Logo

Volle Banden in halbvoller Halle

Trotz starker Leistungen müssen die Steelers um ihre Fans kämpfen, besser läuft es dagegen auf dem Sponsorenmarkt

Weiße Banden – wie hier hinter Keeper Sami Aittokallio – sollen bald der Vergangenheit angehören. Foto: Baumann
Weiße Banden – wie hier hinter Keeper Sami Aittokallio – sollen bald der Vergangenheit angehören. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Die Bietigheim Steelers sind hervorragend in ihre erste Saison in der Deutschen Eishockeyliga gestartet. Nach zwölf Spielen liegen die Ellentäler auf dem neunten Platz. Heute (19.30 Uhr/Magentasport) ist in der EgeTrans-Arena Tabellennachbar Pinguins Bremerhaven zu Gast. Dabei wirft das abgesagte Spiel am Freitag gegen den EHC Red Bull München seinen Schatten voraus. Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch äußert sich über den Spielausfall, ausbleibende Zuschauer in einem Mittwochspiel und leere Banden in der heimischen Arena.

Corona-Alarm: Am Dienstagabend verkündeten die Steelers, dass die Partie am Freitag gegen München nicht stattfinden wird. Zuvor hatte ein Corona-Ausbruch beim Meisterschaftskandidaten aus Bayern mit 18 positiven Tests zu Absagen der Spiele gegen Nürnberg und Mannheim geführt. „Der sportlichen Fairness und der Solidarität geschuldet, unterstützen wir die Verlegung des Spiels“, sagt Schoch in einer Mitteilung. Die Partie soll am kommenden Dienstag in München nachgeholt werden. Dafür tauschen die Bayern das Heimrecht und kommen am 25. Februar ins Ellental.

Leere Banden: Zuletzt hatten Leser unserer Zeitung fleißig diskutiert, wieso einige Banden in der EgeTrans-Arena bei DEL-Spielen weiß geblieben sind. Das sei laut Schoch keineswegs ein Indiz für ausbleibende Geldgeber. „Unsere Sponsorenflächen sind voll“, sagt Schoch. Über die Vergabe der derzeit weißen Flächen werde gerade verhandelt, nur die Unterschriften stünden noch aus. Derzeit haben die Steelers acht Premiumpartner. „Wir sind gut gefahren ohne Hauptsponsor. Als der das letzte Mal weggefallen ist, war eine große Lücke da, die wir nicht füllen konnten“, sagt Schoch über den einstigen Hauptsponsor Porsche, der über zwei Millionen Euro zum Saisonetat beigesteuert hatte, 2009 allerdings ausstieg.

Auslastung: Lediglich mit 1500 bis 2000 Zuschauern rechnet Geschäftsführer Schoch für das Spiel am Mittwochabend gegen Bremerhaven. Lange Anreise für Gästefans, der ungünstige Zeitpunkt an einem Mittwochabend, an dem auch Fußball-Champions-League-Spiele anstehen, sowie vor allem die aktuelle Coronalage seien dafür verantwortlich. „Wenn ich sehe, was ringsherum passiert, dass sich keine Sportstätte indoor oder outdoor füllt, weil sich die Gesellschaft noch etwas zurückhält, befinden wir uns in guter Gesellschaft“, sagt Schoch. Dennoch findet er: „Es ist noch Luft nach oben. Ich finde es schade, dass unsere Mannschaft, die in der Topliga angekommen ist, nicht die Chance hat, vor mehr Menschen zu spielen.“ Er hoffe, dass in Zukunft wieder die alte Normalität in der Gesellschaft einkehre, dann rechne er auch mit mehr Zuschauern.

Sportliche Lage: Nach zuvor drei Siegen in Folge setzte es zuletzt bei den Adler Mannheim eine 2:6-Niederlage für die Steelers. „Aber da stehen auch mindestens zehn Millionen Euro mehr Budget auf dem Eis“, relativiert Schoch. Viel mehr freut sich der Geschäftsführer über die bisherigen Leistungen, wenngleich ihn der aktuelle Tabellenstand nicht interessiere: „Unsere Mannschaft hat in jedem Spiel gezeigt, dass sie mithalten kann. Sie liefert das, was man erwarten kann und erwartet hat. Ich bin hochzufrieden damit, was die Jungs aufs Eis zaubern“, so Schoch weiter.

Sorgen bereitete den Steelers zuletzt lediglich die Torhütersituation. Am Freitag gegen Iserlohn musste Keeper Sami Aittokallio mit einer Knieverletzung vom Eis, am Sonntag gegen Mannheim erwischte es seinen Vertreter Cody Brenner nach einem Zusammenstoß mit einem Mitspieler am Kopf. Bei beiden Keepern gaben die Steelers nun Entwarnung. Sie hätten keine schweren Blessuren davongetragen, hieß es in einer Mitteilung des Vereins.

Autor: