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SGV will schnell zur Einheit werden

Beim SGV Freiberg wird schon seit Jahren vom Aufstieg in die Regionalliga Süd geredet. Nun macht der Fußball-Oberligist ernst. Beginnt am Wasen eine neue Ära oder steht der Club vor der nächsten Chaos-Saison?

Es soll nach oben gehen für Evangelos Sbonias und den SGV. Foto: Baumann
Es soll nach oben gehen für Evangelos Sbonias und den SGV. Foto: Baumann

Freiberg. Der SGV Freiberg hat turbulente Monate hinter sich. Im November trennte sich der Fußball-Oberligist nach nicht einmal einem halben Jahr von Trainer Mario Estasi. Nachfolger Milorad Pilipovic schaffte die sportliche Wende allerdings ebenfalls nicht. Nur der Saisonabbruch aufgrund der Coronavirus-Pandemie sicherte dem SGV den Klassenverbleib. Die Entlassung des Ex-Profis überraschte trotzdem. Nach dem Vorbereitungsstart vergingen drei weitere Wochen, ehe Sportdirektor Christian Werner – selbst erst seit Januar im Amt – den Coach vor 14 Tagen vor die Tür setzte und mit Evangelos Sbonias den Nachfolger präsentierte. Dazu kommen zahlreiche Zu- und Abgänge.

„Wir haben viele mutige Entscheidungen getroffen und die Zeit wird zeigen, ob sie richtig waren“, sagte Werner bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Kaders. Denn spätestens in zwei Jahren wollen die Freiberger in der Regionalliga Süd an den Start gehen.

Aufstieg in die Regionalliga das Ziel

Sollte der Aufstieg in diesem Jahr schon gelingen, hätten sie am Wasen auch kein Problem damit. „Zufrieden sind wir mit einem Mittelfeldplatz natürlich nicht. Wenn wir es schaffen, zu einer stabilen Einheit zusammenzuwachsen, werden wir schwer zu schlagen sein“, sagte Marco Grüttner, der Werner bei der sportlichen Leitung unterstützen wird. Der 34-jährige Erdmannhausener kam vom Zweitligisten SSV Jahn Regensburg zum SGV, für den er bereits in der Jugend und zwischen 2007 und 2009 auflief. „Ich bin nicht hierhergekommen, um meine Karriere ausklingen zu lassen. Die Liga spielt keine Rolle, wenn ich auf dem Platz stehe, will ich gewinnen“, betonte der Stürmer. Das offizielle Saisonziel lautet „oben mitspielen.“

Mit einem 2:0-Testspielsieg gegen den Regionalligisten VfB Stuttgart II setzten die Freiberger vor zwei Wochen ein erstes Ausrufezeichen. Neben Grüttner hat sich Freiberg mit weiteren hochkarätigen Spielern verstärkt. Der ehemalige Junioren-Nationalspieler Christian Mauersberger (25 Jahre alt) bringt ebenso Drittliga-Erfahrung mit wie David Müller (28), Julian Gupp (28), Lukas Hoffmann (23) und Michael Klauß (33), der sogar 76 Spiele in der 2. Bundesliga vorzuweisen hat.

Den Club haben allerdings auch langjährige Größen wie Denis Zagaria oder Shpetim Muzliukaj verlassen. Viele der Abgänge sind bei einem Ligarivalen untergekommen und werden mit einer Extraportion Motivation in die Duelle mit dem SGV gehen. Auch die lange Saison mit 40 Spielen wird zur Herausforderung. Hier hoffen die Freiberger, von den halbprofessionellen Strukturen zu profitieren. Fünfmal die Woche soll mindestens trainiert werden, langfristig gesehen will Werner Profibedingungen schaffen. „Wenn dadurch auf das Ende der Saison hin kein Vorteil entsteht, haben wir als Trainerteam was falsch gemacht“, sagte Sbonias.

Doch von der Regionalliga spricht man beim langjährigen Oberligist schon seit Jahren. Geklappt hat es bisher nicht, stattdessen stiegen die Freiberger 2011 und 2016 überraschend in die Verbandsliga ab und direkt wieder auf. Besteht die Gefahr auch in dieser Saison? „Da müssten wir ganz viel falsch machen“, antwortete Grüttner. Los geht es am 22. August mit dem Derby bei der TSG Backnang.

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