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Roche Diagnostics will stark wachsen

Mit dem Umzug von Waiblingen nach Ludwigsburg geht es zurück zu den Wurzeln: Das Medizintechnikunternehmen Roche Diagnostics Automation Solutions hat nun seinen Hauptsitz in der Barockstadt – dort, wo einst die Vorgängerfirma PVT Probenventiltechnik GmbH gegründet wurde.

In der ehemaligen Lagerhalle (Flachbau) und dem mehrstöckigen Verwaltungsgebäude zieht Roche Diagnostics ein. Auf der grünen Freifläche wird noch ein Neubau für die Forschung und Entwicklung entstehen. Fotos: RDA
In der ehemaligen Lagerhalle (Flachbau) und dem mehrstöckigen Verwaltungsgebäude zieht Roche Diagnostics ein. Auf der grünen Freifläche wird noch ein Neubau für die Forschung und Entwicklung entstehen. Foto: RDA
Das Arbeitsumfeld soll auch für eine entspannte Atmosphäre sorgen.
Das Arbeitsumfeld soll auch für eine entspannte Atmosphäre sorgen.
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Ludwigsburg. Seit Dienstag ist es offiziell. Die Roche Diagnostics Automation Solutions GmbH (RDA) hat nun den Hauptsitz der Gesellschaft in Ludwigsburg. Wie das Unternehmen mitteilte, sind zeitgleich die ersten etwa 80 Mitarbeiter von dem bisherigen Firmensitz und Verwaltungsstandort in Waiblingen in den neuen Campus in der Albert-Ruprecht-Straße 2 in Ludwigsburg gezogen. Dort hat das Unternehmen im vergangenen Jahr vom Autozulieferer Borg Warner ein Areal mit rund 26.000 Quadratmetern abgekauft – bestehend aus einem Gebäudekomplex (etwa 13.600 Quadratmeter) und einer angrenzenden freien Fläche.

Mit dem Umzug aus Waiblingen ist der Startschuss für die stufenweise Zusammenlegung der derzeit drei Standorte der Gesellschaft aus dem Rems-Murr-Kreis und dem Kreis Ludwigsburg gefallen. Roche Diagnostics, das Unternehmen gehört zum schweizerischen Roche-Konzern, gilt als Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Produktion von Systemen zur Laborautomatisierung. Die Forschung und Entwicklung mit etwa 140 Mitarbeitern sind bislang noch im Salamanderareal in Kornwestheim, und die Produktion mit etwa 200 Mitarbeitern befindet sich noch im Gewerbepark Aldinger Schleuse in Remseck. Sie sollen bis 2022, wenn das gesamte Areal komplett ausgebaut ist, folgen.

„Mit dieser Konsolidierung legen wir nicht nur die Basis für zukünftiges Wachstum, Ideen und Innovationen. Wir sehen mit dem Standort Ludwigsburg und der sehr guten Infrastrukturanbindung auch die Möglichkeit, die Zusammenarbeit mit externen Lieferanten und Partnern weiter zu intensivieren, um so unser Kompetenzzentrum für Laborautomatisierungslösungen weiter auszubauen“, sagt Geschäftsführerin Dr. Claudia Fleischer.

Seit dem Kauf des Komplexes mit ehemaliger Lagerhalle und angrenzendem Verwaltungsgebäude im Frühjahr 2019 werden die Gebäude für die Erfordernisse des Medizintechnikunternehmens entsprechend um- und ausgebaut. Wie Fleischer gegenüber unserer Zeitung sagtet, soll auf der angrenzenden freien Fläche noch für die Forschung und Entwicklung ein Neubau für Labors, Büros und weitere Funktionsräume gebaut werden.

„Neben der Funktionalität war es uns besonders wichtig, dass Architektur und Innenausstattung des Gebäudes die wiedererlangte Einheit symbolisieren“, erklärt Andreas Pech, Leiter der Standortservices, zu der bisherigen Umgestaltung. „Dies ist uns durch die Kombination aus natürlichen Materialien und Elementen aus der Industrie, die für eine optische Verbindung zwischen den Büro- und Produktionsflächen steht, auch gelungen. Warme Erdtöne unterstützen zudem den familiären Charakter der Gesellschaft und unterstützen das Wohlbefinden der Mitarbeitenden“, ergänzt er. Wie es weiter heißt, verfügt der Standort über unterschiedliche Raumangebote wie Arbeits-, Fokus-, Besprechungs-, Service- und Pausenzonen, die die Kommunikation und den Austausch der Belegschaft fördern. „Der neue Standort ist eine wichtige Säule, die uns bei der Verwirklichung unserer Vision eines attraktiven Arbeitsumfeldes für die Technology Savvy Talents unterstützt. Interdisziplinäres Arbeiten, verbunden mit kurzen Entscheidungswegen, ist dabei ein Schlüssel, um unser Potenzial für Innovationen, zum Wohle der Patienten, noch besser auszuschöpfen,“ so Fleischer.

126,4 Millionen Euro Umsatz

Die heutige Gesellschaft geht auf das 1991 in Ludwigsburg gegründete Unternehmen PVT Probenverteiltechnik GmbH zurück, das im März 2011 von Roche Diagnostics übernommen wurde. Seither ist das Unternehmen, das bis Ende 2018 noch als Roche PVT GmbH firmierte, enorm gewachsen. Im Jahr 2011 lag der Umsatz bei 34,9 Millionen Euro, der von etwa 170 Mitarbeitern erwirtschaftet wurde. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen Erlöse in Höhe von 126,4 Millionen Euro (2018: 109,8 Millionen; 2017: 81,9 Millionen) und beschäftigt inzwischen knapp 400 Mitarbeiter. „Das ist eine richtige Erfolgsgeschichte“, ist Fleischer stolz über die seitherige Entwicklung. Das Produktionsvolumen ist seit dem Kauf jährlich im Schnitt um etwa 21 Prozent gestiegen und die Mitarbeiterzahl um durchschnittlich zehn Prozent. Auch künftig will das Unternehmen mindestens „im Zehn-Prozent-Bereich wachsen“, sagt Fleischer. Dabei setzt der nach eigenen Angaben Weltmarktführer auf seine inzwischen 800 Geräte für Laborautomatisierungslösungen, die hier entwickelt und produziert werden. Fleischer: „Alles ist made in Germany. Das ist ein Vorteil, gerade in der jetzigen Krise.“ Mit diesen Geräten können klinisch-chemische Patientenproben im Labor automatisiert vorbereitet, beispielsweise zentrifugiert, werden. Dadurch können Laborergebnisse für Ärzte und Patienten schnell und sicher zugänglich gemacht und das Laborpersonal gut geschützt werden.

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