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Getränke-Winkels trotzt Coronakrise

Unternehmen reagiert auf starke Verbrauchernachfrage nach Glasflaschen und legt beim Umsatz deutlich zu

Die Alwa Mineralbrunnen GmbH in Sersheim gehört zur Winkels-Gruppe. Foto: Winkels
Die Alwa Mineralbrunnen GmbH in Sersheim gehört zur Winkels-Gruppe. Foto: Winkels

Sachsenheim. Auch für die Winkels-Gruppe mit Sitz in Sachsenheim war 2020 kein einfaches Jahr. Wie das Familienunternehmen mitteilt, musste es sich in der Coronapandemie großen Herausforderungen stellen. Schnelles Handeln, Flexibilität und vor allem Zusammenhalt sei gefragt gewesen. Dass die Gruppe dies mit Erfolg gemeistert habe, zeigten die positiven Ergebnisse des vergangenen Geschäftsjahres. Nach Angaben des Unternehmens ist der Umsatz auf gut 400 Millionen Euro gestiegen nach 385 Millionen Euro im Jahr 2019. Zum Umsatzplus habe vor allem die Getränkelogistik beigetragen, hieß es. 155 firmeneigene Lkw waren in ganz Baden-Württemberg unterwegs, um die Gastronomie und vor allem Groß- und Lebensmitteleinzelhandel zu beliefern.

Auch beim Konzernumsatz einschließlich der Beteiligungsgesellschaften steht 2020 laut Winkels ein dickes Plus: 510,7 Millionen Euro (Vorjahr: 494 Millionen Euro) konnten im vergangenen Jahr erwirtschaftet werden. Der positive Trend spiegele sich zudem im Gesamtabsatz wider. Nachdem die Winkels-Gruppe 2019 hier noch einen Rückgang zu verzeichnen hatte, konnte sie im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent zulegen. Dieser Aufschwung lasse sich auf den Aufwärtstrend bei Glasgebinden zurückführen. Bei dem umweltfreundlichen Gebinde steht gruppenweit ein Plus von 7,8 Prozent. „Hier werden wir mit der im Dezember 2020 in Betrieb genommenen neuen Glasanlage anknüpfen“, freut sich Gerhard Kaufmann, geschäftsführender Gesellschafter, über das positive Ergebnis.

Der Trend zeige auch bei den Eigenmarken nach oben, berichtet Winkels. 2020 habe in diesem Bereich eine Steigerung von 2,82 Prozent erreicht werden können. Auch hier lasse sich der Verbrauchertrend hin zu umweltfreundlichen Getränkeverpackungen und einem bewussteren, nachhaltigeren Konsum beobachten, stellt Winkels fest. Die Produktgruppe Glas habe um 1,1 Prozent zugelegt.

Glasgebinde seien auch bei der Marke Alwa (Mineralwasser und Fruchtsaftschorlen) ein Erfolgsfaktor gewesen. Nachdem die Winkels- Gruppe den Absatz hier in den zwei Jahren zuvor bereits verdoppelt hatte, gab es im Jahr 2020 erneut ein Plus von 17 Prozent. Bei PET-Mehrweg sei bei Alwa dagegen ein Absatzrückgang von sieben Prozent zu verzeichnen gewesen.

„Die Winkels-Gruppe ist als einer der größten Mehrweghersteller in der Region vom ‚Plastik-Bashing‘ und dem ‚Greta-Effekt‘ insofern betroffen, als wir eine anhaltende Verschiebung von PET-Mehrweg zu Glas-Mehrweg feststellen können. Und dies, obwohl PET-Mehrweg aufgrund seines leichteren Gewichtes beim Transport sogar noch vor Glas Sieger in der Ökobilanz ist“, gibt Winkels-Chef Kaufmann zu bedenken.

Die Marke Griesbacher aus dem Schwarzwald, die es nur in der Glasflasche gibt, legte beim Verkauf um 1,5 Prozent zu. Bei der Schwarzwald-Cola gab es laut Winkels sogar ein Absatzplus von mehr als fünf Prozent. Auch die Mittelpreismarke Aqua Vitale konnte mit mehr als 30 Prozent Wachstum glänzen. Den Lockdown stark zu spüren bekam die Gastromarke Alwa live: Nachdem sich das Gebinde in den vergangenen Jahren in der Gastronomie etablieren konnte, hat es wegen der Gastroschließungen 40 Prozent verloren.

Mit der Inbetriebnahme einer neuen Glasanlage bei der Alwa Mineralbrunnen GmbH im Dezember 2020 hat die Winkels-Gruppe nach eigener Einschätzung rechtzeitig reagiert und einen weiteren, wichtigen Schritt gemacht, um der verstärkten Verbrauchernachfrage nach Glasgebinden gerecht zu werden. „Wir haben mehr als 20 Millionen Euro in Gebäude und Abfülltechnik investiert und weitere Millionen in das neue, attraktive Poolglas-Gebinde der Genossenschaft Deutscher Brunnen“, so Kaufmann. Die Investitionen seien ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Ausgestattet mit der neuesten Technologie könne der Energieverbrauch durch die neue Glasanlage um mehr als 14,2 Millionen Kilowattstunden sowie 4800 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr reduziert werden. Zudem werde seit diesem Jahr mit grünem Strom produziert.

2020 konnte Winkels zwei neue Partnerschaften gewinnen: Für Fritz Kola und Thomas Henry befüllt das Unternehmen das Glassortiment und betreibt seit März 2021 eine Rampe für Abholer. (red)