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Geisselmann kauft Teile der ESB

Rettung für mehr als 80 Arbeitsplätze: Die Freiberger Firma Geisselmann übernimmt Teile der insolventen ZKK-Gruppe. Darunter ist auch die Freiberger Blechverarbeitungsfirma ESB. Von den insgesamt 109 Arbeitsplätzen der ZKK-Gruppe konnte nun der Großteil gesichert werden.

Die Geisselmann GmbH aus Freiberg ist auf Metallverarbeitung spezialisiert. Foto: Geisselmann GmbH
Die Geisselmann GmbH aus Freiberg ist auf Metallverarbeitung spezialisiert. Foto: Geisselmann GmbH

Freiberg. Mit der Übernahme von Teilen der insolventen ZKK Gruppe sichert das Familienunternehmen Geisselmann GmbH, das auf Stahlbau und Schweißkonstruktionen spezialisiert ist, somit auch Arbeitsplätze im Kreis Ludwigsburg. Zugleich erweitert der Spezialist für Metallverarbeitung sein Produktportfolio.

Grund für die Insolvenz der ZKK-Gruppe seien die Auswirkungen der ersten Coronawelle im vergangenen Jahr gewesen, erklärte am Mittwoch auf Anfrage der zuständige Insolvenzverwalter Dietmar Haffa von der Schultze & Braun GmbH. Haffa übernahm den Geschäftsbetrieb der auf Blechbearbeitung spezialisierten Gruppe nach den Insolvenzanträgen im November 2020 und stabilisierte ihn. Parallel dazu suchte er nach potenziellen Investoren und wurde dabei in Freiberg fündig.

Die Firmen der ZKK-Gruppe seien sehr von der Automobilbranche abhängig. Schon seit ein paar Jahren wandle sich der Sektor, wie etwa die schrittweise Abkehr vom Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität. Veränderungen, um sich diesem Trend anzupassen, seien auch bei der ZKK-Gruppe im Gang gewesen, heißt es vom Insolvenzverwalter. Der Produktionsstopp während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 habe allerdings dazu geführt, dass der ZKK das Bestandsgeschäft weggebrochen ist, die Wandlung der Unternehmen konnte nicht fortgeführt werden.

Die ZKK-Gruppe besteht aus der in Freiberg ansässigen ESB Excelsior Schwarz Blechverarbeitung GmbH & Co. KG, der E+R Laserblechtechnik GmbH & Co. KG, die ihre Standorte in Dettingen unter Teck und Eislingen/Fils hat, und aus der Gerhard Mutschler GmbH. Laut Haffa waren bei der Mutschler GmbH schon in den Jahren vor der Insolvenz keine Mitarbeiter mehr beschäftigt gewesen. Die Firma ist nur noch „eine mehr oder weniger leere Hülle“ gewesen und die Beschäftigten der Gruppe sind alle bei ZKK-Holding, E+R und ESB beschäftigt. Deswegen sei Mutschler auch nicht Teil des Verkaufs an Geisselmann gewesen. Nun seien Teile der Geschäftsfelder von E+R und ESB der Geisselmann GmbH übertragen worden, sagt Haffa. Nach Angaben des Insolvenzverwalters konnten durch den Verkauf an Geisselmann von den zuletzt 109 vorhandenen Arbeitsplätzen etwa 87 gesichert werden. „Ich bin sehr glücklich, dass auch unter den derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen Unternehmer Mut zeigen, Verantwortung übernehmen und in die Zukunft investieren“, lobte Haffa das Engagement von Geisselmann.

„Wir sitzen schon immer in Freiberg“, sagt Geschäftsführer Sven Geisselmann. Er und sein Cousin Bernd Geisselmann leiten das Unternehmen. Ihr Betrieb ist im Bereich Stahlbau, Schweißkonstruktionen, Bauschlosserei, Transportsysteme und Rohrleitungsbau tätig. Mit seinen 82 Mitarbeitern setzt die Firma im Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag um. „Geschäftsbeziehungen hatten wir auch vorher schon zu ESB und E+R, sowohl als Kunde als auch als Lieferant“, sagte Sven Geisselmann. Die übernommenen Geschäftsfelder der Firmen werden im Familienunternehmen integriert. „Dieser Prozess wird zwischen drei und sechs Monaten dauern.“ Mit der Übernahme kann Geiselmann sein Portfolio erweitern und künftig übergreifende Komplettlösungen und Produkte über alle Segmente der Blechverarbeitung und des Stahlbaus hinweg anbieten.

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