Logo

Effiziente Fabrik für Elektromobilität

Kienle + Spiess investiert am Standort Vaihingen 9,3 Millionen Euro in eine automatisierte Produktions- und Logistikhalle

Spatenstich für ein Projekt der Elektromobilität am Standort Vaihingen. Foto: Alfred Drossel
Spatenstich für ein Projekt der Elektromobilität am Standort Vaihingen. Foto: Alfred Drossel

Vaihingen/Sachsenheim. Am Standort Vaihingen baut Kienle+Spiess, Hersteller von elektrischen Antrieben – sogenannte Rotoren und Statoren –, eine neue Produktions- und Logistikhalle. Das Unternehmen investiert dafür 9,3 Millionen Euro. Am Montag war erster Spatenstich.

Kienle+Spiess sei bei den Marktführern, die die E-Mobilität anführen, ganz vorne dabei und optimal dafür aufgestellt, betonte Geschäftsführer Frieder Megerle gestern. Deshalb werde das Unternehmen in Vaihingen „Europas effizienteste Fabrik für die Elektromobilität“ bauen. „Wir machen uns auf die Reise in die Elektromobilität und wollen ganz vorne mit dabei sein“, sagt Megerle.

Die neue Halle wird eine Fläche von 6200 Quadratmeter haben und bietet Platz für acht robotergesteuerte Stanzpressen. Ziel sei es, einen schlanken Materialflusses nach dem Toyota-Prinzip zu erreichen, einem Produktionssystem, das sich dabei stetig weiterentwickelt. Zugleich wird es 40 zusätzliche Arbeitsplätze geben. Die neue Halle soll im Juli nächsten Jahres fertig sein. Schon im März soll sie teilweise bezogen werden.

Kienle+Spiess habe in den vergangenen Monaten einen großen Auftrag eines deutschen Automobilherstellers gewinnen können, freut sich Frieder Megerle. Das Unternehmen sei einer der führenden Zulieferer für Elektromotoren und Generatoren und stelle sich auf die Fertigung von Elektroantrieben, Hybridmotoren und die Brennstoffzelle ein, sagt Geschäftsführer Megerle.

Für Oberbürgermeister Gerd Maisch bedeutet die Investition in Vaihingen ein Bekenntnis zum Standort und ein gutes Zeichen für die Mitarbeiter. Maisch sieht die Erweiterung der Produktionsfläche als die richtige Entscheidung. Der Oberbürgermeister lobte auch das jahrzehntelange Engagement des Unternehmens in der Ausbildung, das jetzt Früchte trage. Architekt Manfred Luft versprach das Projekt mit Leidenschaft voranzutreiben.

Gegründet wurde Kienle+ Spiess im Jahr 1935 von Gottlob Spiess und Friedrich Kienle in Großsachsenheim. Liebevoll wird das Unternehmen auch „Blechle“ bezeichnet. 1960 erfolgte die Errichtung einer zweiten Betriebsstätte in Vaihingen. Mitte der 1980er Jahre übernahm Kienle+Spiess die britischen Firmen Geo. L. Scott & Co. Ltd. und Sankey Laminations Ltd.

Seit 1991 gehört das ebenfalls britische Unternehmen Euro-Laminations Ltd.zu Kienle+Spiess. Die Expansion wurde 1996 durch die Gründung der Kienle+Spiess Ungarn Kft fortgesetzt. Zwei Jahre später erfolgte die Übernahme der Blum GmbH in Vaihingen.

2006 wurde die Kienle+Spiess GmbH von der Bavaria Industriekapital AG übernommen. Heute firmiert das Unternehmen als Kienle+Spiess Gruppe. Seit April 2013 gehört die Firma zur wirtschaftlichen Verbundgruppe Sumitomo Group, die ihren Hauptsitz in Tokio hat. Sumitomo betreibt Kienle+Spiess weiter als unabhängiges Unternehmen.

Die Firmengruppe Kienle+Spiess hält etliche Patente auf Verfahren und Technologien. Zu den jüngsten Innovationen zählt weiter das System GeoShift, das den Stanzprozess für T-Segmentbleche sicherer und präziser macht.

Den Jahresumsatz gibt das Unternehmen mit 172 Millionen Euro an. Von den insgesamt 1200 Mitarbeitern sind in Vaihingen etwa 200 und in Sachsenheim rund 300 beschäftigt.

Autor: