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Kühler Badespaß für den Garten

Wenn sich Hunderte Menschen an Badeseen drängen, dann gibt es eine Alternative: Das eigene Plansch- oder Schwimmbecken

rw- Trend zu aufstellbaren oder aufblasbaren Pools für den Garten im Corona-Sommer - Foto von einem Garten-Pool - querformatig und hochformatig. Im Bild: Liv und Fee Spies Bönnigheim Foto: Ramona Theiss
rw- Trend zu aufstellbaren oder aufblasbaren Pools für den Garten im Corona-Sommer - Foto von einem Garten-Pool - querformatig und hochformatig. Im Bild: Liv und Fee Spies Bönnigheim Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg/Bönnigheim. Sie sind in diesem Jahr sehr begehrt: Pools, Plansch- und Schwimmbecken für den heimischen Garten, die es in Bau- und Fachmärkten in allen Preisklassen gibt – von 15 Euro für Kinder-Planschbecken bis in höhere vierstellige Bereiche hinein. Für jeden Zweck und Geldbeutel ist etwas dabei. Zudem gibt es sie in verschiedenen Formen und Größen – vom aufblasbaren Becken über den Kunststoffpool bis hin zu Stahlwandbecken, die zum Teil in den Boden eingelassen werden, oder Holzschwimmbecken, die auf dem Boden aufgestellt werden.

Sie haben einen kleinen Garten, eine Terrasse oder einen Balkon? Da wäre ein aufblasbares Becken mit 1,5 Meter Durchmesser und einer geringen Tiefe bis 40 Zentimeter angebracht. Zum Planschen und Wasserspritzen reicht das. Und die aufblasbaren Planschbecken kennt fast jeder aus seiner Kinderzeit – und jeder, der kleine Kinder hat. Vorteil: Die meist runden Becken fassen viel weniger Wasser als größere Pools, sind leicht und können schnell entleert werden. Nachteil: Sie können aber auch beim Toben schnell mal umkippen. Wichtig sind Untergrund und Standplatz, damit die Eltern jederzeit sehen können, was im Becken vorgeht.

„Wir sind begeistert“, sagt Sandra Spies über ihren Aufstellpool (Foto) in ihrem Garten in Bönnigheim. „Wir haben ihn jetzt im dritten Jahr“, betont Spies, „und würden uns auf jeden Fall wieder einen zulegen. Zu zweit ist er auch ganz schnell aufgebaut“. Dabei sei er so groß, dass man auch einige Züge schwimmen könne. Mit Maßen von etwa vier mal drei Meter und einer Wassertiefe von 1,25 Meter ist er der Planschbecken-Größe entwachsen und braucht daher auch eine Filteranlage. Diese läuft bei der Familie bis zu acht Stunden am Tag – damit Kinder und Eltern ihren Spaß im Wasser haben. „Der Sandfilter muss auch regelmäßig rückgespült werden“, weiß die Mutter. Poolpflege und -chemie ist hier Frauenarbeit. Sandra Spies, beruflich aus dem Chemiebereich, achtet darauf, dass Chlor- und PH-Werte des Wassers stimmen. Ergänzt haben die Bönnigheimer ihre Anlage mit einer Solaranlage aus mobilen, schwarzen Solarpanels, durch die das Wasser – mit einer Solarpumpe – zum Aufheizen gepumpt wird. Allerdings wird die Schwimmbadheizung wegen der hohen Außentemperaturen derzeit kaum eingeschaltet. Bei einer Wassertemperatur von 30 Grad könnte man sich nicht mehr erfrischen, meint Sandra Spies. Damit sich die Temperatur hält, deckt die Familie den Pool abends mit einer passenden Folie ab.

„Wir haben noch nie so viele Pools verkauft wie in diesem Jahr“, sagt Florian Preuß. Bereits im März sei die Nachfrage sehr hoch gewesen, so der Sprecher der Hornbach-Baumarktkette. So hoch, dass man gleich nachbestellt habe. Dennoch seien einige Modelle bereits im Mai ausverkauft gewesen. „Dieses Jahr ist alles verkauft worden“, betont Preuß, vom Planschbecken bis hin zu großen Einbaupools. Wer daran denkt, sich noch einen Pool zuzulegen, hat jetzt noch die Möglichkeit dazu. Denn nicht nur im Ludwigsburger Hornbachmarkt sind noch Fast-Set- Pools oder Quick-up-Pools auf Lager, die sich beim Befüllen quasi von selbst aufstellen, mit einem Durchmesser von 3,6 Meter oder mehr. Sie sind die Turbos der Aufstellpools. Bei anderen wird die Beckenfolie durch den außen umlaufenden Rahmen gehalten. Hinzu kommen Stahlwandpools.

Bei Obi in Ludwigsburg, wo sich Pools und Becken „rasant“ verkauft haben, wie es vonseiten der Marktleitung heißt, sind noch Pools auf Lager. Auch hier starten die Preise bei 15 Euro und enden im gut vierstelligen Bereich. Und bei Globus in Kornwestheim ist die Nachfrage nach Pools und Zubehör nach wie vor hoch. „Wir sind größtenteils ausverkauft“, sagt Kai Streitberger von der Gartencenterleitung von Toom in Gerlingen. „Wir haben noch nie so viele Pools verkauft.“ Dafür sei das warme Frühjahr, der heiße Sommer und nicht zuletzt auch Corona verantwortlich. Durch die Pandemie sei wohl bei vielen der Strand- und Auslandsurlaub ausgefallen. Dabei gingen bei Toom alle Poolgrößen gut. Allerdings gehe der Trend in diesem Jahr durchaus zu größeren Aufstellbecken, so Streitberger. Auch die Nachfrage nach Poolchemie – Chlor, PH-Tabletten und andere Wasseraufbereitungsmittel – ist in allen Baumärkten hoch. Natur pur ist gut, aber keiner will ja im von Algen vergrünten Pool baden.

Aufstellpools lassen sich nach den Angaben der Baumärkte meist binnen weniger Stunden aufbauen. Sobald das Becken voll ist und das Wasser wärmer, kann man rein. Obi verweist auf seiner Internetseite darauf, dass man sich zunächst entscheiden müsse, ob man einen Aufstellpool oder einen Einbaupool bauen möchte. Aufstellpools hätten den Vorteil, dass sie auf einem ebenen Untergrund platziert werden könnten. Die Modelle seien kostengünstiger und durchs einfache Aufstellen in der Handhabung simpler. Zudem benötigen sie keine Baugenehmigung. Von Nachteil sei die geringere Haltbarkeit. Einbaupools sind teurer und der Arbeitsaufwand ist höher. Bei Einbaupools sollte man sich vor Baubeginn jedoch beim Bauamt informieren und gegebenenfalls eine Baugenehmigung beantragen.

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