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Vom Spielleiter zum Vorsitzenden

Der Ludwigsburger Ingo Ernst führt künftig den Fußballbezirk Enz/Murr

Hat sich der Transparenz verschrieben: Ingo Ernst. Foto: privat
Hat sich der Transparenz verschrieben: Ingo Ernst. Foto: privat

Ludwigsburg. „Natürlich hat das den Ausschlag gegeben, dass ich seit 16 Jahren im Bezirk tätig bin“, sagt Ingo Ernst wenige Tage nach seiner Wahl zum Vorsitzenden des Fußballbezirks Enz/Murr im Gespräch mit unserer Zeitung. Nachdem Hansjörg Arnold nach 17 Jahren nicht mehr angetreten war, wählten die Vereine Ernst vergangenen Freitag mit 114 zu 37 stimmen zum Nachfolger des 72-Jährigen (wir berichteten).

Durch seine bisherige Funktion als Staffelleiter und Bezirksspielleiter pflegte der Ludwigsburger jahrelang Kontakt mit den Vereinsverantwortlichen, was ihm im Duell mit dem zweiten Kandidaten Michael Heck (bisher stellv. Vorsitzender) einen Vorteil verschaffte. Im Anschluss an Ernsts Wahl bestimmten die Fußballclubs Heck zum neuen Bezirksspielleiter.

Ingo Ernst entstammt einer Fußballerfamilie. Sein Großvater baute den FSV Oßweil nach dem Krieg mit auf, sein Vater war dort erfolgreicher Fußballer. Entsprechend wuchs auch Ernst im Verein auf, spielte selbst und startete eine Schiedsrichterlaufbahn. Auch seine Frau Nicole spielte in Oßweil Fußball. „Der Fußball liegt uns um Blut“, sagt der 53-Jährige, der drei erwachsene Kinder hat. Neben dem Fußball fiebert Ernst mit den MHP-Riesen Ludwigsburg in der Basketball-Bundesliga mit und hatte jahrelang eine Dauerkarte.

Seit 2005 engagiert sich der Oßweiler im Bezirksvorstand. Bei seiner Funktion als Bezirksspielleiter schätzten die Vereine Ernsts Verlässlichkeit. „Die Vereine können sich immer an mich wenden. Ich weiß nicht immer alles, aber ich mache mich dann schlau und rufe zurück“, erklärt er sein bisheriges Amtsverständnis und betont, wie wichtig Kompromisse sind: „Man kann nicht jedermanns Freund sein.“

Der Angestellte einer Ludwigsburger Bausparkasse startet deshalb mit Vorschusslorbeeren ins Amt des Vorsitzenden. Doch den Erwartungen will er gerecht werden: „Ein wichtiger Punkt ist Transparenz und Einbindung. Die Vereine und Verantwortlichen müssen viel mehr Einblick in unsere Arbeit bekommen. Wir sind schließlich kein Geheimbund“, sagt Ernst und präzisiert: „Schnell über Entscheidungen informieren und schon vorab die Meinungen der Vereine einholen.“

Doch auch die Fußballclubs nimmt er in die Pflicht. Dass nur knapp mehr als die Hälfte der 126 Bezirksvereine am digitalen Bezirkstag teilgenommen haben, enttäuschte ihn: „Wir sind immer für die Vereine da und es wäre schön, wenn die Vereine alle drei Jahre auch für uns da wären. Das ist auch für uns Bezirksmitarbeiter eine Würdigung der Arbeit.“

Neben der Bewältigung der Corona-Pandemie-Folgen nennt Ernst die sinkende Zahl der Mannschaftsmeldungen und den Schiedsrichtermangel als größte Herausforderungen für ihn und den Bezirksvorstand. Als weitere Mitglieder des Vorstandes neben Heck und Ernst wurden gewählt: Nicole Ernst (Kassier), Stefan Brem (Öffentlichkeitsarbeit), Armin Rau (Freizeit- und Breitensport). Bernd Erkenbrecher (Frauen- und Mädchensport), Gerhard Schnetz (DFBNet/Integration), Gerd-Ingo Vogt (Bildung und Qualifizierung), Horst-Walter Schaefer (Vorsitzender Bezirkssportgericht), Rainer Konrad (Bezirksjugendleiter), Eckhart Streckfuss (Bezirksschiedsrichterobmann).

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