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Leopold wächst in Marbach

Am Marbacher Standort von Leopold Verpackungen. Dort will sich das Unternehmen erweitern. Foto: Andreas Becker
Am Marbacher Standort von Leopold Verpackungen. Dort will sich das Unternehmen erweitern. Foto: Andreas Becker
Neckarweihinger Firma investiert 17 Millionen Euro in Neubau an zweitem Standort im Landkreis

Ludwigsburg/Marbach. „Eine besondere Geschichte“ habe die Firma Leopold Verpackungen, sagt Marbachs Bürgermeister Jan Trost auf Anfrage: Sie habe sich aus kleinen Anfängen in Neckarweihingen zu einem großen Unternehmen entwickelt. Oder um es mit den Leopold-Geschäftsführern, den Brüdern Jürgen und Reiner Leopold, zu sagen: Ihre Firma sei „vergleichbar mit einem Fußballverein, der es von der C-Klasse in die Oberliga geschafft hat“.

Der nächste Schritt in der Firmengeschichte steht 2021 an: Mitte des Jahres soll in Marbach, einer von drei Standorten (siehe Infobox), der Bau einer 11000 Quadratmeter großen Produktionshalle starten – nach jahrelangen, laut Leopold-Geschäftsleitung zähen privaten Grundstücksverhandlungen. Ende 2022 soll der Neubau im Marbacher Industrie- und Technologiepark bezugsfertig sein. Der Anbau schließt sich an die bestehende Fabrikations- und Lagerhalle an und wird laut Geschäftsleitung etwa 17 Millionen Euro kosten. Weitere 13 Millionen Euro würden in Maschinen und Anlagen investiert.

Die Investitionen in den Neubau seien notwendig, „um der Marktentwicklung und unseren Großkunden gerecht zu werden“. Der Verpackungsmarkt sei „heiß umkämpft“; mit der Fertigung von Wellpappe und Spezialverpackungen „gewinnen wir weitere Kunden hinzu“, betonen die beiden Leopold-Brüder, die das Unternehmen führen. Das erwirtschaftete Kapital werde „in modernste Technik“ investiert, das sei „die beste Geldanlage für sichere Arbeitsplätze und für das Unternehmen“. Mit dem Neubau am Marbacher Standort sollen nach Angaben der Geschäftsleitung 40 bis 70 neue Arbeitsplätze entstehen. Laut Marbachs Bürgermeister wird sich Leopold an dem Standort um etwa 1,5 Hektar erweitern. Mit dem Neubau fokussiere sich die Firma stärker auf die Wellpappenproduktion – die laut Jan Trost immer stärker nachgefragt werde, „vor allem im Versandhandel“. Im Zuge der Leopold-Erweiterung würden im Industrie- und Technologiepark weitere Gewerbeflächen geschaffen. Ihn freue es auch, betont Trost, dass bei dem Leopold-Neubau „hohe ökologische Standards“ beachtet würden, etwa eine „großzügige Dachbegrünung und Erdwärmenutzung. Das ist uns als Stadt wichtig.“ Die Stadt profitiere davon, dass in ihr viele Mittelständler unterschiedlicher Ausrichtung ansässig seien. Leopold gehört zu den größten Firmen in der Schillerstadt – nach dem Spannmittelhersteller Hainbuch (mit etwa 450 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Ort), dem Logistikunternehmen EgeTrans und dem BBP-Kunststoffwerk.

Dabei hat Leopold Verpackungen klein angefangen – die Firma startete 1954 in einem etwa 30Quadratmeter großen Stall in Neckarweihingen. Davor hatten Karl und Leo Leopold – Großvater und Vater der heutigen Geschäftsführer-Brüder – die Firma erworben, nachdem sie per Zeitungsanzeige zum Verkauf angeboten worden war.

So entwickelte sich aus bescheidenen Anfängen in Jahrzehnten ein großes Unternehmen, für das es stetig nach oben ging. „Es gibt kein Jahr, in dem wir nicht gewachsen sind. Stagnation gibt es bei uns nicht“, heißt es aus der Unternehmerfamilie, die in Neckarweihingen verwurzelt ist und sich in dem Ludwigsburger Stadtteil auch gesellschaftlich engagiert.

Mit dem Jahr 2020 sei man zufrieden, so die Geschäftsleitung auf Nachfrage: Leopold Verpackungen beliefere zum Großteil den Lebensmittelmarkt, der in der Coronakrise mehr verkauft und deshalb auch mehr Verpackungen geordert habe.

Infobox:

Die Firma Leopold Verpackungen mit Hauptsitz in Ludwigsburg-Neckarweihingen hat zwei weitere Standorte – in Marbach und in Bad Lauterberg (Niedersachsen). Von den etwa 235 Mitarbeitern arbeiten gut 200 im Landkreis Ludwigsburg. Der Umsatz des 66 Jahre alten Unternehmens geht in diesem Jahr laut Geschäftsführung in Richtung 70 Millionen Euro; im Vergleich zu 2019 sei die Firma um etwa sechs Prozent gewachsen. An den drei Standorten werde auf 48000 Quadratmeter Fläche produziert; jährlich verarbeite der Verpackungsspezialist mehr als 65000 Tonnen Karton. Die Firma produziert laut Geschäftsführung Verpackungen hauptsächlich aus Vollpappe – und beliefert vor allem Kunden aus dem Lebensmittelbereich, Versandhandel und aus anderen Industriezweigen. Der Verpackungsspezialist muss sicherstellen, dass Ware vor Kälte, Hitze, Feuchtigkeit und Schäden geschützt wird. Die Verpackung muss hohe Hygieneanforderungen erfüllen, um die Gesundheit des Endverbrauchers nicht zu gefährden. (wd)