Logo

Erster Warnstreik im Südwest-Einzelhandel

Landesweite Tarifrunde – Verdi hat mit Arbeitskämpfen in Ludwigsburg und Steinheim begonnen

Streikende Kaufland-Mitarbeiter vor der Filiale in der Schwieberdinger Straße in Ludwigsburg. Foto: Verdi
Streikende Kaufland-Mitarbeiter vor der Filiale in der Schwieberdinger Straße in Ludwigsburg. Foto: Verdi

Stuttgart/Ludwigsburg/Steinheim. Im Tarifstreit im baden-württembergischen Einzelhandel hat die Gewerkschaft Verdi zu einem ersten zweitägigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind zwei Kaufland-Filialen in Steinheim/Murr sowie in Ludwigsburg in der Schwieberdinger Straße, wie ein Sprecher am Freitag in Stuttgart mitteilte. Bislang gab es im Land zwei Gesprächsrunden zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern. Letztere legten noch kein Angebot vor.

Die Gewerkschaft bekräftigte ihre Forderung nach 4,5 Prozent mehr Geld und eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um monatlich 100 Euro. Die Arbeitgeberseite hatte die Forderung als „völlig utopisch“ abgelehnt. Sie sei realitätsfremd und trage der wirtschaftlichen Lage des Einzelhandels nicht Rechnung, kritisierte der Handelsverband. Er verwies darauf, dass sich der Handel in den vergangenen Monaten unterschiedlich entwickelt habe. Verdi verweist dagegen auf die anhaltend sehr gute Umsatz- sowie Ertragssituation in großen Teilen des Einzelhandels, insbesondere des Lebensmitteleinzelhandels, die sich während der Coronakrise noch verbessert habe, heißt es in einer Mitteilung. Ein weiteres Argument für spürbare Lohn- und Gehaltssteigerungen ergebe sich, so Verdi, aus den seit Jahresbeginn immer schneller steigenden Verbraucherpreisen.

In der Branche arbeiten im Land rund 500000 Beschäftigte. Weniger als ein Drittel der Betriebe sind an den Tarifvertrag gebunden, wie Verdi mitteilte.

Das bestreikte Unternehmen Kaufland appellierte gestern in einer Mitteilung an die Tarifparteien, sich „zeitnah auf einen Abschluss“ zu einigen. Kaufland stehe zum Tarifvertrag des Einzelhandels und werde dies auch in Zukunft tun. In der Ludwigsburger Filiale könnten die Kunden trotz Warnstreiks wie gewohnt einkaufen. (lsw/red)