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Sparkasse zeigt in Benningen Flagge

Nach dreijähriger Umbauzeit neue Filiale im BeCarré eröffnet – Volksbank Ludwigsburg zieht sich ganz aus dem Ort zurück

Bei der Eröffnungsfeier von links: Filialdirektorin Natalie Gorgiel, Regionaldirektor Thomas Nytz, Filialleiter Jürgen Scheller, Landrat Dietmar Allgaier (Verwaltungsratsvorsitzender der Kreissparkasse Ludwigsburg), Heinz-Werner Schulte, Vorstandsvor
Bei der Eröffnungsfeier von links: Filialdirektorin Natalie Gorgiel, Regionaldirektor Thomas Nytz, Filialleiter Jürgen Scheller, Landrat Dietmar Allgaier (Verwaltungsratsvorsitzender der Kreissparkasse Ludwigsburg), Heinz-Werner Schulte, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ludwigsburg, und Benningens Bürgermeister Klaus Warthon. Foto: Kreissparkasse
Der Cashpoint mit einem Geldautomaten bei der Benninger S-Bahnhaltestelle wird abgebaut: Bürgermeister Klaus Warthon hätte ihn noch gerne behalten. Foto: LKZ
Der Cashpoint mit einem Geldautomaten bei der Benninger S-Bahnhaltestelle wird abgebaut: Bürgermeister Klaus Warthon hätte ihn noch gerne behalten. Foto: LKZ

Benningen. Die roten Fahnen der Kreissparkasse Ludwigsburg flattern wieder in Benningen, womit die Kommune auch wieder ein richtiger Bankenstandort geworden ist. Das Geldinstitut hat jetzt im neuen BeCarré an der Ludwigsburger Straße ihre Filiale offiziell eröffnet. Seit Mitte Juni können die Kunden dort schon in den modernen Räumlichkeiten ihren Bankgeschäften nachgehen. Am Dienstag wurde gefeiert.

„Es ist ein Tag der Freude“, sagte Vorstandsvorsitzender Heinz-Werner Schulte. Die Sparkasse und Benningen verbinde eine lange und vor allem gute Geschichte, die immer auch eine Geschichte von Präsenz vor Ort gewesen sei und bleiben soll. „Wir wollen unseren Kunden nahe sein“, betonte Schulte. Seit Jahren investiere die Kreissparkasse deshalb konsequent in ihre rund 100 Filialen im Landkreis. Drei Jahre habe der Umbau der Filiale gedauert. Rund 450.000 Euro seien dafür in die Hand genommen worden. Schulte dankte dem Investor und Benninger Gemeinderat Rüdiger Beck (CDU) dafür, dass „alles im Budget und Zeitplan“ geblieben sei.

Landrat Dietmar Allgaier, der auch Verwaltungsratsvorsitzender Kreissparkasse ist, betonte, dass es zur Filialstrategie des Geldinstituts gehöre, dass jeder Kunde in einer für ihn akzeptablen Entfernung eine Filiale vorfinde. Dies lasse sich die Kreissparkasse auch etwas kosten, die in den Jahren 2017 bis 2019 jährlich im Schnitt rund 15 Millionen Euro in ihr Filialnetz investiert habe.

„Modernität, Sicherheit, Verlässlichkeit, Beratungskompetenz – dafür steht die Kreissparkasse“, erklärte Schulte. Diesem Anspruch werde sie in Benningen jetzt noch besser gerecht.

Die Kreissparkasse bewertete Benningen als einen wichtigen Standort. Dort werden rund 7600 Privatkundenkonten geführt. Dies sei bei einem Filialeinzugsgebiet von 6500 Einwohnern beachtlich, teilte das Geldinstitut mit. In Benningen werde ein Kundengeschäftsvolumen von rund 79 Millionen Euro erzielt.

Mit der Eröffnung der Filiale schließt zumindest die Kreissparkasse Ludwigsburg eine Versorgungslücke in Sachen Bankgeschäften in dem Neckarort. Als vor gut drei Jahren mit dem Bau des BeCarrés begonnen wurde, entschied sich die Kreissparkasse, einen sogenannten Cashpoint ganz in der Nähe der S-Bahn-Haltestelle aufzustellen, damit ihre Kunden zumindest einen Geldausgabeautomaten zur Verfügung haben.

Weniger gut bedacht wurden die Kunden der Volksbank Ludwigsburg. Im Herbst vergangenen Jahres hat die Genossenschaftsbank verkündete, dass sie im Zuge der Neustrukturierung ihres Filialnetzes ihren Standort in Benningen Ende 2019 schließt, weil er mit der Filiale in Freiberg zusammengelegt wird. Seitdem sind die Volksbank-Kunden gezwungen, die Volksbank-Filialen in der Nähe wie in Freiberg, Marbach, Murr oder Steinheim aufzusuchen, um ihre Bankgeschäfte zu tätigen, oder ganz einfach um Bargeld zu ziehen.

Der Volksbank-Standort, der nur einen Steinwurf weit von der neuen Kreissparkassenfiliale entfernt liegt, ist inzwischen verwaist. Benningens Bürgermeister Klaus Warthon erklärte, dass er nicht darüber informiert sei, wie es mit dem Standort weitergehe. „Es ist auch nichts geplant“, sagte gestern der Pressesprecher der Volksbank gegenüber unserer Zeitung. Der Mietvertrag für die Filiale sei gekündigt.

Warthon hat gestern bei der Eröffnungsfeier die Gelegenheit beim Schopf gepackt und den Wunsch an Kreissparkassenchef Schulte gerichtet, den Cashpoint in seiner Gemeinde zu lassen. „Der rote Würfel ist uns ans Herz gewachsen“, betonte Warthon und erhielt kräftigen Applaus von den Feiergästen. „Der Kubus liegt so praktisch auf dem Weg zur S-Bahn“, sagte eine Bürgerin. Die Kreissparkasse hat aber andere Pläne. Ende August werde der Cashpoint abgebaut und nach Vaihingen-Ensingen verlegt, teilte sie mit. Die neue Filiale im BeCarré stelle auch einen Selbstbedienungsautomaten zur Verfügung und sei nur wenige Gehminuten von der S-Bahnhaltestelle entfernt. Im Landkreis unterhält die Kreissparkasse derzeit drei dieser Cashpoints. Die Investitionssumme für einen wurde mit 80.000 Euro beziffert – die monatlichen Fixkosten auf 2000 Euro:

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