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Serienfertigung als eine Stärke

Im Gewerbepark Eichwald produziert der Top-100-Zulieferer Dräxlmaier das Gesamtbatteriesystem des Porsche Taycan

Gunther Wössner leitet den Dräxlmaier-Standort in der Produktion in Sachsenheim. Fotos: Dräxlmaier
Gunther Wössner leitet den Dräxlmaier-Standort in der Produktion in Sachsenheim. Foto: Dräxlmaier

Sachsenheim. Die Dräxlmaier Group mit mehr als 60 Standorten in über 20 Ländern hat im Mai 2019 im Gewerbepark Eichwald auf 21000 Quadratmetern ihr erstes Batteriewerk eröffnet. Dort arbeiten derzeit rund 300 Mitarbeiter. Außerdem sind 54Roboter und 60 fahrerlose Transportfahrzeuge im Einsatz.

Im Mai 2019 hat Dräxlmaier im Segro-Gewerbepark des Gewerbegebiets Eichwald mit der Serienfertigung des leistungsstarken 800-Volt-Gesamtbatteriesystems für den rein elektrisch betriebenen Porsche Taycan begonnen.

„Eine neue Herausforderung“

Welche Stückzahlen in dem Sachsenheimer Werk gefertigt werden, bleibt unter Verschluss, damit keine Rückschlüsse auf die Taycan-Produktion gezogen werden können. Die erste Jahresproduktion des E-Porsche war schneller als erwartet ausverkauft. Zu haben ist er, je nach Modell, zu Preisen zwischen 105000 und 185000 Euro.

Eine der Stärken des Zulieferers Dräxlmaier ist neben der Entwicklungskompetenz die Industrialisierung und Serienfertigung. Seine Produkte liefert Dräxlmaier just in time und sequenzgenau an die Montagelinie der Automobilhersteller.

„Unser erstes Batteriewerk hier in Sachsenheim war dennoch eine neue Herausforderung“, erklärt Gunther Wössner, Standortleiter in Sachsenheim. „Wir haben auf mehr als 13000 Quadratmetern eine hochautomatisierte Fertigung aufgebaut. Hohe Automatisierung steht für Prozesssicherheit. So garantieren wir Batteriesysteme höchster Qualität.“

Die Batterie des Taycan hat Porsche in enger Zusammenarbeit mit Dräxlmaier entwickelt. Es ist die weltweit erste Batterie in einem Serienfahrzeug, die auf die 800-Volt-Technologie setzt. Dies ermöglicht besonders kurze Ladevorgänge. So ist der Taycan nach rund 15 Minuten bereits zu 80 Prozent wiederaufgeladen.

Dräxlmaier hat auch ein Entwicklerteam in Sachsenheim vor Ort. Hinzu kommen Mitarbeiter in den Bereichen Qualität, Logistik, Instandhaltung und Produktion. Das Miteinander von Kolleginnen unterschiedlichster Fachbereiche sei „eine große Bereicherung“, findet Wössner.

Knapp 400 Einzelzellen von Zuliefern werden zu 33 Modulen zusammengefügt, die dann mit Kühlsystemen, Steuerung und anderen Komponenten verbunden werden. Das Ergebnis: eine mehrere Kilogramm schwere Batterie, die im Unterboden des Taycan verbaut wird.

Die Dräxlmaier Group ist seit Jahrzehnten Partner vieler Premium-Automobilhersteller. Die Produkte des Unternehmens – darunter komplexe Bordnetzsysteme, passgenaue Elektronik und exklusives Interieur wie Instrumententafeln, Mittelkonsolen, Türverkleidungen und Ambientelicht – stecken in rund 100 aktuellen Fahrzeugmodellen. Hinzu kommen seit einigen Jahren Batteriesysteme im Nieder- und Hochvoltbereich. „Die Dräxlmaier Group hat das Geschäftsfeld der Batterien bereits 2009 aufgebaut. Damit war das Unternehmen einer der Vorreiter der Branche“, so Wössner. Heute zählen zum Portfolio von Dräxlmaier komplette E-Mobilitätssysteme: vom Gesamtbatteriesystem über das Hochvolt-Bordnetz und dem Hochvoltstecker bis hin zur Ladedose. Weil die Angelegenheit sehr kostspielig ist, rentiert sich die 800-Volt-Batterie auch nur in dem hochpreisigen Sportwagensegment.

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