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Thales baut Kampfsysteme für die Fregatten der Zukunft

Vertrag mit niederländischer Damenwerft unterzeichnet

Ditzingen/Hengelo.. Sie werden eine Länge von 160 Meter haben, eine Verdrängung von 10000 Tonnen und eine Stammcrew von 114: MKS180 nennt die Bundesmarine den neuen Kampfschiff-Typ, der ab Ende des Jahrzehnts auf den Weltmeeren eingesetzt werden kann. Die vier deutschen Fregatten der Klasse MKS180 wird der Thales-Konzern mit Kampfsystemen für insgesamt 1,5 Milliarden Euro ausrüsten. Mit der niederländischen Damen-Werft sei ein entsprechender Vertrag unterzeichnet worden, teilte der französische Technologie- und Rüstungskonzern am Dienstag mit. Thales Deutschland nennt den Vertrag einen „wichtigen Meilenstein für die Entwicklung der europäischen Verteidigungsindustrie“. Zu den Einsatz- und Kampfsystemen für die neue Allzweckwaffe der Bundesmarine zählen Radar- und Satellitengeräte, Kommunikationstechnik und Raketenabschussrampen, Logistikdienstleistungen und verschiedene Test- und Trainingsstandorte an Land sowie die Option für ein oder zwei weitere Schiffe.

Damen Schelde Naval Shipbuilding und ihr Hamburger Konsortialpartner Blohm+Voss hatten den Zuschlag für den Bau der neuen Mehrzweckkampfschiffe MKS180 bereits im Januar erhalten. Der Verteidigungs- und der Haushaltsausschuss des Bundestags billigten die Vorlage schließlich im Juni. Es ist mit einem Volumen von 5,27 Milliarden Euro der größte Marineauftrag dieser Art seit Gründung der Bundeswehr. Und für den Thales-Konzern, dessen deutsche Zentrale in Ditzingen liegt, nach Angaben eines Sprechers der drittgrößte Auftrag überhaupt. Thales hat in den letzten Jahren mehrere Großaufträge von europäischen Nato-Marinen erhalten. Durch diese Aufträge wurde Thales zum De-facto-Partner der Nato für Gefechtsführungssysteme der Marine.

Das erste der vier Kampfschiffe soll 2028 einsatzbereit sein. Das Programm läuft über zehn Jahre. Gebaut werden sollen die 160 Meter langen Schiffe mit 10000 Tonnen Wasserverdrängung – unter Projektleitung von Damen – vollständig auf Werften in Kiel und in Wilhelmshaven – in Zusammenarbeit mit deutschen Subunternehmern.

„Als Partner im Programm MKS180 bringt Thales Deutschland nicht nur einen hohen deutschen Wertschöpfungsanteil ein, sondern auch langjährige Erfahrung in europäischen Kooperationen und unsere Systemkompetenz in Deutschland“, erklärte Christoph Hoppe. „Damit schaffen wir neue, hochwertige Arbeitsplätze im Land, stärken einen Modellfall für europäische Rüstungskooperation und tragen unseren Teil dazu bei, die Deutsche Marine einsatz- und im Bündnis beitragsfähig zu halten“, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Thales in Ditzingen. Konkrete Auswirkungen auf die Deutschland-Zentrale im Kreis Ludwigsburg, die einen ihrer Schwerpunkte im Bahnbereich hat, wird der Marineauftrag vorerst nicht haben. Der Konzern beschäftigt derzeit 3800 Mitarbeiter an elf Standorten in Deutschland.

Das MKS180 soll nach Bundeswehr-Angaben in der Lage sein, überall auf der Welt und für lange Zeit große Seeräume zu patrouillieren, Embargos zu überwachen und deutsche Staatsbürger aus Krisensituationen zu evakuieren. Andererseits soll sich das Kampfschiff auch im Nordatlantik oder Mittelmeer im Seegefecht gegen andere Kriegsschiffe und U-Boote durchsetzen können.

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