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Roche-Campus nimmt Gestalt an

Spatenstich in der Ludwigsburger Weststadt für das neue Forschungs- und Entwicklungsgebäude – Fertigstellung im Herbst 2022

Verspäteter Spatenstich vor der Baugrube des künftigen Forschungs- und Entwicklungszentrums. Im Hintergrund die Produktions- und Logistikhalle sowie der Büroturm. Fotos: Andreas Becker
Verspäteter Spatenstich vor der Baugrube des künftigen Forschungs- und Entwicklungszentrums. Im Hintergrund die Produktions- und Logistikhalle sowie der Büroturm. Foto: Andreas Becker
Blick in die künftige Produktions- und Logistikhalle von Roche Diagnostics Automation Solutions.
Blick in die künftige Produktions- und Logistikhalle von Roche Diagnostics Automation Solutions.

Ludwigsburg. Nach mehrmonatiger Verzögerung wegen Corona war es Donnerstag so weit: Spatenstich für das neue Forschungs- und Entwicklungsgebäude des Medizintechnikunternehmens Roche Diagnostik Automation Solutions (RDA) GmbH am neuen Standort in der Ludwigsburger Weststadt.

Auf dem ehemaligen Gelände von Borg Warner in der Albert-Ruprecht-Straße entsteht ein Kompetenzzentrum für Systeme zur Laborautomatisierung. Das Unternehmen Roche Diagnostics, das zum schweizerischen Roche-Konzern gehört, ist in der Region kein Unbekannter. In Ludwigsburg führt es nämlich seine bisherigen drei Standorte zusammen.

Seit Juni 2020 ist schon die Verwaltung mit etwa 110 Mitarbeitern aus Waiblingen in den 3600 Quadratmeter großen und modernisierten Büroturm mit sieben Etagen umgezogen. Und die Produktion, die etwa 220 Beschäftigte zählt, wird bis Ende des Jahres von Remseck-Aldingen in eine etwa 10000 Quadratmeter große Produktions- und Logistikhalle neben dem Büroturm einziehen. Dieses Gebäude wird gerade kernsaniert. Und die Forschung und Entwicklung, die bisher im Salamanderareal in Kornwestheim untergebracht ist, wird bis Herbst 2022 in den Neubau hinter der Produktionshalle wechseln, wofür der Spatenstich war.

„Ich freue mich, dass sich die RDA im Landkreis Ludwigsburg weiterentwickelt und hier ihre Zukunft sieht“, sagte Landrat Dietmar Allgaier beim Spatenstich. Für ihn ist es sogar schon die zweite Einweihung mit dem Unternehmen. So konnte er 2016, als er Bürgermeister in Kornwestheim war, die RDA-Forschung und Entwicklung im Salamanderareal eröffnen. Letztlich hat er auch mitbekommen, dass Roche ein zentrales Industrieareal sucht, um alle drei Standorte zusammenzuführen. Den Vorzug bekam letztlich Ludwigsburg, weil Roche von Borg Warner die Flächen und Gebäude kaufen konnte.

„Wir sind stolz und glücklich, Sie hier willkommen zu heißen“, sagte Oberbürgermeister Matthias Knecht zum Geschäftsführer von RDA, Tim Binnewies. Roche sei nun in dem innovativen Umfeld der Weststadt ein wichtiger Baustein. Die Stadt war neben Knecht und seinem Wirtschaftsförderer zugleich mit mehreren Stadträten verschiedener Gemeinderatsfraktionen vertreten und dokumentierte damit, wie wichtig der Kommune die Ansiedlung ist. Sowohl Allgaier als auch Knecht hoben die Bedeutung der Arbeit von Roche Diagnostics Automation im Bereich Gesundheit hervor.

„Mit diesem dritten Gebäude, welches eine Gesamtfläche von rund 7800 Quadratmetern umfasst, schaffen wir attraktive Büroräumlichkeiten sowie moderne Testflächen für innovative Laborautomatisierungslösungen“, sagte Geschäftsführer Binnewies, der die gute Zusammenarbeit mit Landratsamt und Stadtverwaltung lobte. Wachstum und Innovationen auf diesem Campus seien das Ziel, so Binnewies. So sei der Forschungsbereich, in dem derzeit 120 Mitarbeiter tätig sind, so ausgelegt, dass Platz für 240 Beschäftigte besteht und außerdem eine Erweiterung für ein drittes Stockwerk möglich sein wird. Die Investition sei ein klares Bekenntnis zum Standort, der auch ideale Infrastrukturanbindungen biete.

Alle Bereiche des Campus bieten den Mitarbeitern moderne Arbeitsplätze – mit unterschiedlichen Raumangeboten wie Besprechungs-, Service- und Pausenräume sowie sogenannte Fokuszonen, in die sich die Mitarbeiter ungestört zurückziehen können. „Die offenen Büroflächen sind abwechslungsreich gestaltet“, so Andreas Pech, Leiter des Standortservice. So könnten Mitarbeiter frei zwischen Schreibtischinseln, Arbeitsbänken sowie Couch und Besprechungsecken wählen. Bei der Gestaltung wurden auch die Mitarbeiter einbezogen, um eben für sie ein entsprechendes Wohlfühlumfeld zu schaffen.

Auch das Thema Nachhaltigkeit ist RDA am Campus wichtig. So wird etwa auf Fernwärme gesetzt. Zudem gibt es für die Mitarbeiter aus 31 verschiedenen Nationen auch Ladestationen für Elektroautos. Und vor dem Werkstor ist eigens eine Radleihstation mit E-Bikes installiert.

Das Unternehmen vertreibt inzwischen rund 800 Geräte für Laborautomatisierungslösungen, die von RDA entwickelt und hergestellt werden. Mit diesen Geräten können klinisch-chemische Patientenproben, zum Beispiel Röhrchen, wie sie für die Blutabnahme verwendet werden, im Labor automatisch zur Verarbeitung vorbereitet werden. 1300 solcher Röhrchen können so in einer Stunde sortiert werden, ohne einen Handgriff eines Labormitarbeiters. Somit können Laborergebnisse, was sich gerade in Coronazeiten als wichtig erwies, Ärzten und Patienten schnell und sicher zugänglich gemacht werden.

Mit dem Hauptsitz in Ludwigsburg kehrt RDA letztlich zu seinen Wurzeln zurück. Denn die heutige Gesellschaft geht auf das 1991 gegründete Unternehmen PVT Probenverteiltechnik zurück, das im März 2011 von Roche Diagnostics übernommen wurde und bis 2018 unter Roche PVT GmbH firmierte. Seither ist das Unternehmen weiter stark gewachsen. Lag der Umsatz bei der Übernahme 2011 bei 34,9 Millionen Euro, so haben die rund 450 Mitarbeiter im vergangenen Jahr Erlöse von 138,9 Millionen Euro (Vorjahr: 126,4 Millionen) erwirtschaftet.

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