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Mit einer Wettspielrunde zurück in die Normalität

Die Coronapandemie hat auch den Tennissport fest im Griff. Wo sonst Anfang Juni die Wettkampfsaison beginnt, herrscht in diesem Jahr Tristesse und Ratlosigkeit. Ab kommendem Wochenende soll die sogenannte Ersatz-Wettspielrunde den Weg zurück zur Normalität ebnen.

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LUDWIGSBURG. Ludwigsburg. Innerhalb des Württembergischen Tennis-Bundes (WTB) haben von ursprünglich 6593 Teams bei der Jugend, den Aktiven und Senioren zwar nur 2512 Mannschaften für diese freiwillige Ersatz-Wettspielrunde gemeldet, dennoch ist die Resonanz der Vereine, endlich wieder die Kräfte messen zu können, durchweg positiv. Absteigen soll in diesem Jahr bei reduzierter Teilnehmerzahl kein Verein, in den Aktiven-Ligen ist ein Aufstieg aber durchaus möglich.

Mit gleich zwei Mannschaften geht der TC Oberstenfeld auf Verbandsebene ins Rennen. Den Frauen um Spielführerin Anna Lena Gundermann ist der Sprung in die Württembergliga geglückt. Das von Andreas Nägele gecoachte Team möchte mit einem auf den vorderen Positionen veränderten Kader den Ligaverbleib sichern.

Das TCO-Männerteam von Trainer Zeljko Alviz hat den Klassenverbleib in der Württembergliga zwar verpasst, möchte nun aber aus der Oberliga heraus den direkten Wiederaufstieg schaffen. Zwar sei es schwierig, unter den eingeschränkten Bedingungen alle Spieler richtig zu motivieren, so Alviz, die Möglichkeit aber, in der Vierergruppe sich erfolgreich durchzusetzen und damit den Aufstieg zu schaffen, sei äußerst reizvoll.

Mit dem Heimspiel gegen TV Reutlingen 3 am kommenden Sonntag (10 Uhr) und der darauf folgenden Heimaufgabe gegen TC Ehingen/Donau (5. Juli) habe man eine „Super-Konstellation“ erwischt. Wenn die langjährigen Stammkräfte um Torben Traub, Julian Schöller und Patrick Kienzle ihre Form finden, sei dem verjüngten Kader einiges zuzutrauen. Große Erwartungen setzt der Coach in die Talente Emil Rast und Liam Gavrielides, die bereits in der Leistungsklasse 1 spielen.

Zwar habe der Verein wegen der fehlenden Einnahmen – es darf nur ohne Zuschauer gespielt werden – und ausgefallenen WTB-Geldern entschieden, auf ausländische Spieler zu verzichten. Durch seine guten Beziehungen zu Kroatien aber konnte Alviz als „Notnagel“ die LK-1-Spieler Nikola Martinis und Marko Goles-Babic an den TCO binden.

Ebenfalls in der Oberliga treten wie schon in der vergangenen Runde die Frauen des TK Bietigheim an „Es geht um sehr wenig“, sagt Trainer Andreas Franz, der sich dennoch darüber freut, dass eine Vierer-Runde zustande gekommen ist.

„Die Spielerinnen wollen trainieren, außerdem zählt die Runde ja für Leistungsklasse-Punkte“, sagt der Coach. Sogar Mia Mack, das 15-jährige Eigengewächs, das sich dem Profisport verschreiben möchte, wird am Start sein. Für die zwölfjährige Louanne Djafari, die bereits im WTB-Kader aufgenommen worden ist, kommt Spielpraxis ebenfalls gelegen. „Der Aufstieg ist utopisch, aber auch in Zukunft Oberliga zu spielen, ist schon unser Ziel“, so Franz zu den Ambitionen des Vereins.

Die Männer des TK Bietigheim wollen nach dem Intermezzo in der Verbandsliga mit mehreren Vereinen aus dem Kreis ihr Glück in der Bezirksoberliga versuchen. In der Verbandsliga sind mit dem TC Ludwigsburg und dem TC Hirschlanden nur noch zwei Kreisvereine in einem Fünferfeld vertreten. Gleich am ersten Spieltag kommt es in Hirschlanden zum Lokalduell, an das TCL-Trainer Sascha Wennagel keine guten Erinnerungen hat. „Voriges Jahr haben wir das Spiel verloren, es ist grundsätzlich schwierig, dort zu gewinnen.“

Der Kader der Ludwigsburger ist nahezu komplett geblieben. Mit Dejan Gavrilovic wurde ein LK-2-Spieler aus Bietigheim gewonnen. Mit Felix Veyhle auf Nummer eins, Max Müller auf der zwei und Wennagel auf der Position drei steht das Gerüst, das nach Angaben des Trainers auch ohne ausländische Verstärkung „sein Bestes geben wird, zurück in die Oberliga zu kommen“. Bedenken hat der Coach mit dem Verlauf der Saison: Sobald ein Team zurückzieht, ist die Wertung ungültig. Wie die meisten Vereine sieht auch der TC Ludwigsburg die freiwillige Wettspielrunde als willkommene Trainingsrunde, in die man aber zumindest vonseiten des TCL mit hundert Prozent Ernsthaftigkeit starten möchte.

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