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Stadtwerke geben Steuersenkung weiter

Sätze etwa für Strom, Gas und Wasser sinken in der zweiten Hälfte 2020 – Ausgleich erfolgt automatisch auf der nächsten Jahresrechnung

Bei Stromtarifen ist die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent gesunken. Foto: Patrick Pleul/dpa
Bei Stromtarifen ist die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent gesunken. Foto: Patrick Pleul/dpa

Ludwigsburg. Eine Übersicht, welche Versorger im Landkreis Ludwigsburg die Senkung der Mehrwertsteuer an die Kunden weitergeben, gebe es nicht, teilt ein Sprecher der baden-württembergischen Landesgruppe des Verbands kommunaler Unternehmen auf Nachfrage mit. Aber er gehe davon aus, „dass die überwiegende Mehrheit der Versorger in Baden-Württemberg die Senkung der Mehrwertsteuer an den Kunden weitergibt“.

Die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) teilen auf Anfrage mit, dass sie von 1. Juli bis Ende des Jahres die Steuersenkung für alle Versorgungsangebote an die Kunden weitergeben. Dazu gehören die Strom-, Gas-, Fernwärme, Internettarife – das betrifft die Steuersenkung von 19 auf 16 Prozent – und der Wassertarif, für den der ermäßigte, nun von sieben auf fünf Prozent reduzierte Steuersatz gilt.

Bei all diesen SWLB-Dienstleistungen „handelt es sich um Kosten für das Wohnen, oft auch ,zweite Miete‘ genannt“, teilt die Assistentin der Geschäftsleitung, Astrid Batzler, mit. In der Coronapandemie, „mit all ihren wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen“ auf Kunden, sei es „eine Selbstverständlichkeit, die von der Bundesregierung nicht ohne Grund verabschiedete Mehrwertsteuersenkung komplett weiterzugeben“, so Batzler.

Auch die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen (SWBB) teilen mit, dass sie die Steuersenkung komplett an ihre Kunden weitergibt, ebenfalls in zwei Abstufungen: Bei Strom-, Gas- und Wärmekunden drei Prozent auf den Grund- und Verbrauchspreis im Rahmen gesetzlicher Vorgaben (von 19 auf 16 Prozent), auf Trinkwasser gibt es zwei Prozent Steuerminderung (sieben auf fünf Prozent). Die Steuersenkung werde automatisch berechnet und auf der nächsten Jahresabrechnung ausgewiesen.

„Bei Bau- oder Lieferleistungen ist das Datum, an dem die Leistung abgeschlossen wurde, entscheidend für die Höhe der Umsatzsteuer. Bei Hausanschlüssen gilt die Leistung dann als erbracht, wenn der Anschluss betriebsbereit ist. Anzahlungen haben keinen Einfluss auf das Datum der Leistungserbringung“, teilen die Stadtwerke mit. Alle Preisangaben auf der SWBB-Internetseite „beinhalten weiterhin den höheren Satz, damit der Service und die laufenden Projekte nicht in Mitleidenschaft gezogen werden“, heißt es.

Auch die Ver- und Entsorgungsgesellschaft Sersheim (VES) beispielsweise teilt mit, dass sie die Steuersenkung an die Kunden weitergibt, in gleicher Form wie bei den beiden vorangegangenen Beispielen. „Die monatlichen Abschläge ändern sich nicht“, so die VES, „zu viel gezahlte Beiträge erhalten die Kunden mit der nächsten Jahresabschlussrechnung wieder zurück.“ Im gleichen Wortlauf formulieren das etwa auch die Stadtwerke Oberriexingen in einer Pressemitteilung.

Die Stadtwerke Stuttgart geben die Steuersenkung ebenfalls „eins zu eins“ weiter, wie es heißt. Alle Kunden profitierten, „egal ob sie Ökostrom beziehen, die E-Roller „Stella-sharing“ nutzen oder sich eine neue Photovoltaikanlage auf ihrem Dach installieren lassen möchten.“ Alle Stuttgarter sollten „schnell entlastet und sich jetzt für mehr Klimaschutz engagieren können“, sagt der Stadtwerke-Geschäftsführer Olaf Kieser: „Denn die Energiewende macht keine Pause.“

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