Logo

Schub für Brennstoffzelle

Bosch gründet Gemeinschaftsunternehmen mit chinesischem Fahrzeughersteller

Diese schematische Darstellung eines Schwerlast-Lkw (links) zeigt im vorderen Bereich des Fahrzeugs das Brennstoffzellensystem. Dieses sogenannte Fuel Cell Power Module vereint den Fuel Cell Stack sowie die Subsysteme Wasserstoffversorgung, Luftzufuh
Diese schematische Darstellung eines Schwerlast-Lkw (links) zeigt im vorderen Bereich des Fahrzeugs das Brennstoffzellensystem. Dieses sogenannte Fuel Cell Power Module vereint den Fuel Cell Stack sowie die Subsysteme Wasserstoffversorgung, Luftzufuhr, Kühlkreislauf und Stromabnahme in einem kompakten Modul. Foto: Bosch
350_0900_31894_uel_cell_power_module_compact_hr.jpg

Gerlingen/Stuttgart. Bosch macht den nächsten Schritt, um der Brennstoffzelle als emissionsfreie Antriebslösung weltweit zum Durchbruch zu verhelfen. Wie der Technologiekonzern mit Sitz in Gelingen mitteilte, hat er Im chinesischen Chongqing zusammen mit dem chinesischen Premium-Nutzfahrzeughersteller Qingling Motors das Gemeinschaftsunternehmen Bosch Hydrogen Powertrain Systems gegründet. Das neue Unternehmen wird Brennstoffzellen-Systeme – sogenannte Fuel Cell Power Modules – für den Markt in China entwickeln, montieren und vermarkten. Medienberichten zufolge investieren beide Partner dafür rund 100 Millionen Euro, 60 Prozent davon Bosch.

Das Ziel sei, die Technologie- und Marktexpertise beider Partner zu bündeln und zur Entwicklung des Brennstoffzellenmarktes im Land sowie zur Transformation der dortigen Automobilindustrie beizutragen, teilte Bosch weiter mit. Das Unternehmen setzt dabei auf Prognosen der China Society of Automotive Engineers, wonach in China bereits 2030 mehr als eine Million Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antrieb zugelassen werden könnten.

70 Lkw als Testflotte

So will Bosch Hydrogen Powertrain Systems möglichst alle chinesischen Fahrzeughersteller mit Brennstoffzellen-Systemen beliefern. Die dafür benötigten Komponenten, wie zum Beispiel Brennstoffzellen-Stack, Luftkompressor mit Leistungselektronik sowie Steuergerät mit Sensoren,kommen von Bosch überwiegend aus dem Werk in Wuxi. Dort startet laut Mitteilung in diesem Jahr die Kleinserienfertigung. Ebenfalls noch 2021 wird eine Testflotte von 70 Qingling-Lastwagen mit dem Fuel Cell Power Module von Bosch auf die Straße kommen. Der Marktstart des Brennstoffzellen-Systems ist für 2022/2023 geplant.

„Wir nehmen bei der Industrialisierung der Brennstoffzelle jetzt im wahrsten Sinne des Wortes Fahrt auf. Innovative Technologien und strategische Partnerschaften sind der ideale Treibstoff, um zügig das Ziel eines möglichst klimaneutralen Straßenverkehrs zu erreichen“, sagt Stefan Hartung, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions. Mit Qingling arbeitet Bosch derweil schon seit Jahren in den Bereichen Kraftstoffeinspritzung und Abgasnachbehandlung zusammen.

Bosch bringt in das Gemeinschaftsunternehmen seine Expertise in Brennstoffzellen-Systemen ein. Qingling verfügt als Premium-Hersteller über das komplette Portfolio – von leichten über mittlere bis schwere Lkw. Mit seinem großen Engagement in der Elektrifizierung und bei Brennstoffzellen steuert Qingling Nutzfahrzeug-Know-how und jahrelange Erfahrung auf dem chinesischen Lkw-Markt bei. „China ist der wichtigste Wachstumsmarkt für die Elektromobilität“, sagt Hartung. „Gerade bei großen, schweren Fahrzeugen, die lange Strecken zurücklegen, bietet die Brennstoffzelle klare Vorteile gegenüber dem batterieelektrischen Antrieb.“

Bosch glaubt nach eigenen Angaben an eine Wasserstoff-Zukunft und investiert fortlaufend in diesen Bereich. So hat das Unternehmen mit seinen Brennstoffzellen-Aktivitäten in China bereits Kompetenz in Forschung und Entwicklung aufgebaut. Im vergangenen Jahr wurde das Brennstoffzellen-Zentrum in Wuxi errichtet. Nun geht es darum, die notwendigen Fertigungskapazitäten für Komponenten vorzubereiten, die auch an das neue Gemeinschaftsunternehmen geliefert werden sollen. Bosch verstärkt damit sein Engagement auf dem chinesischen Markt.

Deutsche Werke mit dabei

Auch an seinen deutschen Standorten in Bamberg, Feuerbach und Homburg treibt Bosch die Industrialisierung der Brennstoffzelle weiter voran. Gemeinsam mit dem schwedischen Spezialisten Powercell entwickelt Bosch derzeit den Brennstoffzellen-Stack zur Marktreife, um ihn anschließend in Eigenregie von 2022 an in Großserie zu fertigen. (red)