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Corona trifft Industrie-Jobs schwer

Starker Rückgang 2020 – Jeden vierten Arbeitsplatz in der Südwestindustrie gibt es bei Unternehmen in der Region Stuttgart

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Bild: dpa
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Stuttgart/Ludwigsburg. Die Coronapandemie und ihre Auswirkungen hat 2020 die Wirtschaft in Baden-Württemberg und in der Region Stuttgart besonders schwer gebeutelt. Mit voller Wucht wurde dabei die Südwestindustrie getroffen. In allen vier Regierungsbezirken verzeichnete das verarbeitende Gewerbe ein Umsatzminus zwischen 5,0 und 8,3 Prozent. Und auch bei der Beschäftigungsentwicklung gab es Rückgänge zwischen 2,8 und 5,0 Prozent. Dabei waren 2020 im Vergleich zu 2019 42 der 44 Stadt- und Landkreise vom Verlust von Industriearbeitsplätzen betroffen, wie Zahlen des Statistischen Landesamts zeigen. Landesweit sank die Zahl der Industriebeschäftigten um 46967 (minus 3,5 Prozent) auf 1,28 Millionen Personen.

Am stärksten belastet waren die sechs Stadt- und Landkreise der Region Stuttgart mit einem Rückgang von etwa 17400 Industrie-Jobs (minus fünf Prozent). Noch vergleichsweise glimpflich kam dabei der Kreis Ludwigsburg weg, der 1700 Industriebeschäftigte (minus 2,9 Prozent) weniger zählte. Dagegen verbuchte die Landeshauptstadt mit 6700 weniger Industriemitarbeitern (minus 8,6 Prozent) nicht nur in der Region den höchsten Verlust, sondern auch in ganz Baden-Württemberg, gefolgt vom Kreis Böblingen mit minus 3600 Personen (minus 4,8 Prozent).

Der Kreis Böblingen löste aber zugleich mit 73005 Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe die Stadt Stuttgart ab (70450 Personen). Mit einigem Abstand dahinter lagen die Kreise Esslingen (60414) und der Kreis Ludwigsburg (57665). Immerhin: Zusammen mit den Beschäftigten des Rems-Murr-Kreises (41195) und des Kreises Göppingen (26733) gab es jeden vierten Arbeitsplatz der Südwestindustrie innerhalb dieser sechs Kreise in der Region Stuttgart. Dies unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der Industriebetriebe in dieser Region als Arbeitgeber.

Darüber hinaus ist die Region Stuttgart im Südwesten auch die mit deutlichem Abstand umsatzstärkste Industrieregion mit Erlösen von insgesamt 100,6 Milliarden Euro, weit vor den ebenfalls umsatzstarken Regionen Mittlerer Oberrhein (41,3 Milliarden) und Heilbronn-Franken (34,7 Milliarden). Die Region mit den niedrigsten Umsätzen war laut Statistiker 2020 zum neunten Mal in Folge die Region Hochrhein-Bodensee (14,3 Milliarden).

Allerdings haben sich die Auswirkungen des Corona-Jahres in der Region Stuttgart auch mit am stärksten ausgewirkt – der Umsatz brach hier um 9,1 Milliarden (minus 8,3 Prozent) ein. Nur in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg fiel der Rückgang der Erlöse um 2,3 Milliarden Euro (minus 12,1 Prozent) auf 16,9 Milliarden Euro massiver aus.

Innerhalb der Region Stuttgart mussten der Kreis Ludwigsburg (minus 12,1 Prozent) und der Kreis Esslingen (minus 8,9 Prozent) den empfindlichsten Umsatzeinbruch verkraften. Da der Rückgang bei diesen beiden Kreisen vor allem beim Auslandsumsatz sehr stark ausfiel, zeigt dies zugleich die Exportabhängigkeit vieler Industriefirmen. Immerhin halfen die exportorientierten Industrieunternehmen laut Statistiker mit, dass es im Südwesten in den ersten vier Monaten 2021 wieder aufwärts ging und ein Gesamtumsatz von 120,5 Milliarden (plus 15,7 Prozent) gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielt werden konnte.

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