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Loba feiert sein Jubiläum groß

Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1922 hat sich bei Loba in Ditzingen viel ereignet. Fotos: Loba
Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1922 hat sich bei Loba in Ditzingen viel ereignet. Fotos: Loba
Das Ditzinger Chemieunternehmen zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Oberflächenveredelungen

Ditzingen. Mit Bohnerwachs, Fußboden-Beizen und dann auch Skiwachs fängt in einem kleinen Ditzinger Betrieb vor 100 Jahren alles an. Am 13. April 1922 übernehmen der passionierte Skispringer Max Fischer und Wilhelm Hornung eine ältere Wachswaren-Produktionsstätte und gründen die „Vereinigten Wachswarenfabriken AG Hornung und Dr. Fischer“. Fischer erfindet mit einem Skiwachs ein richtiges Erfolgsprodukt: Am Ende des 20. Jahrhunderts nutzten die meisten Skispringer weltweit die Holmenkol-Wachse aus Ditzingen. Die Geschichte ist wechselhaft, nach erfolgreichen ersten Jahren bedeutet der Zweite Weltkrieg einen Einbruch: Es mangelt an Arbeitskräften und Rohstoffen, die Produktion kommt zum Erliegen. Der Kriegsheimkehrer Fischer baut die Firma neu auf. Ab den 50er Jahren ist Loba in drei Geschäftsbereiche untergliedert: Holmenkol mit Skiwachsen, den Bautenschutz und Loba mit Ölen und Wachsen für Fußböden; hinzu kommen Lacke, zum Beispiel für die Skiindustrie.

Ab 1971 heißt die Firma „Loba-Holmenkol-Chemie Dr. Fischer und Dr. Weinmann KG“. Generationen von Skisportlern haben damals schon mit Holmenkol-Produkten ihre Skier gewachst. Fußbodenbeizen, Bohnerwachs, Schuhwachs gehörten zur Produktpalette. Die Loba GmbH & Co. KG konzentrierte sich ab den 1990er Jahren auf den Bereich Parkett-, Holz- und Korkfußböden. Der Bereich Fassadenschutz wurde 1993 in die Loba Bautenschutz GmbH in Freiberg am Neckar ausgegliedert, 1996 an den Baustoffhersteller Lafarge verkauft. 2002 wurde Holmenkol in die Holmenkol Sport-Technologies GmbH & Co. KG ausgegliedert, mit der Nanogate Technologies GmbH (Saarbrücken) verschmolzen und später in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Unternehmenssitz wurde 2007 vom Loba-Stammsitz nach Heimerdingen verlegt. 2012 meldete die Holmenkol AG Insolvenz an, wurde in eine GmbH umgewandelt und von der Sporto-med GmbH in Flörsheim-Dalsheim übernommen – 2014 wurde der Standort nach Ludwigsburg verlegt. Der zur Ardex-Gruppe gehörende Klebstoffhersteller Wakol übernahm 2018 die Mehrheitsbeteiligung an Loba.

8,8 Prozent mehr Umsatz im Coronajahr 2020

Der Ditzinger Chemieproduzent zählt heute zu den weltweit führenden Herstellern von Oberflächenveredelungen. Auch in Zukunft wird sich Loba auf die Veredelung und Pflege von Fußböden sowie den Ausbau der Geschäftsaktivitäten in Deutschland und den internationalen Schlüsselregionen konzentrieren, wie der Geschäftsführer Mario Probst erklärt. „Unsere Aktivitäten gliedern sich in drei Geschäftsfelder, die den Lebenszyklus eines Fußbodens tragen – Loba ist in allen Phasen dabei“, sagt Probst. Die Entwicklung der Geschäftszahlen im für die chemisch-pharmazeutische Industrie schwierigen Coronajahr 2020, in der die Branche sechs Prozent weniger Umsatz erzielen konnte, bestätigt die Ditzinger. Loba konnte 2020 den Nettoumsatz gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 um 8,8 Prozent auf 25,183 Millionen Euro steigern und erzielte damit einen neuen Rekordumsatz. Der Gewinn belief sich auf knapp 2,02 Millionen Euro (2019: 1,307 Millionen Euro). Über die Entwicklung des Geschäftsjahres 2021 informiert Loba in der zweiten Mai-Hälfte.

Den ersten großen Meilenstein des „nächsten Jahrhunderts“ bildet der Bau des neuen Zentrums für Forschung und Entwicklung, dessen Grundsteinlegung in Ditzingen noch in diesem Jahr geplant ist. „Das nachhaltige Gebäude bietet ab 2023 Platz für die Produktentwicklung und Anwendungstechnik“, erläutert Loba-Geschäftsführer Alfred Melka. Die frei werdenden Flächen im bisherigen Technikgebäude dienen der Erweiterung und Modernisierung der Produktion, um die steigende Nachfrage zu bedienen.

Unternehmen feiert zwölf Monate lang

Unter dem Motto: „Gemeinsam die Zukunft gestalten“ wird das familiengeführte Unternehmen in diesem Jahr ausgiebig feiern – zwölf Monate lang. Mit zahlreichen Aktionen während des Jubiläumsjahrs will Loba Kunden, Händlern, Partnern und Mitarbeitern auf der ganzen Welt für ihre Treue und ihr Vertrauen danken. Den Auftakt begeht der international renommierte Chemieproduzent am Firmensitz in Ditzingen, an dem derzeit 100 der insgesamt rund 130 Mitarbeiter tätig sind. Zeitgleich hat gerade erst die Loba-Wakol-Niederlassung in Nordamerika auf der US-Leitmesse für Parkett, der „NWFA Expo 2022“, den Beginn des Jubiläumsjahres gefeiert. Bereits seit dem Firmeneintritt von Michael Fischer 1991, heute geschäftsführender Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung, treibt Loba die Entwicklung innovativer Produkte voran, die verträglich für Mensch und Umwelt sind, sich einfach und sicher verarbeiten lassen sowie im System anwendbar sind. Unter diesen Maßgaben gelingt Loba 1995 ein großer Coup, dem weitere folgen: die Markteinführung des weltweit ersten wasserbasierten 2K Parkettlacks „WS 2K 95“ – Urvater aller heutigen wasserbasierten Versiegelungen aus dem Hause Loba.

Auch auf Unternehmensebene spielt Nachhaltigkeit seit jeher eine große Rolle. „Wir setzen auf solides Wirtschaften und eine breite internationale Ausrichtung, um herausfordernde Zeiten abfedern zu können“, betont Michael Fischer. Der Erfolg gibt den Ditzingern recht: So wurde Loba 2019 durch die Unternehmensberatung Munich Strategy zu einem der Top 100 wachstumsstärksten Unternehmen des deutschen Mittelstands gekürt.