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Trumpf-Umsatz schrumpft, Hoffnungen wachsen

Coronakrise und Weltkonjunktur treffen auch das Ditzinger Hochtechnologieunternehmen

Ein Laserautomat schneidet in der Smart Factory des Maschinenbauers Trumpf Blechteile aus.Foto: Marijan Murat/dpa
Ein Laserautomat schneidet in der Smart Factory des Maschinenbauers Trumpf Blechteile aus. Foto: Marijan Murat/dpa

Ditzingen. Der Ditzinger Laserspezialist Trumpf hat die schlimmsten Auswirkungen der Coronapandemie und der schwächelnden Weltkonjunktur wohl bald überwunden. Allerdings stehen bei dem erfolgsverwöhnten Hochtechnologieunternehmen vor den Geschäftszahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 Minuszeichen. So weist der Umsatz einen Rückgang um acht Prozent auf 3,5 Milliarden Euro auf, der Auftragseingang von elf Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Auch das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) entwickelte sich mit 309 Millionen Euro (-11,5 Prozent) rückläufig. Unterm Strich ging der Gewinn um 14 Millionen auf gut 132 Millionen Euro zurück. „Ich präsentiere ihnen heute die Zahlen eines Geschäftsjahres, das in negativer Hinsicht auch in die Geschichte unseres Unternehmens eingehen wird“, sagte Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller in Ditzingen. Allerdings konnte Trumpf eine Rendite von 8,9 Prozent erzielen – dank des Ergebnisverbesserungsprogramms Koyer. Die Investitionen wurden verringert, Urlaubs- und Zeitkonten abgebaut. Bis Juni lag die Kurzarbeitsquote bei 30 Prozent, derzeit beträgt sie noch 27 Prozent.

Das neue Geschäftsjahr läuft besser an. „In den ersten drei Monaten konnte der Rückgang bei Umsatz und Aufträgen gestoppt werden. Wir sehen vorsichtige Anzeichen für das Ende der konjunkturellen Talfahrt, wenn auch noch keinen Aufschwung“, so die Trumpf-Chefin. Ihr Ausblick ist eher verhalten, sie rechnet mit weniger Umsatz und Gewinn.

Deutschland blieb mit 610 Millionen Euro (minus 15 Prozent) stärkster Einzelmarkt, der Umsatzanteil sank aber auf 17 Prozent. Verantwortlich dafür sind die Rückgänge des im Wandel begriffenen Automobilsektors mit einem Umsatzanteil von 20 Prozent. Die Niederlande waren mit 480 Millionen Euro nach den USA der drittstärkste Markt. Wachstumstreiber war der Ditzinger Bereich EUV. So lieferte Trumpf an den Kunden ASML spezielle Laser für Anlagen, die mit Hilfe extrem ultravioletter Strahlung Oberflächen von Chips für die Computerindustrie belichten. Dieser Sektor wuchs um 19 Prozent auf 460 Millionen Euro. Der Elektronikbereich ebenso mit 230 Millionen Euro (plus 15 Prozent). Zudem hat am Stammsitz Trumpfs Smart Factory eröffnet. Kunden können sich ein Bild von Effizienzsteigerungen und Vernetzungslösungen machen.

Die Mitarbeiterzahl blieb mit 14325 in etwa gleich, davon 4353 in Ditzingen.

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