonkurrent TASV Hessigheim wurde der Wechsel zu Kevin Merkler dagegen schon im Winter vollzogen.

Ludwigsburg. Giosue Vuono hatte den Fußball-Bezirksligisten MTV Ludwigsburg im Sommer 2020 übernommen, und im Nachhinein wurde sein Wirken am Fuchshof fraglos stark von der Coronapandemie geprägt und erschwert. „Als ich kam, gab es hier zwei Trikotsätze, 16 kaputte Bälle und ein paar Leibchen“, erinnert er sich.

Erst ein Jahr lag zudem das Ende der traditionsreichen SpVgg 07 Ludwigsburg zurück, deren Überreste im zuvor nur wenig fußballaffinen Großverein MTV aufgegangen waren. Mit fast komplett neuer Mannschaft ging Vuono im August 2020 ins Rennen: „Anfangs ließ sich alles gut an, aber dann wurde die Saison nach dem 11.Spieltag abgebrochen und es folgten acht Monate Fußballpause“, rekapituliert er noch einmal.

Vuono: „Mannschaft ist gespalten“

Dem schwierigen Prozess, ein neu formiertes Team zusammenwachsen zu lassen, tat dies gar nicht gut, und in der laufenden Runde 2021/22 ziert der MTV folgerichtig mit schon einigem Rückstand das Tabellenende.

„Im Winter habe ich mir gesagt: Okay, ich probiere es noch mal. Aber ich habe den Eindruck, die Mannschaft ist gespalten. Die einen wollen mehr Taktikschulung, die anderen sagen, wir müssten nur mehr kämpfen“, berichtet Vuono, der nach der 0:4-Pleite bei Drita Kornwestheim dann zu Wochenbeginn den Schlussstrich zog: „Ich bin total erschöpft und benötige jetzt erst einmal ein halbes Jahr Pause, zumal sich bei mir auch beruflich einiges verändert hat und ich stark eingespannt bin“, erklärt er und fügt an: „In der Konstellation bin ich nicht mehr davon überzeugt, dass ich der Richtige bin, um die Jungs in die Spur zu bringen“. Abteilungsleiter Marijo Martincic zeigte sich überrascht, stellt sich aber der Verantwortung: „Ich übernehme interimsweise selbst, das habe ich auch schon bei der 07-Zweiten gemacht. Wir müssen erst einmal sehen, in welche Richtung und Liga es geht. Feuerwehrmänner hatten wir schon genug“, sagt er vor dem Heimspiel am Sonntag gegen den TSV Heimsheim.

Ein paar Kilometer weiter nördlich, bei Ligakonkurrent TASV Hessigheim, musste man dagegen schon im Winter das Traineramt neu besetzen, und auch dabei spielte das Coronathema eine Rolle. Erfolgscoach Rico Scheurich, der den TASV in die Bezirksliga geführt hatte, bat vor Weihnachten aus persönlichen Gründen um die Vertragsauflösung.

„Weil wir nicht wussten, ob und wie aufgrund der Coronalage überhaupt eine Vorbereitung möglich sein würde, haben wir uns für eine interne Lösung entschieden. Es schien einfach vernünftiger, einen Trainer zu installieren, der die Mannschaft kennt“, erzählt der Sportliche Leiter Benjamin Osswald.

Die Wahl fiel daher auf den bisherigen Kapitän Kevin Merkler, den man zum Spielertrainer beförderte. „Für einen ganz neuen Trainer wäre es sehr schwer gewesen“, urteilt auch der 30-jährige Merkler, unter dem die Elf trotz des zusätzlichen Verlusts von drei Schlüsselspielern im Winter mit vier Punkten aus den ersten zwei Spielen sehr ansprechend in die Rückrunde gestartet ist. „Wenn man Rico Scheurich dazuzählt, haben wir ja ein Drittel unserer Stammelf verloren“, sagt der neue Coach, der die personellen Lücken mit Rückkehrern und aus der TASV-Zweiten stopfte.

„Unser größtes Kapital ist sicher, dass wir eine verschworene Gemeinschaft sind. Das ist in den Dörfern einfach leichter, da gibt es noch mehr Vereinsbindung“, findet Merkler und formuliert damit fast einen Kontrapunkt zu den Problemen beim Stadtclub MTV Ludwigsburg. Am Sonntag erwartet er mit seiner Elf Phönix Lomersheim.

Zudem spielen: SV Gebersheim – FSV 08 Bissingen II, TSV Schwieberdingen – TSV Benningen, TV Aldingen – FV Löchgau II, TSV Münchingen – Croatia Bietigheim, AKV Ludwigsburg – SV Perouse und TSV Merklungen – Drita Kosova Kornwestheim.